Am heutigen Dienstag ist der 38-köpfige Reisetross des VfL Osnabrück ins Trainingslager nach Österreich gereist. Unser Tagesrückblick.

Der erste Trainingslagertag begann für die Lila-Weißen früh. Sehr früh. Um 06:30 Uhr traf sich die Reisegruppe an der Illoshöhe, wo der Mannschaftsbus bereits wartete. Alle waren pünktlich, die Taschen verstaut, die Stimmung noch entsprechend ruhig. Viel gesprochen wurde auf den ersten Kilometern nicht. Die meisten nutzten die Fahrt zum Flughafen Münster/Osnabrück, um noch ein paar Minuten Schlaf nachzuholen.

Ohne Stau erreichte der Bus den Flughafen, nach dem Sicherheitscheck war der komplette Tross bereits gegen 07:30 Uhr am Gate. Kleine Besonderheit am Morgen: Am Flughafen lief zwischenzeitlich eine Feuerwehrübung, die allerdings keinen Einfluss auf den Ablauf der Reise hatte. Um 08:50 Uhr hob die voll besetzte Maschine LH2135 in Richtung München ab. Mit an Bord: der komplette Kader, darunter auch Probespieler Danny Schmidt und U19-Spieler Luca Kröger. Insgesamt machte sich ein 38-köpfiger Reisetross auf den Weg nach Osttirol. Direktor Sport Joe Enochs reiste gemeinsam mit Markus Dörenkämper, Mitglied der VfL-Geschäftsleitung, im Auto an. Es sollte noch ein Gast dazukommen..

Nach der Landung in München wartete der nächste Abschnitt der Reise. Dort übernahm Busfahrer Jürgen, ehe es weiter über die Autobahn Richtung Lienz ging. Rund um München war Geduld gefragt, der Verkehr sorgte für einige Verzögerungen. Kurz vor 15:00 Uhr erreichte der VfL schließlich bei 29 Grad das Teamhotel. Ankommen, einchecken, kurz durchschnaufen, etwas essen – viel Zeit blieb nicht, denn der erste Arbeitstag in Österreich war damit noch längst nicht beendet.

Vor der ersten Einheit machte Cheftrainer Timo Schultz deutlich, worauf der Schwerpunkt in den kommenden Tagen liegen soll. „Wir wollen den Fokus auf die Defensive legen, aber man trainiert natürlich immer beides“, erklärte Schultz. „Wir werden viel in Positionsprofilen arbeiten und wollen richtig arbeiten.“

Noch bevor es auf den Platz ging, gab es die nächste Personalie des Tages: Neuzugang Konrad Faber traf gut gelaunt gemeinsam mit Enochs und Dörenkämper per Auto ein. Faber war mit dem Zug nach München gereist und wurde dort eingesammelt.  Viel Eingewöhnungszeit bekam er nicht. Erst wurde er vom Medienteam für die ersten Fotos „verhaftet“, dann folgten Vertragsunterzeichnung, Check-in und kurze Orientierung. Keine 45 Minuten später saß Faber bereits mit der Mannschaft im Bus Richtung Dolomitenstadion. Der neue Lila-Weiße war sofort mittendrin.

Dort warteten Bedingungen, wie man sie sich für ein Trainingslager wünscht: zwei hervorragend präparierte Plätze, eine beeindruckende Bergkulisse und direkt daneben eine vorbereitete Athletikhalle, in der sich die Spieler aktivieren können. Spieler und Trainer schwärmten gleichermaßen von den Voraussetzungen. Gerade nach der langen Anreise war der Einstieg bewusst gewählt: erst den Körper wieder in Schwung bringen, dann mit Ball und Intensität auf den Platz.

Nach einer kurzen Aktivierung mit Athletiktrainer Tim Schütte ging es für die Mannschaft auf den Rasen. Faber war direkt Teil der Gruppe. Es folgte ein kurzes Rondo, ehe Schultz eine Spielform auf halbem Feld ansetzte. Drei Tore, drei Teams, besondere Regeln: Jeder muss sein Tor verteidigen, kann aber auf die beiden anderen Tore treffen. Schließt man sich mit einer anderen Gruppe zusammen? Versucht man es allein? Hier war Kommunikation gefragt.

Genau darum ging es Schultz in dieser Einheit. Die Übung gehört für ihn gerne an den Anfang einer Vorbereitung, weil sie schnell sichtbar macht, wie unterschiedliche Charaktere mit Aufgaben, Druck und kleinen Unklarheiten umgehen. Entsprechend lebhaft wurde es auf dem Platz. Es wurde korrigiert, gesprochen, diskutiert – unter anderem auch von Theo Janotta, der in einer Situation trocken einwarf: „Jetzt steht es ja wieder unentschieden, dann können wir wieder diskutieren.“

Nach rund einer Stunde war die erste Einheit in Lienz beendet. Kein langes Programm, aber ein sinnvoller Auftakt nach einem langen Reisetag: aktivieren, ankommen, erste Inhalte setzen. Anschließend standen Regeneration und ein spätes gemeinsames Essen auf dem Plan. Auch danach blieb der Tross noch eine Weile zusammen. Langes Sitzen auf den Plätzen, viele Gespräche, noch kein Singen der Neuzugänge – der Klassiker im Trainingslager dürfte also noch folgen.

Am Mittwoch geht es dann richtig in den Trainingsrhythmus. Geplant sind zwei Einheiten, voraussichtlich gegen 10:15 Uhr und 16:15 Uhr, jeweils wieder im Dolomitenstadion. Der erste Tag in Lienz hat gezeigt: Die Bedingungen stimmen, die Gruppe ist angekommen – und die Arbeit hat begonnen.


Text: Malik Scherz
Fotos: Jonas Jürgens