Sebastian Kerk kam im Sommer 2020 zum VfL Osnabrück und wurde in einer sportlich turbulenten Saison schnell zu einem der auffälligsten Spieler der Lila-Weißen. Mit seinem starken linken Fuß, seiner Kreativität und seinen gefährlichen Standards übernahm der Offensivspieler viel Verantwortung im VfL-Spiel.
Ausgebildet wurde Kerk beim SC Freiburg, wo er auch den Sprung in den Profibereich schaffte. Für die Breisgauer kam er in der Bundesliga zum Einsatz und sammelte zudem internationale Erfahrung in der Europa League. Anschließend folgten Stationen beim 1. FC Nürnberg und beim 1. FC Kaiserslautern, ehe er im August 2020 nach Osnabrück wechselte.
Beim VfL wurde Kerk auf Anhieb zu einem Schlüsselspieler. In der Saison 2020/21 absolvierte er 34 Ligaspiele, erzielte zehn Treffer und bereitete zehn weitere Tore vor. Besonders seine Standardsituationen und Abschlüsse aus der Distanz machten ihn zu einem der gefährlichsten Spieler im Osnabrücker Offensivspiel. Trotz seiner starken persönlichen Saison musste der VfL am Ende den Gang in die 3. Liga antreten.
Nach nur einer Spielzeit an der Bremer Brücke wechselte Kerk im Sommer 2021 zu Hannover 96. Bei den Niedersachsen blieb er in der 2. Bundesliga und war besonders in seiner ersten Saison ein wichtiger Faktor. In zwei Jahren absolvierte er 51 Pflichtspiele für Hannover, erzielte zwölf Tore und bereitete fünf weitere Treffer vor. In seiner zweiten Spielzeit verlor er jedoch zunehmend seinen Stammplatz, sodass im Sommer 2023 der nächste Schritt folgte.
Erstmals in seiner Karriere wechselte Kerk ins Ausland und schloss sich dem polnischen Erstligisten Widzew Łódź an. Dort unterschrieb er einen Vertrag bis 2025 mit Option auf ein weiteres Jahr. Seine Zeit in Łódź war von wechselhaften Phasen geprägt, unter anderem auch durch Verletzungsprobleme. Dennoch kam Kerk regelmäßig zum Einsatz und sammelte wichtige Erfahrungen in der Ekstraklasa. Besonders in seiner zweiten Saison konnte er dem Team helfen und erzielte dabei auch sein erstes Tor außerhalb Deutschlands.
Nach zwei Jahren bei Widzew zog es Kerk im Sommer 2025 weiter innerhalb Polens. Er wechselte zu Arka Gdynia, das zuvor den Aufstieg in die Ekstraklasa geschafft hatte. Beim Klub von der Ostseeküste unterschrieb der Offensivspieler einen Vertrag bis 2027 und blieb damit dem polnischen Fußball erhalten. „Für mich persönlich lief die Saison sehr gut. Ich war einer der besten Mittelfeldspieler der Liga, habe auch eine ordentliche Statistik mit elf Scorerpunkten gehabt und stand in nahezu jedem Spiel auf dem Rasen“, fasst der 32-Jährige seine Saison selbst zusammen. Mit sieben Assist avancierte er zum viertbesten Vorlagengeber der Liga. Trotz dieser persönlich sehr zufriedenstellenden Spielzeit konnte Kerk mit seiner Mannschaft am Ende nicht den Klassenerhalt feiern. „Schlussendlich haben wir es leider nicht geschafft, in der Liga zu bleiben, und sind abgestiegen. Dementsprechend bin ich aktuell ohne Vertrag und befinde mich in Gesprächen zu meiner Zukunft. Wahrscheinlich werden wir in Polen bleiben.“
Der Offensivakteur fühlt sich in seiner neuen Heimat also sichtlich wohl. Trotz der Entfernung hat er seinen Ex-Klun weiter im Blick. „Ich verfolge den VfL natürlich nach wie vor. Allerdings schaffe ich es nicht, jedes Spiel live zu sehen. Aber zumindest schaue ich mir immer alle Zusammenfassungen an, weil ich auch immer noch mit ein paar Jungs Kontakt habe. Umso mehr freut es mich, dass man so eine tolle Saison gespielt und diese am Ende mit dem Aufstieg gekrönt hat.“ So blickt Sebastian Kerk nicht für sich persönlich, sondern auch für den VfL zuversichtlich in die Zukunft. „Jetzt steht natürlich wieder eine schwierige Zweitligasaison vor der Brust. Aber ich bin mir sicher, dass man auch das endlich packen und langfristig in der zweiten Liga Fuß fassen wird.“
Text: Lasse Bestian
Fotos: Privat


