7. Spieltag

Auswärtsspiel
SSV Jahn Regensburg
12'
Albers
1:0
75'
Opoku
2:4
2
:
4
VfL Osnabrück
22'
Kerk
1:1
41'
Kerk
1:2
65'
Amenyido
1:3
72'
Kerk
1:4
So. 08.11.2020 Anstoß: 13:30 Uhr | Schiedsrichter: Timo Gerach

match-center

Gastspiel beim Jahn

Letzter Auftritt vor der nächsten Länderspielpause: Am kommenden Sonntag gastiert der VfL Osnabrück beim Tabellensiebten SSV Jahn Regensburg. Los geht´s um 13.00 Uhr.

Beide Mannschaften feierten einen gelungenen Start in die Spielzeit 2020/21. Die Lila-Weißen blieben in allen sechs Spielen ungeschlagen, die Oberpfälzer mussten nur am vergangenen Samstag in Paderborn eine Niederlage einstecken (1:3). Im eigenen Stadion gewannen die Schützlinge von Mersad Selimbegovic nach einem Remis gegen Nürnberg (1:1) sowohl gegen Karlsruhe (1:0) als auch gegen Braunschweig (3:0).

Auf der Suche nach neuen Leistungsträgern

An die Aufgabe, möglichst gleichwertigen Ersatz für wichtige Stammkräfte zu verpflichten, hat man sich beim Jahn inzwischen gewöhnt. In diesem Sommer musste durch den Weggang von Marco Grüttner (Freiberg), Andreas Geipl (Heidenheim) und Marcel Correia (Paderborn) der Verlust von drei absoluten Leistungsträgern kompensiert werden, die allein in der Vorsaison 88 Einsätze bestritten hatten.
Die Regensburger wurden einmal mehr im Nachwuchsbereich und in unterklassigen Ligen fündig und bewiesen dabei erneut ein gutes Händchen.

Von den acht externen Neuzugängen kamen sieben bereits zum Einsatz – vier von ihnen in allen bisherigen Partien. Ein Einstand nach Maß gelang vor allem Albion Vrenezi. Der 27-jährige Linksaußen trug in der Vorsaison entscheidend zum Aufstieg der Würzburger Kickers bei (32 Einsätze, 5 Tore, 2 Assists) und gehört mit einer kicker-Durchschnittsnote von 2,58 aktuell zu den TOP 6 der 2. Bundesliga.
Auf Platz 7 folgt übrigens Mannschaftskamerad Alexander Meyer (kicker-Note: 2,60). Der 29-jährige Keeper spielte dreimal zu Null und kassierte erst sechs Gegentore – weniger Treffer mussten nur die Kollegen aus Kiel und Osnabrück hinnehmen. Meyer laboriert derzeit allerdings an einem schmerzhaften, im Spiel gegen Paderborn erlittenen Bluterguss. Da der Jahn nach Auskunft von Trainer Selimbegovic „keine feste Nummer 2“ hat, könnte er im Bedarfsfall sowohl von Alex Weidinger als auch von Kevin Kunz ersetzt werden.

Taktisches

Wenn Albion Vrenezi und Sebastian Stolze wie zuletzt die linke und rechte Außenbahn übernehmen, könnte Regensburgs Top-Stürmer Andreas Albers etwas hinter oder auch neben Neuzugang Kaan Caliskaner (1. FC Köln II) agieren. In der Abwehr spricht Vieles für die bis dato bewährte Viererkette.

Lila-Weiß gegen Rot-Weiß

Zehn Tore (3:3/2:2) aber keinen Sieger gab´s 2019/20 beim Aufeinandertreffen von Osnabrück und Regensburg. In der Summe begegneten sich beide Vereine 14 Mal in der 2. und 3. Liga. Der VfL gewann sechs Partien, der Jahn drei. Fünf Duelle endeten remis.

Spieltag: 08.10.2020, 13.00 Uhr, Jahnstadion
Spieltags-Hashtag: #SSVOSN
Homepage des Gegners: www.ssv-jahn.de

SSV Jahn Regensburg
Spielaufstellung
30
Kevin Kunz
 TW
6
Benedikt Saller
7
Max Besuschkow
8
Albion Vrenezi
11
Florian Heister
13
Erik Wekesser
19
Andreas Albers
21
Jan-Marc Schneider
22
Sebastian Stolze
28
Sebastian Nachreiner
33
Jan Elvedi
 
Ersatzbank
32
Alexander Weidinger
 ETW
9
Jann-Christopher George
10
Kaan Caliskaner
16
Markus Palionis
23
Nicolas Wähling
24
Scott Kennedy
27
Aaron Opoku
29
André Becker
31
Tom Baack
VfL Osnabrück
Spielaufstellung
22
Philipp Kühn
 TW
5
Konstantin Engel
6
Ludovit Reis
7
Bashkim Ajdini
8
Ulrich Taffertshofer
14
Etienne Amenyido
18
Maurice Trapp
27
Luc Ihorst
29
Bryan Henning
33
Timo Beermann
37
Sebastian Kerk
 
Ersatzbank
1
Moritz Nicolas
 ETW
4
Lukas Gugganig
10
Niklas Uwe Schmidt
13
Ken Reichel
17
Adam Susac
23
David Blacha
25
Sven Köhler
28
Tim Möller
30
Maurice Multhaup

Kerk-Show in Regensburg

Am Sonntagnachmittag siegte der VfL Osnabrück mit 4:2 im Auswärtsspiel beim SSV Jahn Regensburg! Im Jahnstadion in der Oberpfalz traf Sebastian Kerk gleich drei (!) Mal, Etienne Amenyido steuerte das zwischenzeitliche 3:1 bei! Mit dem enorm wichtigen Auswärtserfolg erklimmt der VfL Tabellenplatz 2 der 2. Bundesliga!

Von Beginn an pressten die Hausherren im Nebel der Oberpfalz recht hoch und setzten die Lila-Weißen so von Anfang an gehörig unter Druck. Die ersten Minuten waren von vielen Zweikämpfen im Mittelfeld geprägt, die Osnabrücker kamen kaum zu echten Angriffsversuchen. Die beste Gelegenheit der Anfangsphase hatte Osnabrücks Stürmer Luc Ihorst, als er einen Flankenball von Trapp nur hauchdünn verfehlte. Kurz darauf gingen die Hausherren vom Jahn in Führung: Eine scharfe Flanke von der rechten Seite von Heister, Trapp springt im Zentrum nicht hoch genug und Andreas Albers nickt ein (12.).

Auch nach dem Führungstor der Regensburger änderte sich am Spiel grundsätzlich wenig: Der Jahn presste die Angriffsbemühungen des VfL sehr früh, die Osnabrücker mussten ein ums andere Mal den langen Ball zur Hilfe nehmen, um sich aus der eigenen Spielhälfte zu befreien.

Dann aber der zwischenzeitliche „Game-Changer“: In der 20. Minute kam Kerk im Strafraum an den Ball und wird deutlich von Nachreiner getroffen. Den fälligen Strafstoß für den VfL verwandelte der Gefoulte selbst trocken rechts unten zum 1:1 Ausgleich.

Zehn Minuten später (32.) eroberte VfL-Rechtsverteidiger Bashkim Ajdini den Ball von Wekesser, sprintete nach vorn und schloss von halbrechts ab – seine weite Flanke wird zum Torschuss, zischt aber über den Kasten des Jahn. Nach einer halben Stunde hatte der VfL auch insgesamt einen deutlich besseren Zugriff auf die Partie gefunden, insgesamt blieb das Spiel aber relativ kampfbetont und chancenarm.

Der Wahnsinn brach dann noch vor der Pause aus: In der 40. Minute zündete Sebastian Kerk eine Fackel Marke „Tor des Monats“: Aus rund 30 Metern von halblinks schloss er einen Freistoß aus 30 Metern direkt ab und der Ball flog durch alle Spieler hindurch in der Box unhaltbar direkt ins Tor! Spiel gedreht.

Kurz vor der Pause wurde es noch einmal gefährlich im Osnabrücker Strafraum: Elvedis Schuss wurde aber im letzten Moment durch den Oberschenkel von Amenyido verhindert. Der VfL konnte die knappe Führung somit in die Halbzeit retten.

Nach der Pause kam der VfL nur auf einer Position verändert aus der Kabine: Für den angeschlagenen Ihorst kam Multhaup in die Partie. Die Partie blieb weiter eng, echte Gelegenheiten aber Mangelware. VfL-Cheftrainer Marco Grote wechselte in der 54. Minute zum zweiten Mal: Für den gelb-vorbelasteten Bryan Henning kam Lukas Gugganig in die Partie.

In der Folge verteidigte der VfL clever und brachte die Regensburger zunehmend zur Verzweiflung und traf vorne zum dritten Mal: Reis eroberte den Ball mustergültig auf der rechten Seite, gab schnell weiter auf Multhaup, der nach vorn zog, ins Zentrum flankte und Amenyido am langen Pfosten fand. „Etti“ blieb eiskalt und versenkte zum 3:1.

Noch besser wurde der Tag aus Osnabrücker Sicht in der 72. Minute als Kerk seinen „Dreierpack“ schnürte: Heister war im Zweikampf gegen ihn im Sechzehner mit der Hand ins Gesicht des Osnabrückers gekommen – „Kerki“ verwandelte danach auch seinen zweiten Elfer des Tages trocken zum 4:1.

Wild wurde es danach: Der Schuss von Stolze in der 76. Minute wird abgefälscht, Kühn kann sich nicht entscheiden, ob er gegen Caliskaner rauskommen soll und plötzlich steht Opoku völlig frei und trifft ins nahezu leere Tor. Eine Minute später wäre das Momentum fasst komplett gedreht worden: Engel berührte die Kugel im eigenen Strafraum unglücklich mit der Hand, Besuschkow versagten beim Elfmeter aber glücklicherweise die Nerven – sein Schuss geriet zu schwach, Kühn hielt den Flachschuss fest.

In den Schlussminuten wurde der Nebel im Jahnstadion immer dichter, während der Jahn seine Angriffsbemühungen intensivierte, aber nicht mehr absolut zwingend agierte. In der 88. Minute wurde der „Mann des Tages“ dann ausgewechselt: Für Sebastian Kerk kam in den letzten Minuten Sven Köhler in die Partie.

Am Spielstand änderte sich nichts mehr. Nach 94 Minute stand ein enorm wichtiger und beeindruckender 4:2-Auswärtssieg in der Oberpfalz!