2. Spieltag

Auswärtsspiel
SV Sandhausen
0
:
1
VfL Osnabrück
78'
Alvarez
0:1
Fr. 02.08.2019 Anstoß: 18:30 Uhr | Schiedsrichter: Florian Badstübner
Zuschauer: unbekannt

match-center

Auswärtspremiere am Hardtwald

Am Freitagabend steht das erste Auswärtsspiel der neuen Saison auf dem Spielplan der Lila-Weißen. Ziel der Dienstreise ist das rund 420 Kilometer entfernte BWT-Stadion am Hardtwald. Um 18.30 Uhr geht es hier gegen den SV Sandhausen.

Lange Zeit sah es so aus, als ob der SV nach sieben Jahren im Fußball-Unterhaus den Rückweg in die 3. Liga antreten müsste. Doch Cheftrainer Uwe Koschinat, der im Oktober 2018 von Fortuna Köln an den Hardtwaldt gewechselt war, hatte sich für die Zielgerade einiges einfallen lassen. In den letzten zehn Spielen holten seine Jungs 21 Punkte, bezwangen dabei auch die direkte Konkurrenz aus Magdeburg, Ingolstadt oder Dresden und retteten sich am Ende über den Strich.

Ein Leitwolf, zwei Torjäger und viele Neuzugänge

Obwohl er erst im Winter nach Sandhausen kam, hatte Dennis Diekmeier sicher einen entscheidenden Anteil am Klassenerhalt. Der 29-jährige Abwehrstratege, der für Nürnberg und Hamburg bereits 203 Bundesliga-Einsätze absolvierte, gab dem Team Stabilität und neue Zuversicht. Außerdem bereitete er sechs Tore vor, besonders gern für Fabian Schleusener (10) und Andrew Wooten (17), die 27 der 45 Saisontreffer erzielten.

Auf beide Torgaranten muss Koschinat allerdings in Zukunft verzichten. Wooten zog es in die USA zu Philadelphia Union, Schleusener kehrte zum SC Freiburg zurück. Mit ihnen verließen weitere elf Spieler den Verein, denen bis dato 14 Neuzugänge gegenüberstehen.

Neben erfahrenen Akteuren wie Julius Biada (Kaiserslautern), Philipp Türpitz (Magdeburg), dem früheren VfL-Youngster Gerrit Nauber (Duisburg) oder Rückkehrer Aziz Bouhaddouz (Al-Batin/Saudi Arabien) verpflichtete der SV auch eine Nachwuchshoffnung für das offensive Mittelfeld: Enrique Peña Zauner gewann zuletzt mit der A-Jugend von Borussia Dortmund die Deutsche Meisterschaft.

Wie lief´s am letzten Wochenende?

Beim Saisonauftakt in Kiel (1:1) hinterließ der SV, der sowohl im 4-2-3-1-System mit Stoßstürmer Rurik Gislason als auch im 4-4-2 auftrat, insgesamt einen guten Eindruck. Für das frühe Führungstor sorgte Kevin Behrens, im Mittelfeld legte Ex-VfLer Erik Zenga 9,2 Kilometer zurück und Gerrit Nauber verdiente sich in der Innenverteidigung die beachtliche kicker-Note 2,5.

Emanuel Taffertshofer, der jüngere Bruder des VfL-Motors, saß auf der Bank, wurde von Koschinat aber nicht mehr eingewechselt.

Lila-Weiß gegen Schwarz-Weiß

Das Duell Sandhausen vs. Osnabrück gehört nicht gerade zu den Fußball-Klassikern. Beide Vereine trafen sich erst vier Mal in der 3. Liga. Die Lila-Weißen gewannen ihre Heimspiele mit 3:1 und 2:1. Am Hardwaldt verlor man im März 2010 nach 2:0-Führung noch 2:3. Im November 2011 verzichteten beide Teams, die seinerzeit von Gerd Dais und Uwe Fuchs trainiert wurden, dagegen komplett aufs Toreschießen.

Spieltag: 02.08.2019, 18.30 Uhr, BWT-Stadion am Hardtwald
Spieltags-Hashtag: #SVSOSN
Homepage Gegner: www.svs1916.de

SV Sandhausen
Spielaufstellung
1
Martin Fraisl
 TW
2
Aleksandr Zhirov
8
Mario Engels
9
Rurik Gislason
16
Kevin Behrens
17
Erik Zenga
18
Dennis Diekmeier
19
Leart Paqarada
22
Gerrit Nauber
28
Philipp Förster
29
Ivan Paurevic
 
Ersatzbank
13
Rick Wulle
 ETW
3
Alexander Rossipal
4
Jesper Verlaat
5
Marlon Frey
6
Denis Linsmayer
20
Emanuel Taffertshofer
21
Enrique Pena Zauner
24
Philipp Klingmann
27
Robin Scheu
VfL Osnabrück
Spielaufstellung
1
Nils Körber
 TW
4
Lukas Gugganig
6
Moritz Heyer
8
Ulrich Taffertshofer
10
Anas Ouahim
17
Adam Susac
20
Marc Heider
23
David Blacha
27
Felix Agu
30
Benjamin Girth
31
Niklas Uwe Schmidt
 
Ersatzbank
22
Philipp Kühn
 ETW
2
Manuel Farrona Pulido
9
Marcos Alvarez
11
Nico Granatowski
14
Etienne Amenyido
16
Thomas Konrad
25
Sven Köhler
26
Sebastian Klaas
28
Kevin Friesenbichler

Bildergalerie: Sandhausen – VfL

Der Alvarez-Moment

Nicht immer schön, aber effektiv: Der VfL Osnabrück entführt durch einen Freistoßtreffer von Marcos Alvarez die drei Punkte beim SV Sandhausen.

Die Situation

Der SV Sandhausen holte am 1. Spieltag einen Punkt bei Holstein Kiel. Die Partie endete 1:1, aufgrund der Vielzahl der Tormöglichkeiten wäre auch ein Remis mit mehr Treffern möglich gewesen.

Der VfL Osnabrück musste in Sandhausen auf Kevin Wolze verzichten, der im Auftaktspiel gegen den 1. FC Heidenheim (1:3) die Gelb-Rote Karte sah. Ihn vertrat Felix Agu auf der Linksverteidigerposition, Moritz Heyer rückte auf die rechte Abwehrseite der Viererkette. Außerdem setzte VfL-Trainer Daniel Thioune auf Marc Heider von Beginn an, der Kapitän kam für Etienne Amenyido in die Startelf.

Das Spiel

Nach 3 Minuten hätte der VfL in Führung gehen müssen. Eine Flanke von Anas Ouahim erreichte Benjamin Girth im Zentrum, doch sein Kopfball strich am Tor vorbei. Diese Gelegenheit war wie ein „Hallo-Wach-Effekt“ für die Hausherren, die fortan spielbestimmend agierten. Es fehlte jedoch die letzte Konsequenz und das nötige Quäntchen Glück im Abschluss.

Die Lila-Weißen verloren halbzeitübergreifend mehr und mehr die Kontrolle über das Spiel, ein Tor für den SV Sandhausen lag in der Luft. Doch 12 Minuten vor dem Ende kam der Moment von Marcos Alvarez. Der wenige Augenblicke zuvor eingewechselte Angreifer wurde 23 Meter vor dem gegnerischen Strafraum gefoult. Er selbst legte sich den Ball zurecht und nagelte das Leder an die Latte. Verwirrung im Hardtwald-Stadion, doch dann zeigte Schiedsrichter Florian Badstübner in Richtung Mittelkreis und entschied auf Tor. Vom Videoassistenten in Köln kam kein gegenteiliger Hinweis.

Nur Sekunden später stand Alvarez erneut im Fokus, als er versuchte den gegnerischen Schlussmann mit einem Schuss aus der eigenen Hälfte zu überraschen. Keeper Fraisl strauchelte zwar, doch der Ball landete auf dem Tornetz.

In der Schlussphase drückte Sandhausen und hatte durch Förster die große Chance auf den Ausgleich, doch sein Schuss landete am Pfosten. Der Sieg für die Osnabrücker war nach fünfminütiger Nachspielzeit perfekt – zum Jubel der 500 mitgereisten Osnabrücker.

Stimmen zum Spiel:

Uwe Koschinat: „Unser Beginn hat mir nicht gefallen, ich habe die notwendige Körpersprache bei meiner Mannschaft nicht gesehen. Wir hatten zwar eine gute Spielanlage, aber nicht die Konsequenz. Wir haben das Spiel von hinten konzentriert nach vorne getragen, sowohl über die Flügel als auch durch die Mitte. Uns fehlte aber die absolute „Geilheit“, den Ball über die Linie zu bringen. In der zweiten Halbzeit haben wir mehr Tempo aufs Spiel gebracht und wollten mit Schwung über die Außen agieren. Das ist uns leider nicht geglückt. Dann kam es zum Freistoß. Und in Osnabrück lauern ein paar hervorragende Freistoßschützen – Alvarez ist einer davon. Wir hatten zum Schluss noch mit dem Pfostenschuss die große Chance, aber insgesamt fehlte es am Ende an strategisch vorgetragenen Angriffen. Sehr bitter, weil Leistung, Laufvermögen und Möglichkeiten gut waren für einen Dreier.“

Daniel Thioune: „Wir hätten früh in Führung gehen müssen und haben auch danach zu viele aussichtsreiche Gelegenheiten liegenlassen. Phasenweise sind wir in der ersten Halbzeit nur von A nach B gelaufen und hatten kaum Zugriff auf das Spiel und den Gegner. Sandhausen hatte nach leichten Ballverlusten die Möglichkeit, in Führung zu gehen. In der zweiten Halbzeit wollten wir über Umschaltmomente gefährlich werden und dann kam der Moment von Marcos Alvarez. Wir sind heute vielleicht nicht der ganz verdiente, sondern glückliche Sieger – entschuldigen brauchen wir uns dafür aber nicht. Wir haben uns heute das wiedergeholt, was wir letzte Woche nach einem guten Spiel haben liegengelassen.“

Das nächste Spiel:

Die 3. Liga pausiert für eine Woche, der DFB-Pokal startet. Am 11. August empfangen die Lila-Weißen den Vorjahresfinalisten RB Leipzig. In der Meisterschaft geht es weiter am 19. August, wenn am Montagabend um 20.30 Uhr der SV Darmstadt 98 zu Gast ist an der Bremer Brücke.

Statistik:

Aufstellung Sandhausen: Fraisl, Zhirov, Engels (71. Pena Zauner), Gislason, Behrens (71. Scheu), Zenga, Diekmeier, Paqarada, Nauber, Förster, Paurevic (83. Frey)

Aufstellung VfL: Körber – Heyer, Gugganig, Susac, Agu – Taffertshofer – Heider, Schmidt (74. Alvarez), Blacha, Ouahim (94.Köhler) – Girth (55. Friesenbichler)

Schiedsrichter: Florian Badstübner

Zuschauer: 5.025 (davon 500 aus Osnabrück)