Die Planungen für die Bremer Brücke gehen in die nächste Phase – und stoßen weiterhin auf großes Interesse: Rund 700 Mitglieder, Dauerkartenbesitzer und -besitzerinnen sowie Anwohnende haben sich am Donnerstagabend über den aktuellen Stand informiert. Der Ort hätte passender kaum sein können: Die Veranstaltung fand auf der GiroLive-Nordtribüne statt – dem Teil des Stadions, der auch künftig erhalten bleibt.
Von hier aus wurde der Blick frei auf das, was sich verändern wird. Denn während die Nordtribüne bestehen bleibt, werden die drei anderen Tribünen im Zuge der Sanierung vollständig neu gebaut. Entsprechend aufmerksam verfolgten die Teilnehmenden die Präsentation der weiterentwickelten Entwürfe durch Nils Dethlefs von ppp architekten + generalplaner.

Die neuen Visualisierungen beeindruckten die Anwesenden; wie schon in den vorherigen, öffentlichen Präsentationen gab es eine positive Resonanz. Gleichzeitig wurde deutlich: Die Planungen werden mit jedem Schritt konkreter. Ziel bleibt es, eine tragfähige und genehmigungsfähige Lösung zu erarbeiten, die sowohl den Anforderungen an ein modernes Stadion als auch der besonderen Atmosphäre der Bremer Brücke gerecht wird.
„Die Bremer Brücke ist weit mehr als ein Stadion – sie ist ein Stück Identität für diese Stadt“, sagt Jan Jansen, Geschäftsführer der Stadiongesellschaft. „Deshalb ist es uns wichtig, die Entwicklung transparent zu machen und die Menschen frühzeitig einzubinden.“

„Wir dürfen uns bei den Planungen einbringen und freuen uns über den Fortschritt. Zugleich denken wir bei jedem Aspekt mit, welche Konsequenzen das während der Sanierung für unsere Fans an der Brücke hat und werden einiges davon in den nächsten Wochen schon beim Dauerkartenverkauf für die nächste Saison berücksichtigen müssen“, so Dr. Michael Welling, Geschäftsführer des VfL.
Im Fokus des Abends standen die Fortschritte in der Planung – und auch neue Erkenntnisse aus der weiteren Ausarbeitung. So wurden die Entwürfe im Zuge der Übertragung von 2D- in 3D-Modelle detailliert überprüft. Dabei zeigte sich, dass die Sichtachsen für einige Plätze weiter optimiert werden mussten, um überall eine gute Sicht auf das Spielfeld zu gewährleisten.
Aus dieser Analyse heraus entstand eine besondere Idee für die markanten 60-Grad-Ecken des Stadions: eine „Brücke an der Brücke“. Vorgesehen ist dort nun in zwei Ecken ein Oberrang mit Stehplätzen. Darunter entstehen – zentral auf der Tribüne gelegen – barrierefreie Plätze.
Nach derzeitigem Planungsstand wird die sanierte Bremer Brücke künftig über rund 17.300 Plätze verfügen – das Verhältnis zwischen Steh- und Sitzplätzen bleibt nahezu unverändert bei einer erhöhten Gesamtkapazität.

Dem allgemeinen Fanwunsch folgend soll es im Bereich direkt hinter dem Tor und auf dem sogenannten Affenfelsen keine Mundlöcher innerhalb der Tribüne geben. Die Planung sieht weiterhin den Erhalt der vier prägenden Flutlichtmasten vor.
Die stetige Information über die aktuellen Planungsstände soll auch in den kommenden Monaten fortgesetzt werden. Aufgrund der noch ausstehenden Rückmeldung aus dem Auswahlverfahren des Förderprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten (SKS)“ gibt es zur Zeit noch keine Informationen, wann das Vergabeverfahren für einen Generalunternehmer und im weiteren Verlauf die Bautätigkeiten starten können.

Insgesamt gibt es beim aktuellen Planungsstand noch nicht auf alle vorherrschenden Fragen passende Antworten. Dennoch versuchte VfL Geschäftsführer Michael Welling in seinem Vortrag auf viele Themen einzugehen, die offenkundig nicht nur die Anwesenden mit großem Interesse verfolgen.
Fotos: ppp architekten + generalplaner/raum+



