5. Spieltag

Auswärtsspiel
SV Wehen Wiesbaden
46'
Froese
1:0
1
:
1
VfL Osnabrück
83'
Simakala
1:1
Sa. 20.08.2022 Anstoß: 14:01 Uhr | Schiedsrichter: Sven Waschitzki-Günther
Zuschauer: 2216 Zuschauer

match-center

Vorbericht: Wiesbaden auswärts

Zuletzt zwei Niederlagen in Folge gilt es am Samstag für die Lila-Weißen abzuschütteln. Keine leichte Aufgabe beim SV Wehen Wiesbaden, der in den direkten Duellen klar die Nase vorn hat und aktuell in der Liga gut drauf ist. Unser Vorbericht.

Die Ausgangslage

Die Hessen haben aktuell 7 Punkte auf der Haben-Seite, drei mehr als der VfL. Die letzten zwei Wochenende rissen das Wehener Publikum zu Jubelstürmen hin: Zuerst siegte das Team von Markus Kauczinski mit 4:1 in der heimischen BRITA-Arena gegen Aufsteiger SpVgg Bayreuth und am vergangenen Wochenende zerlegten die Wehener Zweitligaabsteiger FC Erzgebirge Aue im Aue Erzgebirgsstadion mit 5:1. Lediglich beim 0:1 bei Viktoria Köln zog der SVWW den Kürzeren, am 1. Spieltag gab es zum Ligastart ein 1:1 gegen Borussia Dortmund II. Die Hessen spielen einen körperbetonten Fußball mit vielen drittligaerfahrenen Spielern wie Emmanuel Taffertshofer, Kianz Froese, Sebastian Mrowca oder Sascha Mockenhaupt. Aber auch junge Talente wie Mittelfeldspieler Benedict Hollerbach, der bereits drei Tore auf dem Konto hat, machen derzeit auf sich aufmerksam.

Die Lage beim VfL ist eine andere: Zuletzt zwei 0:1 Niederlagen haben die Stimmung ein wenig eingetrübt. Vor allem das 0:1 bei der SpVgg Bayreuth vom vergangenen Samstag, bei dem die Osnabrücker zu keinem Zeitpunkt in einen echten Spielfluss fanden, ihre besten Gelegenheiten (Chancen Engelhardt u. Oduah) nicht nutzen konnten, und zudem ein erneutes Kontertor hinnehmen mussten, hing dem Team länger nach. Sportlich ist das Ziel für Samstag klar, man möchte unbedingt besser und torgefährlicher auftreten als zuletzt – aber am Donnerstag schwappte eine unerwartete Welle über das Team hinweg. Cheftrainer Daniel Scherning wechselte kurzfristig in die 2. Bundesliga zu seinem ehemaligen Klub Arminia Bielefeld. Am Samstag wird der VfL unter Federführung der beiden Co-Trainer Tim Danneberg und Danilo de Souza in Wehen auflaufen.

Die Bilanz

In puncto Bilanz haben die Lila-Weißen – speziell in Auswärtsspielen – gegen den SV Wehen Wiesbaden Nachholbedarf: Das letzte Gastspiel in der BRITA-Arena endete mit einem torlosen Remis, die vier Spiele davor gingen allesamt an die Hessen. Der letzte Sieg des VfL datiert aus der Aufstiegssaison 18/19, als die Lila-Weißen durch die Tore von Heider und Alvarez den frühen Rückstand durch Schäffler noch drehen konnten. Der letzte Auswärtssieg ist noch länger her, es war der 27. Spieltag der Saison 15/16, als Savran und Alvarez mit ihren Toren den 2:0 Erfolg herstellten. Überhaupt gab es nur zwei Siege in Wehen zu feiern, zwei Mal teilten sich die Teams die Punkte. Die Gesamtbilanz weht den Osnabrückern ebenfalls als rauher Wind ins Gesicht: 14 Mal gewann der SVWW, sieben Mal der VfL. Fünf Unentschieden stehen zu Buche. Umso mehr, wird es nun Zeit, gegen die Hessen „den Bock umzustoßen“! Auf geht’s, Osnabrücker!

Das Personal

Beim SV Wehen Wiesbaden wählte Trainer Markus Kauczinski zuhause gegen Bayreuth und in Aue zuletzt ein offensives 3-4-3 System mit Kapitän Wurtz, Iredale und Hollerbach im Angriff. Verletzt sind zurzeit lediglich Innenverteidiger Dominik Bauer und Linksverteidiger Dennis Kempe. Beim VfL sind bis auf Oliver Wähling, der nach seiner Meniskus-OP in der letzten Woche auf unbestimmte Zeit ausfällt, alle Spieler in Wiesbaden an Bord. Davide Itter kann bereits teilweise am Mannschaftstraining teilnehmen.

Die Stimmen

„Wir mussten den Schock erstmal verdauen, haben dann aber gut auf dem Platz gearbeitet. Heute sind wir mit viel Vorfreude auf das Spiel gestartet, haben den Gegner analysiert und nach unseren Möglichkeiten für Räume studiert. Das Abschlusstraining war gut, die Jungs sind heiß und dementsprechend fahren wir mit Vorfreude nach Wiesbaden. Die Wehener sind eine erfahrene Mannschaft aber wir wissen, was uns erwartet. Wir sind gut vorbereitet und wollen was holen“, so VfL-Mannschaftskapitän Marc Heider.

„Wir haben versucht, der Mannschaft zu signalisieren, dass es solche Situationen im Fußball immer wieder geben kann. Daniel Scherning war in der Mannschaft sehr angesehen, daher war sein Weggang schon ein Einschnitt. Danilo und ich wollten als Trainer aber vorangehen und den Jungs einen positiven Geist vorleben. Wir haben an einfachen Abläufen, wie Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen im letzten Drittel gearbeitet. Die Mannschaft hat einen brutalen Charakter und ich bin optimistisch, dass wir dieses Spiel erfolgreich gestalten können“, fasste Tim Danneberg, der am Samstag die Mannschaft an die Linie leiten wird, die letzten zwei Tage zusammen.

SV Wehen Wiesbaden
Spielaufstellung
31
Arthur Lyska
 TW
3
Ahmet Gürleyen
5
Emanuel Taffertshofer
8
Johannes Wurtz
9
Thijmen Goppel
15
Max Reinthaler
17
Florian Carstens
19
Bjarke Halfdan Jacobsen
21
Benedict Hollerbach
30
Kianz Froese
37
Brooklyn Kevin Ezeh
 
Ersatzbank
38
Lucas Becker
 ETW
4
Sascha Mockenhaupt
6
Gino Fechner
10
Sebastian Mrowca
14
Lucas Brumme
18
Ivan Prtajin
20
Suheyel Najar
27
Nico Rieble
33
John Iredale
VfL Osnabrück
Spielaufstellung
22
Philipp Kühn
 TW
3
Florian Kleinhansl
4
Maxwell Gyamfi
6
Sven Köhler
8
Robert Tesche
11
Ba-Muaka Simakala
13
Lukas Kunze
15
Paterson Chato
19
Leandro Putaro
20
Marc Heider
23
Haktab Omar Traore
 
Ersatzbank
1
Daniel Adamczyk
 ETW
5
Benas Satkus
9
Erik Engelhardt
16
Henry Rorig
17
Felix Higl
24
Manuel Haas
30
Emeka Oduah
32
Jannes Wulff
33
Timo Beermann

Punktgewinn in Wiesbaden

Mit seinem späten Treffer in der 83. Minute hat Ba-Muaka Simakala den Lila-Weißen beim SV Wehen Wiesbaden einen Punkt beschert, der lange Zeit außer Reichweite schien. Die Gastgeber hatten über 90 Minuten viele gute Möglichkeiten, der VfL bewieß jedoch Moral und nimmt einen Punkt mit auf die Heimreise.

Nach dem Wechsel von Daniel Scherning zu Arminia Bielefeld startete der VfL, bei dem heute Tim Danneberg und Danilo de Souza als Verantwortliche an der Seitenlinie standen, gut in die Partie in der BRITA-Arena. Während die Gastgeber insbesondere über die rechte Seite mit dem flinken Goppel und Kapitän gefährlich wurden, startete der VfL im 4-3-3-System aus einer kompakten Defensive und hatte nach einer Viertelstunde durch Simakla seine erste gute Möglichkeit. Zunächst zwang er mit einem beherzten Dribbling Carstens zu einem Foul, seinen anschließenden Freistoß aus 23 Metern parierte Lyska stark.

Die Trinkpause Mitte des ersten Durchgangs nutzten die Hausherren dann, um in der Folgezeit deutlich das Tempo zu erhöhen. Der VfL war zunehmend mit Defensivarbeit beschäftigt und hatte mit Philipp Kühn abermals einen sicheren Rückhalt in seinen Reihen. Mit einigen starken Paraden sicherte der Schlussmann seinem Team zur Pause das torlose Remis.

Personell unverändert starteten die Lila-Weißen in die zweite Halbzeit und mussten sofort den nächsten Nackenschlag hinnehem: Ein schnell ausgeführter Einwurf auf der linken Seite landete im Strafraum bei Froese, dessen Schuss aus 13 Metern unter der Latte einschlug (46.). Diesmal war auch Kühn machtlos. Für die Gäste ergab sich dennoch unmittelbar die Möglichkeit zum Ausgleich als Torhüter Lyska den Ball in die Füße von Heider spielte, im anschließenden Eins-gegen-Eins seinen Fehler aber sofort wieder ausbügeln konnte.

Der SVWW ließ in der Folge Ball und Gegner gut laufen, doch der VfL bewieß trotz aller Widrigkeiten Moral und glaubte an seine Chance. Und diese gab es in der 83. Minute: Mit einer wunderbaren Finte ließ Simakala die Wehener Abwehr ins Leere laufen, tauchte frei vor Lyska auf und beförderte den Ball mit dem linken Fuß in den Winkel.

Für den VfL bedeutet das 1:1 nach zwei Niederlagen in Folge und dem Abgang des Trainers unter der Woche einen Punkt der Moral, mit dem die Lila-Weißen an diesem Tag gewiss besser leben können als der SV Wehen Wiesbaden.