11. Spieltag

Auswärtsspiel
Eintracht Braunschweig
0
:
2
VfL Osnabrück
3'
Kerk
0:1
65'
Multhaup
0:2
So. 13.12.2020 Anstoß: 13:30 Uhr | Schiedsrichter: Dr. Martin Thomsen

match-center

Niedersachsenderby mit Torgarantie

Erstmals seit 1993, insgesamt aber bereits zum 19. Mal treffen sich Eintracht Braunschweig und der VfL Osnabrück in der 2. Bundesliga (13. Dezember, 13.30 Uhr). Kein einziges dieser Duelle endete torlos und auch am Sonntag dürften beide Konkurrenten nicht auf ein 0:0 hinauswollen.

Die Braunschweiger starten mit viel Selbstbewusstsein in die Neuauflage des Derbys, denn nachdem sie in Sandhausen (2:2), gegen Karlsruhe (1:3) und in Darmstadt (0:4) nur ein mageres Püntkchen sammeln konnten, gelang ihnen am vergangenen Samstag ein eminent wichtiger Heimsieg gegen den FC St. Pauli (2:1).

Der Trainer dreht Steine um

Nach dem deftigen 0:4 am Böllenfalltor war Daniel Meyer entsprechend verärgert und zog neben spielerischen und taktischen auch personelle Veränderungen in Erwägung. „Es gibt keinen Stein, den wir im Moment nicht umdrehen. Wir beschäftigen uns mit allen Themen“, gab der Cheftrainer zu Protokoll. Im Ergebnis musste Keeper Felix Dornebusch seinen Platz zwischen den Pfosten für den acht Jahre älteren Jasmin Fejzic räumen, der bei seinem 141. Zweitligaeinsatz einige sehenswerte Paraden zeigte. Für die Mittelfeldakteure Schwenk und Schultz rückten Schlüter und Kobylanski in die erste Elf.
Der frühe Führungstor der Kiezkicker nach nur 76 Sekunden durchkreuzte sicher einige von Meyers Planungen. Sein Team überzeugte dennoch durch viel Kampf und Leidenschaft und gewann am Ende knapp aber verdient.

Gute Nehmerqualitäten, Probleme in der Defensive

Drei Siege stehen bislang auf dem Konto des Aufsteigers, in allen Fällen lag die Eintracht während der Partie zurück. Doch weder Bochum, noch Nürnberg, noch St. Pauli konnten ihren Vorsprung über die Zeit retten.
Dabei haben die Braunschweiger (22 Gegentore) die anfälligste Defensive der Liga nach den Würzburger Kickers (24). Nur im Heimspiel gegen Holstein Kiel rollte kein Ball über die eigene Torlinie.

Taktisches

Daniel Meyer mag die Unberechenbarkeit und so lässt sich aus den bisherigen taktischen Ausrichtungen seines Teams nicht vorhersagen, ob er am Sonntag ein 4-2-3-1-, 3-5-2-, 4-3-3-System oder noch eine andere Variante bevorzugen wird. Mit Dominik Wydra, Yassin Ben Balla, Fabio Kaufmann und Jannis Nikolaou waren nur vier Akteure an allen zehn Spieltagen mit von der Partie.

Lila-Weiß gegen Blau-Gelb

In der 2. Liga gab es überhaupt kein 0:0 in diesem Niedersachsenderby und auch in anderen Ligen muss man fast 20 Jahren zurückgehen, um ein torloses Duell zwischen Osnabrück und Braunschweig zu finden.
Von den bisher 18 Begegnungen im Fußball-Unterhaus gewann der VfL sechs und die Eintracht acht. Vier Derbys fanden keinen Sieger.

Spieltag: 13.12.2020, 13.30 Uhr, Eintracht Stadion
Spieltags-Hashtag: #EBSOSN
Gegner-Homepage: www.eintracht.com

Eintracht Braunschweig
Spielaufstellung
16
Jasmin Fejzic
 TW
3
Lasse Schlüter
4
Jannis Nikolaou
6
Dominik Wydra
10
Martin Kobylanski
15
Marcel Bär
18
Felix Kroos
19
Felix Burmeister
28
Yassin Ben Balla
33
Nick Proschwitz
39
Patrick Kammerbauer
 
Ersatzbank
12
Felix Dornebusch
 ETW
7
Fabio Kaufmann
8
Iba May
11
Leandro Putaro
17
Yari Otto
20
Suleiman Abdullahi
22
Manuel Schwenk
32
Michael Schultz
40
Robin Ziegele
VfL Osnabrück
Spielaufstellung
22
Philipp Kühn
 TW
6
Ludovit Reis
7
Bashkim Ajdini
8
Ulrich Taffertshofer
14
Etienne Amenyido
18
Maurice Trapp
19
Kevin Wolze
23
David Blacha
27
Luc Ihorst
33
Timo Beermann
37
Sebastian Kerk
 
Ersatzbank
1
Moritz Nicolas
 ETW
4
Lukas Gugganig
9
Christian Santos
10
Niklas Uwe Schmidt
13
Ken Reichel
17
Adam Susac
25
Sven Köhler
29
Bryan Henning
30
Maurice Multhaup

Der VfL siegt in Braunschweig

Der VfL Osnabrück baut seine Auswärtsserie aus und gewinnt hochverdient in Braunschweig. Nach dem frühen Kerk-Treffer (03.) macht Maurice Multhaupt früh in der zweiten Halbzeit alles klar.

Nach der unglücklichen Niederlage am vergangenen Wochenende setzte VfL-Cheftrainer Marco Grote auf zwei personelle Veränderungen in der Startelf. Ulrich Taffertshofer und Etienne Amenyido, der gegen den Karlsruher SC eine Gelbsperre absitzen musste, liefen für Lukas Gugganig und Niklas Schmidt auf. Der VfL bekam es mit heimstarken Braunschweigern zu tun, die 10 ihrer 11 Punkte an der heimischen Hamburger Straße einfuhren. Die Lila-Weißen selbst sammelten neun der 16 Zähler auf fremden Plätzen ein.

Und der VfL legte furios los: Erster Schuss auf das Tor und der Ball zappelte im Netz. In Der 3. Minute vollendete Sebastian Kerk die Vorarbeit von Luc Ihorst mit einem platzierten Schuss ins Eck aus 12 Metern – sein fünftes Saisontor. Und die in Schwarz spielenden Lila-Weißen legten nach. Nach einer Kerk-Ecke an die Strafraumgrenze setzte Kevin Wolze einen Volley nur knapp neben den Pfosten. Und Wolze war es auch in der 15. Minuten, der mit einem direkten Freistoß aus 22 Metern für Gefahr sorgte. Nach der folgenden Ecke wurde der Kopfball von Timo Beermann auf der Linie geklärt. Die Anfangsviertelstunde gehörte eindeutig dem VfL.

Was mussten sich die Osnabrücker im ersten Durchgang vorwerfen lassen? Für den Aufwand, die Intensität und die Überlegenheit war die Führung mit einem Treffer in Summe zu wenig. Die Eintracht prüfte VfL-Keeper Philipp Kühn in den ersten 45 Minuten nicht.

In und kurz nach der Pause ein Osnabrücker Doppelwechsel in der Offensive: Christian Santos und Maurice Multhaup kamen für Etienne Amenyido und Luc Ihorst. Der insgesamt dritte Wechsel auf Seiten des VfL, nachdem der gelb-rot gefährdete Ulrich Taffertshofer bereits nach einer halben Stunde für Lukas Gugganig weichen musste. Auch die Hausherren wechselten: Marcel Bär machte Platz für Suleiman Abdullahi.

Analog zum Beginn der ersten gehörte auch der Start der zweiten Halbzeit den Lila-Weißen. Nach sehenswerter Einzelleistung setzte Maurice Multhaup eine Duftmarke. Sein Schuss wurde im letzten Moment von Eintracht-Torwart Jasmin Fejzic entschärft. In der 65. Minute hatte der Schlussmann im gleichen Duell aber das Nachsehen. Multhaup ließ nach feinem Doppelpass mit David Blacha einen Strahl aus 16 Metern ab – mit Wucht und Präzision aus der Kategorie „Traumtor“. Und der VfL legte nach: Erst tauchte Bashkim Ajidini allein vor Fejzic aus, dann zielte Christian Santos bei seinem Volleyschuss zu hoch.

Der VfL kam auch in der Schlussphase nie unter Druck und fuhr ungefährdet den nächsten Auswärtssieg ein. Am kommenden Mittwoch geht es nach Düsseldorf, die Auswärts-Serie darf da gerne ausgebaut werden.

Aufstellungen

Braunschweig: Fejzic, Schlüter, Nikolaou, Wydra, Kobylanski, Bär, Kroos, Burmeister, Ben Balla, Proschwitz, Kammerbauer

Osnabrück: Kühn – Wolze, Trapp, Beermann, Ajdini – Taffertshofer, Blacha, Reis, Kerk – Amenyido, Ihorst