Pokal

Auswärtsspiel
SV Todesfelde
0
:
1
VfL Osnabrück
77'
Klaas
0:1
Sa. 12.09.2020 Anstoß: 15:30 Uhr | Schiedsrichter: Patrick Ittrich
Zuschauer: 500 Zuschauer

match-center

Pokalspiel in Todesfelde

Nach knapp drei Monaten Sommerpause stehen die Zeichen wieder auf Wettkampf. Am kommenden Samstag bestreitet der VfL mit neuem Trainer und neu besetztem Team sein erstes Pflichtspiel in der Saison 2020/21. Gegner in der 1. Runde des DFB-Pokals ist der schleswig-holsteinische Cupgewinner SV Todesfelde (Anpfiff: JODA-Sportpark, 15.30 Uhr).

Mit dem Gewinn des LOTTO-Hallenmasters 2020 in der Sparkassenarena in Kiel feierten die Kicker aus dem Kreis Segeberg erst Anfang des Jahres einen der größten Erfolge ihrer Vereinsgeschichte. Doch im August legten die Schützlinge von Trainer Sven Tramm noch einen drauf: Nach dem 3:2-Erfolg gegen Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck qualifizierte sich der SV Todesfelde zum ersten Mal in seiner immerhin 92-jährigen Historie für den DFB-Pokal.

Sportlich wäre auch der Aufstieg in die Regionalliga möglich gewesen, denn als die Saison 19/20 coronabedingt abgebrochen wurde, lag der SV auf Platz 1 der Oberliga Schleswig-Holstein. Trotzdem verzichtete man frühzeitig auf eine Meldung für die Regionalliga. „Unser Verein ist ohne Frage gut aufgestellt, aber die Anforderungen an den Spielbetrieb in der Regionalliga sind sehr hoch, so dass wir die nötige bauliche und administrative Infrastruktur nicht aus dem Stand realisieren können“, erklärte der Vereinsvorsitzende Holger Böhm.

Torhungrige Todesfelder

An Stelle der Blau-Gelben spielt nun Phönix Lübeck in der Regionalliga. Allerdings ohne Goalgetter Marco Pajonk, der im Sommer nach Todesfelde wechselte. Der Mittelstürmer brauchte in der vergangenen Saison nur 20 Spiele für 22 Tore und 8 Vorlagen.
Verstärkung für die Offensive kommt auch vom VfB Lübeck. Der 21-jährige Til Weidemann spielte lange für die zweite Mannschaft des Drittligisten, traf aber bereits im Finale des Landespokals für seinen neuen Arbeitgeber.
Darüber hinaus hat der SV auch noch Morten Liebert in seinen Reihen. Der Stürmer erzielte in den vergangenen zwei Jahren stolze 39 Tore in 39 Spielen.

Wenn die Stimmung rund um Todesfelde in den letzten Tagen überhaupt noch gehoben werden konnte, dann durch die Nachricht, dass die Partie im eigenen Stadion ausgetragen werden darf. Nun fiebern alle dem Besuch der Lila-Weißen entgegen!
„Wir freuen uns außerordentlich, dass uns der DFB, die Sportcast und alle weiteren Beteiligten das Vertrauen schenken, dass wir in Todesfelde es schaffen, ein solches Spiel auszurichten. Besonders freut es mich für die Mannschaft, die nun das größte Spiel der Vereinsgeschichte in ihrem Wohnzimmer, im JODA-Sportpark, bestreitet“, gab Teammanager und Organisationschef Timo Gothmann zu Protokoll.

SV Todesfelde
Spielaufstellung
1
Fabian Landvoigt
 TW
3
Peter Lennard Koth
5
Kai-Fabian Schulz
7
Til Martin Weidemann
10
Henrik Sirmais
11
Morten Liebert
13
Christian Rave
15
Luca Wisnu Putranto Sixtus
16
Niklas Stehnck
21
Emanuel-Fernando Bento
33
Cedric Tim Szymczak
 
Ersatzbank
24
Finn-Niklas Kornath
 ETW
6
Luca Reimers
8
Rafael Krause
9
Dennis Studt
12
Seyit Ibrahim Cicek
17
Marco Pajonk
18
Christian Jaacks
22
Sören Gelbrecht
25
Yannick Günther Chaumont
VfL Osnabrück
Spielaufstellung
22
Philipp Kühn
 TW
6
Moritz Heyer
7
Bashkim Ajdini
13
Ken Reichel
20
Marc Heider
23
David Blacha
26
Sebastian Klaas
27
Luc Ihorst
29
Bryan Henning
33
Timo Beermann
37
Sebastian Kerk
 
Ersatzbank
1
Moritz Nicolas
 ETW
5
Konstantin Engel
9
Christian Santos
10
Niklas Uwe Schmidt
14
Etienne Amenyido
17
Adam Susac
18
Maurice Trapp
25
Sven Köhler
30
Maurice Multhaup

ZWEITRUNDENTICKET NACH POKALSCHLACHT GELÖST

Am Samstagnachmittag gastierte der VfL Osnabrück in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokal 20/21 in Schleswig-Holstein bei Oberligist SV Todesfelde. Nach 90 kampfbetonten Pokalminuten belohnt Sebastian Klaas die unermüdlichen Anstrengungen der Lila-Weißen mit seinem Tor des Tages und dem folgerichtigen Einzug in die zweite Pokalrunde.

Im JODA-Sportpark bot sich den Zuschauern (!!) zunächst ein altgewohntes aber nach über einem halben Jahr sehr vermisstes Bild: Fahnen, Anfeuerungen von den Rängen, große Banner – inmitten der Corona-Pandemie ein willkommenes Stück (Fußball-)Normalität!

Der VfL trat von Beginn an wie der erwartete Favorit auf, hatte deutlich mehr Spielanteile und erkämpfte sich Chance um Chance: Nach rund 3 Minuten prüfte Heider Todesfeldes Schlussmann Landvoigt zum ersten Mal. Sein Kopfball gegen die Laufrichtung des Keepers strich allerdings knapp rechts am Pfosten vorbei. Aber auch die Hausherren ließen kurz darauf durch einen guten Konter mit anschließender Ecke erahnen, dass sie sich durchaus etwas vorgenommen hatten für ihr „Jahrhundert-Spiel“.

Mit zunehmender Dauer der ersten Hälfte wurden die Zweikämpfe im Mittelfeld härter, die Foulsituationen, zumeist an VfL-Spielern, wurden mehr.

Der VfL kam in der ersten Halbzeit durch Möglichkeiten von Kerk (11.), Ihorst (13.), ein ums andere Mal Heider oder dem spielfreudigen Klaas zu einigen Abschlussgelegenheiten. Trotzdem: Ein Tor wollte nicht fallen, weil die Osnabrücker Abschlüsse entweder nicht präzise genug waren oder Landvoigt im Gästetor immer wieder richtig stand oder Zentimeter vor den Osnabrücker Angreifern die Kugel aufnehmen konnte. Es entwickelte sich der erwartete, intensive Pokalfight, jede Aktion der Hausherren wurde von den rund 500 Zuschauern frenetisch beklatscht.

Torlos geht es in die Pause.

Die erste gute Chance in der zweiten Hälfte entstand durch eine Ecke von Niklas Schmidt, der zur Pause für Bryan Henning ins Spiel gekommen war. Der wuchtige Kopfball aus der Bewegung von Sebastian Kerk streicht allerdings knapp übers Gehäuse der Todesfelder. Eine starke Chance hatte auch Etienne Amenyido nach Ecke von Kerk per Kopf, Landvoigt im Tor pariert in letzter Sekunde.

VfL-Trainer Marco Grote hatte Amenyido zuvor im Verbund mit Chris Santos eingewechselt, Heider und Ihorst hatten den Platz zuvor verlassen.

Der VfL hatte weiterhin die deutlich höheren Spielanteile gegen weiter tiefstehende und eng gestaffelte Gäste und brauchte Geduld.

Dass diese sich auszahlte dauerte allerdings bis zur 77. Minute: Chris Santos leitet die Kugel mit einer feinen Bewegung auf den anstürmenden Klaas weiter, der in der Box vor Landvoigt die Nerven behält und trocken einnetzt.
In den Schlussminuten bewies der VfL Nervenstärke in Form von Philipp Kühn, der sich bei einer guten, durch eine Unachtsamkeit der lila-weißen Hintermannschaft verursachten, Chance für Todesfelde auszeichnen konnte.

Am Ende geht der VfL Osnabrück als glücklicher und verdienter Sieger vom Platz, hätte das Spiel aber gern eher und deutlicher für sich entschieden.

Eine Woche Vorbereitung steht nun noch an, dann startet am kommenden Wochenende die Zweitligasaison mit einem Auswärtsspiel bei der SpVgg Greuther Fürth.