Pokal

Heimspiel
VfL Osnabrück
45'
Trapp
1:0
90'
Köhler
2:0
2
:
0
SV Werder Bremen
Sa. 07.08.2021 Anstoß: 15:30 Uhr | Schiedsrichter: Patrick Ittrich
Zuschauer: 5341 Zuschauer

match-center

Pokalkrimi gegen Werder Bremen

Es ist das erste Pflichtspiel seit vier Jahrzehnten zwischen dem VfL Osnabrück und dem SV Werder Bremen – und es geht sofort um alles oder nichts. Nur eine Mannschaft wird in die zweite Hauptrunde des DFB-Pokals einziehen. Welche das ist, entscheidet sich am Samstag ab 15.30 Uhr an der Bremer Brücke …

Als Bremen und Osnabrück letztmals in einem Pflichtspiel aufeinandertrafen, hieß der VfL-Trainer Werner Biskup und der Übungsleiter der Grün-Weißen Kuno Klötzer. Auf der einen Seite stand Dieter Burdenski im Tor, auf der anderen Rolf Meyer, während hüben Detlef Olaidotter und Michael Lorenz und drüben Erwin Kostedde und Uwe Reinders auf Torejagd gingen. Die Treffer, die beim 1:4 an der Bremer Brücke ziemlich ungleich verteilt waren, besorgten dann aber Norbert Meier (2), Benno Möhlmann, Hartmut Konschal und Ralf Lehmann.

Die Mammutsaison 1980/81 endete für den VfL auf dem 6. Platz, für Werder Bremen mit dem Aufstieg in die Bundesliga. Vier Jahrzehnte lang spielten die Grün-Weißen fortan in der Beletage und sammelten mit wenig Geld aber viel Herz Meistertitel und Pokalsiege.

In den letzten Jahren zeigte die Tendenz allerdings immer deutlicher nach unten. Der tatsächliche Abschied aus der höchsten deutschen Spielklasse kam im vergangenen Mai insofern wenig überraschend. Der Schock saß trotzdem tief und ist noch lange nicht überwunden.

Versuch einer neuen Aufstellung

Vor Ende August sei nicht absehbar, mit welchem Kader man denn endgültig in die neue Zweitliga-Saison gehen könne, hieß es aus der Chefetage der Bremer und der neue Cheftrainer Markus Anfang meinte in einem Interview mit „Deichstube“, dass man die Frage nach dem Wiederaufstieg gerne stellen könne. Er selbst stelle sie aber nicht. „Unser erstes Ziel muss es sein, nach den Erlebnissen, die hinter dem Verein liegen, eine Mannschaft aufzustellen für die Ziele, die man dann im nächsten Schritt ausgibt. Das kann nicht umgekehrt laufen“, so der Übungsleiter.

Neben den sportlichen gibt es zahlreiche finanzielle Herausforderungen. Zum 30. Juni rechnete Werder mit einem negativen Eigenkapital von rund 26 Millionen Euro und Verbindlichkeiten von etwa 75 Millionen Euro. Weitere Transfererlöse und sonstige Einnahmen werden also dringend benötigt.

Taktisches

Neuverpflichtungen stehen auf der Schwelle, Spieler aus der Vorsaison sind auf dem Absprung, Leistungsträger wie Leonardo Bittencourt (Teilruptur des Knie-Innenbandes) fallen verletzt aus. Da sich der Kader des SV Werder praktisch stündlich verändern kann, sind Prognosen schwierig.
Auch taktisch will Markus Anfang flexibel bleiben. Beim Saisonauftakt gegen Hannover schickte er eine 4-3-3-Formation mit den Ex-VfLern Schmidt und Agu ins Rennen, am Ende kam Bremen aber nicht über ein 1:1 hinaus.
In Düsseldorf begann Werder im 4-1-4-1 (Zetterer – Mbom, Mai, Toprak, Friedl – M. Eggestein – Sargent, Schmidt, Osako, Schmidt – Füllkrug) und siegte in der 6. Minute der Nachspielzeit mit 3:2.

Spieltag: 07.08.2021, 15.30 Uhr, Bremer Brücke
Spieltags-Hashtag: #OSNSVW

VfL Osnabrück
Spielaufstellung
22
Philipp Kühn
 TW
3
Florian Kleinhansl
4
Lukas Gugganig
8
Ulrich Taffertshofer
11
Ba-Muaka Simakala
13
Lukas Kunze
17
Felix Higl
18
Maurice Trapp
20
Marc Heider
23
Haktab Omar Traore
26
Sebastian Klaas
 
Ersatzbank
21
Laurenz Beckemeyer
 ETW
6
Sven Köhler
7
Sören Bertram
19
Jan Chorushij
24
Manuel Haas
28
Tim Möller
29
Davide-Jerome Itter
31
Luis Sprekelmeyer
34
Hakim Traoré
SV Werder Bremen
Spielaufstellung
30
Michael Zetterer
 TW
11
Niclas Füllkrug
20
Romano Schmid
21
Ömer Toprak
22
Niklas Uwe Schmidt
26
Lars Lukas Mai
27
Felix Agu
32
Marco Friedl
34
Jean-Manuel Mbom
35
Maximilian Eggestein
43
Eren Sami Dinkci
 
Ersatzbank
38
Eduardo Dos Santos Haesler
 ETW
3
Anthony Jung
13
Milos Veljkovic
16
Oscar Schönfelder
17
Abdenegó N'Lola Nankishi
23
Nicolai Rapp
28
Ilia Gruev
29
Nick Woltemade
36
Christian Groß

Begeisterung beim Pokalsieg

Endlich wieder Bremer Brücke, endlich wieder Fans auf allen vier Seiten und das in der 1. Runde des DFB-Pokal gegen den Nord-Rivalen SV Werder Bremen. Fußball-Feststimmung in Osnabrück. Erwartungen waren da und der VfL hielt ihnen stand!

Als die VfL-Hymne erklang und über 5.000 Zuschauer sangen blieb kein Auge trocken und der Gänsehaut-Level war im roten Bereich!

Die Partie war noch keine Minute alt, als der VfL beinahe in Rückstand geraten wäre: Ein langer Ball wurde über das Zentrum und der rechten Seite von Dinkci in die Mitte zurückbefördert, Kühn griff am Ball vorbei und am langen Pfosten war es ausgerechnet der „Osnabrücker Junge“ Felix Agu, der den Ball um Zentimeter am Tor vorbeistolperte.

Zwischen der 5. und der 7. Spielminute kam der VfL nacheinander zu drei Ecken, Marc Heider zielte per Kopf nur knapp zu hoch und beim letzten Versuch war es Sebastian Klaas, der aus der zweiten Reihe nur haarscharf am linken Pfosten vorbeizielte.

Die Partie blieb in der Folge offen. Der VfL hatte gefühlt etwas mehr vom Spiel, die klaren Aktionen hatte aber Werder. So wie Dinkci, der in der 18. Minute mit seinem strammen Schuss aus dem rechten Halbraum am stark parierenden Kühn scheiterte.

Die vierte Ecke des VfL in der 20. Minute brachte wieder BEINAHE die Führung aber Gugganigs Kopfball klatsche an die Latte.

Der VfL schnürte die Bremer zusehends in ihrer eigenen Hälfte ein, holten Ecke nach Ecke und hielten den Druck hoch. Aber ein Tor ließ weiter auf sich warten.

In der 40. Minute zeichnete sich „Pipo“ Kühn zwei Mal stark aus: Erst bei einem starken Freistoß von Ex-Osnabrücker Niklas Schmidt und dann beim Nachschuss von Mbom.

Aber wenig später gellte ein Schrei der Erlösung durch das Rund der Bremer Brücke: In der 45. Minute kam die 9. Ecke von links, Gugganig verlängert auf Trapp und Osnabrücks Nummer 18 drückte den Ball zur verdienten 1:0 Führung über die Linie. Wenig später pfiff Schiri Patrick Ittrich zur Halbzeit.

Nach dem Wiederanpfiff dauerte es nur eine Minute bis zum nächsten Aufreger: Werder kam über die rechte Seite und beim Kopfball von Füllkrug im Strafraum kam dem VfL der Osnabrücker Fußballgott, in Form der Latte, zur Hilfe, und verhinderte so den Ausgleich.

Der VfL musste sich ein wenig sortieren, stand aber weitgehend sicher. So auch beim nächsten Kopfball von Füllkrug in der 47. Minute, als Werders Nummer 11 frei vorm Tor zum Abschluss kam aber über das Tor zielte.
Die folgende Viertelstunde gestaltete sich offen, mit einem VfL, der zusehends wieder besser in die Zweikämpfe fand und die Räume gut besetzte. Und wenn dann doch mal ein Ball auf’s Tor flog stand da ja immer noch „Kühn! Kühn! Kühn!“. Ein ums andere Mal rettete unser Keeper auf der Linie bzw. in höchster Not.

Zunehmend entwickelte sich aus VfL-Sicht eine echte Abwehrschlacht.
Es war hitzig, es war leidenschaftlich und Schiri Ittrich gab ganze 5 Minuten Nachspielzeit!

Und als Werder Bremen die allerletzte Schlussoffensive mobilisierte erzielte Sven Köhler das absolute Traumtor! Nach einem Ballgewinn im eigenen Sechzehner zog „Köhli“ von ganz links an der Mittellinie ab, der Ball flog über den schon mit rausgeeilten Zetterer zum 2:0 ins Tor!

Den Sieg hatte sich der VfL mit gnadenloser Leidenschaft und überragendem Kampf absolut verdient und zieht somit in die 2. Pokalrunde ein!

Aufstellung VfL: Kühn – Trapp, Gugganig, Kleinhansl (Haas, 46.), O. Traoré (Itter, 81.) – Taffertshofer, Klaas (Köhler, 66.), Kunze – Simakala (Bertram, 71.), Higl, Heider

Aufstellung SV Werder Bremen: Zetterer – Mbom, Mai, Toprak, Friedl – Eggestein – Agu (Nankishi, 67.), Schmidt, Dinkci (Schönfelder, 87.), Schmid (Rapp, 72.) – Füllkrug

Verwarnungen:

VfL: Kleinhansl (41.), Higl (86.)
SV Werder Bremen: Schmidt (19.), Toprak (54.), Friedl (68.), Zetterer (82.)

Ecken:

VfL: 12
SV Werder Bremen: 9

Zuschauer: 5.341 (ausverkauft)