Rohin Shivani und Ibrahim Touray sind aktuell leihweise in der Regionalliga Nord im Einsatz. Dabei konnten beide Nachwuchsspieler bereits als Startelfkräfte überzeugen, mussten sich zwischenzeitlich aber auch mit der Ersatzbank begnügen. Auch Lion Semic ist derzeit leihweise beim niederländischen Zweitligisten Helmond Sport aktiv und setzte in wenigen Einsätzen Ausrufezeichen.
Mit 889 Minuten sammelte Rohin Shivani in der bisherigen Saison die meiste Einsatzzeit aller VfL-Leihspieler. Der 19-Jährige, der in der vergangenen Spielzeit in der DFB-Nachwuchsliga in 23 Partien drei Tore erzielte und auch in Testspielen der Profis auf sich aufmerksam machen konnte, unterschrieb im Sommer seinen ersten Profivertrag und wechselte anschließend auf Leihbasis zum VfB Lübeck. Der Traditionsklub spielt in der Regionalliga Nord, in der Shivani bislang auf 17 Einsätze sowie vier Vorlagen zurückblickt. Drei weitere Spiele absolvierte der offensive Mittelfeldspieler in Pokalwettbewerben.
So feierte er einen Kurzeinsatz im DFB-Pokal gegen den Zweitligisten SV Darmstadt 98, gegen den man sich 1:2 geschlagen geben musste. Gleichzeitig kann Shivani dazu beitragen, dass sich der VfB auch in der kommenden Saison für den DFB-Pokal qualifiziert: Im Landespokal Schleswig-Holstein steht Lübeck nach dem 3:1-Heimsieg gegen den SC Weiche Flensburg bereits im Halbfinale. Dort wartet der SV Todesfelde auf die Mannschaft von Trainer Guerino Capretti. Auch ein möglicher Finalgegner steht bereits fest – am Finaltag der Amateure könnte es zum Stadtderby mit dem 1. FC Phönix Lübeck kommen.
„Die Hinrunde beim VfB Lübeck war für mich sehr lehrreich und spannend. Herrenfußball ist doch noch einmal etwas ganz anderes als Jugendfußball, besonders die Atmosphäre bei den Heimspielen in der Lohmühle ist beeindruckend. Ich konnte regelmäßig Spielpraxis sammeln, mich gut ins Team einfinden und viele wertvolle Erfahrungen sammeln, sowohl auf als auch neben dem Platz. Es sind noch einige Schritte zu gehen, aber ich werde alles geben, um mich weiterzuentwickeln und hoffentlich bald auch an der Bremer Brücke für den VfL meine nächsten Schritte zu machen“, fasst Shivani selbst sein vergangenes halbes Jahr zusammen.
Auch Heiko Flottmann blickt positiv auf die Entwicklung des kreativen Spielmachers: „Rohin wurde in Lübeck gut aufgebaut und erhielt immer mehr Spielminuten. Mit seinen technischen Fähigkeiten bringt er gute Voraussetzungen mit, um sich in der Rückrunde weiter aufzudrängen.“
Ebenfalls auf ein erfolgreiches halbes Jahr in der Regionalliga Nord blickt Ibrahim Touray zurück. Der Innenverteidiger kam für den SSV Jeddeloh II in 15 Spielen zum Einsatz und stand dabei fünfmal über 90 Minuten auf dem Rasen. Dabei erzielte der 19-Jährige direkt in seinem ersten Spiel im Derby gegen den VfB Oldenburg nach wenigen Sekunden den Treffer zum 3:1-Endstand. Danach folgten zunächst weitere Kurzeinsätze – so auch im Landespokal, in dem er ausgerechnet auf den VfL Osnabrück traf. Eingewechselt für den verletzten Niklas von Aschwege verwandelte Touray im anschließenden Elfmeterschießen den Ball sicher zum zwischenzeitlichen 2:2 und durfte wenige Augenblicke später den 5:4-Sieg bejubeln. Im nun folgenden Halbfinale des Niedersachsenpokals trifft man im kommenden Jahr auf den TSV Havelse.
In der Regionalliga Nord ersetzte Touray nach der Landespokalpartie den verletzten Niklas von Aschwege und stand in den nächsten sechs Partien fünfmal in der Anfangsformation. Insgesamt war Touray nur zweimal nicht Teil des Spieltagskaders – beide Spiele verlor die Mannschaft von Coach Björn Lindemann. So sammelte der gebürtige Münsteraner insgesamt 597 Einsatzminuten. „Meine Hinrunde war insgesamt sehr gut. Die ersten Eindrücke im Herrenbereich waren positiv, und ich konnte von Anfang an meine ersten Spiele machen. Bis jetzt war es für mich eine sehr lehrreiche Hinserie“, zieht Touray ein erstes Fazit.
Aber nicht nur für Touray selbst verliefen die vergangenen sechs Monate positiv: Insgesamt überraschte der SSV und steht nach 20 Spielen mit 41 Punkten auf einem sehr guten vierten Tabellenplatz. Heiko Flottmann fasst das erste halbe Jahr des Defensivmannes wie folgt zusammen: „In der Überraschungsmannschaft SSV Jeddeloh II konnte Ibrahim auch dank der sehr unterschiedlichen Leistungen des Teams viele Spielminuten sammeln. Somit bin ich sehr gespannt auf die Rückrunde.“

Für Lion Semic liegt hingegen ein schwieriges halbes Jahr zurück. In zehn Einsätzen für den niederländischen Zweitligisten Helmond Sport kam der 22-Jährige lediglich auf 174 Spielminuten. Dabei erzielte der Rechtsverteidiger in seinem ersten Einsatz nach seiner Einwechslung in der 88. Minute das entscheidende Tor zum 2:1-Heimsieg gegen Almere City. Nach weiteren Kurzeinsätzen folgte Anfang Dezember im Heimspiel gegen MVV Maastricht sein erster Startelfeinsatz, bei dem ihm auch seine erste Torvorlage gelang. Dennoch musste Semic, der über die vollen 90 Minuten auf dem Platz stand, mit seinem Team eine 2:4-Niederlage hinnehmen.
Mit 24 Punkten steht Helmond Sport zum Jahresende in der aus 20 Mannschaften bestehenden zweiten niederländischen Liga auf dem 15. Tabellenplatz. Im Abstiegskampf befindet sich Semic damit jedoch nicht: Das Profiligensystem in den Niederlanden ist ein geschlossenes System, sodass keine Mannschaften aus der Keuken Kampion Divisie absteigen können. Für Semic geht es im kommenden Jahr somit vor allem um den Kampf um mehr Spielzeit. „Die Hinrunde lief für Lion weder in Osnabrück noch in den Niederlanden besonders gut. Er wird auch zukünftig um Spielzeit kämpfen müssen”, so Flottmann.
Text: Jendrik Greiwe
Fotos Shivani: Vivian Pfaff
Fotos Touray: Dennis Leskys
Foto Lion: Helmond Sport





