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VS.
Fr. 04.07.2025 Anstoß: Uhr
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Das große Ziel fest im Blick: VfL zu Gast in Wiesbaden

Am Sonntag tritt der VfL Osnabrück beim SV Wehen Wiesbaden in der BRITA-Arena an (Anpfiff: 16:30 Uhr). Gegen den SVWW können die Lila-Weißen den Aufstieg in die 2. Bundesliga perfekt machen. Dementsprechend blicken alle Beteiligten mit Vorfreude aber auch großem Fokus auf die Partie. Der Vorbericht.

Der Gegner
Mit dem Duell zwischen dem Sportverein Wehen Wiesbaden und dem VfL Osnabrück kommt es am Sonntag zum Rekordduell der 3. Liga. Zum 26. Mal treffen die beiden Mannschaft in der 3. Liga aufeinander, kein anderes Spiel gab es seit Gründung im Jahr 2008 öfter. Gleichzeitig ist es auch das Spitzenspiel des Ersten (Wiesbaden) gegen den Zweiten (Osnabrück) der Ewigen Tabelle. In dieser Spielzeit steht die Mannschaft aus der Landeshauptstadt Hessens aktuell jedoch im Tabellenmittelfeld auf Platz neun. Seit dem 10. November 2025 steht dabei Daniel Scherning als Chefcoach an der Seitenlinie und führte den SVWW zwischenzeitlich drei Punkte hinter den ersten direkten Aufstiegsplatz auf Rang sechs. Im April folgte jedoch der endgültige Leistungseinbruch. Die Hessen sind seit sieben Partien sieglos. So lange musste der SVWW in der 3. Liga zuletzt in der Saison 2016/17 auf einen Dreier warten. In den fünf Spielen im April holte Wiesbaden nur zwei Punkte und kassierte 14 Gegentore. Damit steht man in der April-Tabelle der 3. Liga auf dem letzten Platz.

Trotz des 2:2-Unentschieden gegen den FC Erzgebirge Aue am vergangenen Wochenende gab es bei den Wiesbadenern einen kleinen Grund zur Freude. So feierte Torwart Florian Stritzel nach 175 Tagen sein Comeback. Der 32-Jährige fiel zuvor aufgrund einer Muskelverletzung aus und stand somit erstmal unter Trainer Daniel Scherning zwischen den Pfosten. Die Verletzung des Stammtorhüters war auch der Grund für den einzigen Wintertransfer der Hessen. So sicherte man sich die Dienste von dem zuletzt vereinslosen Torwart Kevin Broll. Der 30-Jährige war zuletzt in Zypern aktiv und stand in Deutschland bereits für Dynamo Dresden, Sonnenhof Großaspach und in der Jugend für Waldhof Mannheim im Kasten. Für Wehen Wiesbaden absolvierte Broll bislang zwei Partien im hessischen Landespokal und steht mit seinem neuen Arbeitgeber im Finale des Wettbewerbs. Dort trifft man am 23. Mai auf die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz.

In der Liga stand somit Nachwuchskeeper Noah Brdar zuletzt auf dem Platz. In 22 Partie blieb der 20-Jährige fünfmal ohne Gegentor und bestätigte damit die Abwehrstärke des Teams. Mit nur 47 Gegentoren stellt man die drittbeste Defensive der Liga. Vor allem aus der Distanz lassen die Wiesbadener kaum etwas zu. Erst drei Gegentore kassierte man aus Schüssen außerhalb des Strafraums. In dieser Kategorie kann nur der VfL eine noch bessere Bilanz aufweisen (zwei Gegentore). In der Offensive sind Moritz Flotho und Fatih Kaya die herausragenden Akteure. Während Flotho 12 Tore und sechs Vorlagen aufweist, erzielte Kaya zehn Treffer und legte vier Tore vor.

Die Ausgangslage
Wie bereits erwähnt befindet sich Wehen Wiesbaden in einer Formkrise. Der letzte Sieg erfolgte am 7. März im Heimspiel gegen die Zweitvertretung des VfB Stuttgart (2:1). Zuletzt trennte man sich zweimal unentschieden. Nachdem man in der heimischen BRITA-Arena gegen Waldhof Mannheim eine 3:0-Halbzeitführung verspielte (Endstand: 3:3), musste man auch gegen den FC Erzgebirge Aue in der 85. Minute den Ausgleich zum 2:2 hinnehmen. Zuvor kassierte Niklas May in der 69. Minute die gelb-rote Karte. Es war der zweite Platzverweis für die Hessen in dieser Saison. Jedoch kassierte Wiesbaden bereits 93 gelbe Karten (viertmeisten der Liga) und beging die meisten Fouls in dieser Saison (474). Dabei stehen sich mit Moritz Flotho und Fridolin Wagner am Sonntag zwei Akteure gegenüber, die besonders körperbetont spielen und beide jeweils 53 Fouls an ihre Gegenspieler begingen. Nur Erik Engelhardt (68 Fouls) und Lucas Wolf (55 Fouls) waren in dieser Spielzeit noch härter unterwegs.

Die Lila-Weißen feierten am vergangenen Wochenende dank des Last-Minute-Treffers von Bernd Riesselmann den 137. Heimsieg in der 3. Liga. Damit zog man in der Statistik mit dem bisherigen Rekordhalter Wehen Wiesbaden gleich. Der Treffer von Bernd Riesselmann markierte zudem das bereits neunte Kontertor des VfL diese Saison. Kein anderes Drittligateam konnte nach Umschaltsituation öfters treffen. Dank des Sieges gegen den SC Verl brauchen die Osnabrücker nur noch einen Punkt für den sicheren Aufstieg. Falls entweder Rot-Weiss Essen am Samstag gegen den VfB Stuttgart II (Anpfiff: 16:30 Uhr) oder der FC Energie Cottbus am Sonntag gegen den MSV Duisburg verliert (Anpfiff: 13:30 Uhr), stünde der achte Zweitliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte schon vor Anpfiff in Wiesbaden fest.

Dennoch richtet sich der Blick der Lila-Weißen zielgerichtet auf die eigene Partie gegen den SVWW, wie Cheftrainer Timo Schultz im Spieltagsinterview am Mittwochmittag klarstellte: „Wir können mit einem Dreier auch die Meisterschaft klar machen und das ist auch ein Ziel, ganz klar. Wir haben drei Spiele zu gehen und können noch neun Punkte holen. Alles andere zählt für mich jetzt nicht und können wir auch nicht beeinflussen.“ Schließlich kann man mit gutem Gewissen auf die eigene Formstärke vertrauen. Zuletzt feierte man drei Siege in Folge und hat zehn der letzten elf Spiele gewonnen. Mit 73 Punkte nach 35 Spieltagen steht man souverän an der Tabellenspitze. So gut war in der 3. Liga zuletzt der VfL selbst in der Meister-Saison 2018/19. Damals kam Osnabrück am Ende auf 76 Punkte, diesen Vereinsrekord kann man nun egalisieren.

Allerdings sollten die Osnabrücker den kommenden Gegner auch nicht auf die leichte Schulter nehmen. Denn Tabellenführer sind in der BRITA-Arena in dieser Saison ein gerngesehener Gast. So bezwang man sowohl Energie Cottbus als auch den SC Verl, als diese als Spitzenreiter nach Hessen reisten. Insgesamt feierte man in den letzten sechs Heimspeilen gegen Tabellenführer fünf Siege. Generell sind die Wiesbadener der Angstgegner des VfL. In den 25 Duellen in der 3. Liga feierte Wiesbaden doppelt so viele Siege (14) wie der VfL (7). Wiesbaden gewann gegen kein anderes Team so oft in der 3. Liga, Osnabrück verlor in der 3. Liga gegen keine andere Mannschaft öfter (achtmal).

Und auch Trainer Daniel Scherning tritt gerne gegen seinen alten Arbeitgeber an. In drei Spielen feierte er drei Siege (Hinspiel + 2 mit Braunschweig in der 2. Bundesliga). Für den VfL geht es am Sonntag also nicht nur um den möglichen Aufstieg und die Meisterschaft, sondern auch darum bestehende Negativserien zu brechen.

Das Personal
Beim Gastgeber fallen am Sonntag vier Spieler aus. So sind Gino Fechner (Muskelfaserriss), Orestis Kiomourtzoglou (muskuläre Probleme) und Ryan Johansson (Adduktorenbeschwerden) allesamt verletzt. Zudem fällt Niklas May aufgrund seiner Gelb-Rotsperre aus.

Beim VfL muss Cheftrainer Timo Schultz weiterhin auf Robin Fabinski (Sprunggelenksverletzung) verzichten. Ansonsten sind alle Spieler einsatzbereit.

Stimmen zum Spiel
VfL-Cheftrainer Timo Schultz wies im Spieltagsinterview unter anderem auch auf die Standradstärke der Wiesbadener hin: „Es ist glaube ich eine Truppe, die sich gerade nach dem Trainerwechsel zu Daniel Scherning extrem stabilisiert und viele Spiele hintereinander gewonnen hat. Dementsprechend so eine kleine Aufholjagd starten konnte. […] Sie befinden sich jetzt so ein bisschen im Niemandsland der Tabelle. Und trotzdem ist es eine sehr, sehr gute Mannschaft. Ein top zusammengestellter Kader und gerade in der Offensive und bei Standards brandgefährlich. Da müssen wir da sein.“

Außerdem freut sich der 48-Jährige auf die Atmosphäre in der BRITA-Arena. So werden über 5.000 Osnabrücker erwartet. „Jeder der das Wellblechstadion da kennt in Wehen Wiesbaden, der weiß dass da normalerweise nicht so viel los ist. Ich denke, wenn wir gefühlt dreiviertel des Stadions in lila-weiß haben, dann wird das schon eine coole Atmosphäre. Ich gehe davon aus, dass die Jungs so oder so das Spiel genießen können. Deswegen spielen wir Fußball.“

TV und Liveticker
Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 16:15 Uhr live. Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio.  Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.


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Robert Tesche setzt dem lila-weißen Wochenende die Krone auf

Mit einem furiosen 3:2-Auswärtssieg feierte der VfL Osnabrück im Auswärtsspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden den perfekten Abschluss eines lila-weißen Wochenendes, an dem man zuvor sowohl den Aufstieg als auch die Meisterschaft einfahren konnte. Der Spielbericht.

Aufstiegstrainer Timo Schultz veränderte seine Startelf im Vergleich zum Heimsieg gegen den SC Verl auf drei Positionen. Theo Janotta, Bryan Henning und Tony Lesueur waren neu im Aufgebot. Dafür nahmen Yigit Karademir, Lars Kehl und Fridolin Wagner zunächst auf der Bank Platz. Wiesbaden-Coach Daniel Scherning nahm zwei Veränderungen in seiner Anfangsformation vor. Lukas Schleimer und Fabian Greilinger standen neu von Beginn an auf dem Platz.

Bereits vor der Partie brach der erste Jubel in der BRITA-Arena aus. So wurden die Osnabrücker Jungs beim Rausgehen zum Warmmachen nicht nur aufgrund des feststehenden Aufstiegs gefeiert. Wenige Minuten zuvor war dem VfL dank der Niederlage von Energie Cottbus gegen den MSV Duisburg auch die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. Der Support der über 5.000 mitgereisten Osnabrücker Fans war in den folgenden 90 Minuten, wie über die gesamte Saison hinweg, zweitligareif. Und auch die Mannschaft zeigte sich von Beginn an engagiert. David Kopacz ging bereits nach fünf Minuten alleine auf das Tor von Florian Stritzel zu. Den Schuss des Flügelstürmers konnte der Schlussmann des SVWW jedoch zum Eckball parieren (5‘). Zwei Minuten später traf Niklas Wiemann nach einem Eckball per Kopf den Querbalken (7‘).

Die Gastgeber kamen wenig später in Person von Donny Bogicevic erstmals in Torgefahr. Der wuchtige Abschluss vom Strafraumrand flog allerdings knapp am Gehäuse vorbei (13‘). In der nächsten Offensivaktion der Wiesbadener setzte sich Fabian Greilinger im linken Halbraum durch und zog aus gut 15 Metern ab. Gegen den rechten Pfosten prallte die Kugel anschließend wieder in den Sechzehner, wo die Lila-Weißen die Situation entschärfen konnten (14‘). Erfolgreich war der SVWW jedoch nach einer guten halben Stunde, als Tarik Gözüsirin aus der Distanz abzog. Lukas Jonsson war zwar noch mit der Hand am Ball, konnte diesen aber nicht mehr am Einschlag hindern (32‘). In der darauffolgenden Schlussphase der ersten 45 Minuten beruhigte sich die Partie ein wenig, sodass es kaum noch zu Abschlussgelegenheiten kam.

Mit dem Wiederanpfiff brachte Timo Schultz mit Ismail Badjie einmal mehr den spielentscheidenden Akteur in die Partie. In der 59. Minute stand das VfL-Eigengewächs goldrichtig, als Robin Meißner von links die Hereingabe in den Sechzehner brachte. Mit dem Kopf sorgte Badjie für den 1:1-Ausgleich (59‘). Der 20-Jährige war wenig später auch am Osnabrücker Führungstreffer maßgeblich beteiligt. So schnappte er sich den Ball, umkurvte den herausströmenden Keeper Stritzel und legte quer auf den freistehenden Robin Meißner. Dieser schoss zwar entgegen der Laufrichtung von Stritzel, der Schlussmann konnte jedoch per Fußabwehr den Gegentreffer zunächst verhindern. Chancenlos blieb der 32-Jährige im darauffolgenden Flankenversuch von Bjarke Jacobsen, den Verteidiger Jordy Gillekens unhaltbar ins rechte obere Eck abfälschte (68‘).

Nun übernahmen die Lila-Weißen das Spielgeschehen. Robin Meißner kam erneut frei zum Abschluss, setzte das Spielgerät jedoch knapp neben den Kasten der Wiesbadener (71‘). Treffsicher zeigte sich dagegen Nikolas Agrafiotis, der sich in der 86. Minute im Sechzehner gegen Niklas Wiemann durchsetzte und den Ball in die Maschen drosch (86‘).

Doch das war nicht der Schlusspunkt der Partie, die am Ende sinnbildlich für die komplette Saison des VfL Osnabrück steht. Denn in der zweiten Minute der Nachspielzeit hatte Robert Tesche das letzte Wort des Tages. Nach der Hereingabe von Bernd Riesselmann hielt der Routinier im Fünfmeterraum seinen Fuß hin und sorgte damit für völlige Ekstase unter den Lila-Weißen (90+2‘). Robert Tesche sorgte mit seinem Treffer zum 3:2 gleich in doppelter Hinsicht für Rekordeinträge in den Geschichtsbüchern. Mit 38 Jahren, 11 Monaten und 6 Tagen krönte er sich zum ältesten Torschützen in der Historie des VfL Osnabrück. Zudem sicherte man sich mit dem Sieg die Auswärtspunkte 37, 38 und 39, was einen neuen Drittligarekord darstellt.

Dies war mit dem Abpfiff für alle nur noch Nebensache. So strömten sowohl Staff als auch Fans auf den Rasen und feierten die Aufstiegshelden mit Sprechchören. Für die Mannschaft ging die Party daraufhin in den Katakomben weiter. Und sicherlich wird auch die Busfahrt zurück in die Hasestadt genauso ausgelassen wie die Hinfahrt, auf der man schließlich bereits den Aufstieg feiern durfte.

 

Tore:
1:0 (Gözüsirin 32‘), 1:1 (Badjie 59‘), 1:2 (ET Gillekens 68‘), 2:2 (Agrafiotis 86‘), 2:3 (Tesche 90+2‘)

Aufstellungen:
SV Wehen Wiesbaden:
Stritzel – Neubert (Agrafiotos 81‘), Gillekens, Janitzek – Mockenhaupt (Nink 76‘), Bogicevic, Gözüsirin, Greilinger, Kaya (Kalem 76‘), Schleimer (Stehle 76‘) – Flotho

VfL Osnabrück:
Jonsson – Janotta, Müller, Wiemann – Kammerbauer, Henning (Tesche 76‘), Jacobsen (Wagner 85‘), Christensen (Badjie 46‘), Kopacz (Riesselmann 76‘), Lesueur (Pröger 65‘) – Meißner