In einer turbulenten Partie konnte der VfL Osnabrück am Samstagnachmittag im Ludwigsparkstadion einen 1:0-Auswärtssieg gegen den 1. FC Saarbrücken feiern. Dabei hielt die lila-weiße Defensive dem Offensivdrang der Gastgeber stand und blieb damit zum elften Mal in dieser Saison ohne Gegentor. Der Spielbericht.
Da der Sonderzug der Fanszene auf dem Weg aus der Hasestadt ins Saarland ordentlich Verspätung mitbrachte, entschieden sich die Verantwortlichen den Anpfiff der Partie um eine halbe Stunde auf 14:30 Uhr zu verschieben. Pünktlich auf das Feld schafften es am Samstagnachmittag dagegen Frederik Christensen und Kevin Wiethaup, die Tony Lesueur und Bryan Henning im Vergleich zum letzten Ligaspiel in der Startelf ersetzten. Zudem rückte Theo Janotta für David Kopacz in den Kader der Lila-Weißen. Auf der Gegenseite veränderte Trainer Jürgen Luginger seine Startelf auf drei Positionen. Elijah Krahn, Sebastian Vasiliadis und Dominic Baumann tauchten neu in der Anfangsformation auf.
Trotz des verschobenen Starts erfolgte der Anpfiff von Schiedsrichter Lars Erbst ohne die 1.000 Osnabrücker Fans, die mit dem Sonderzug die Reise nach Saarbrücken angetreten waren. Somit verpassten diese die erste Torgelegenheit der Partie, als die Gastgeber in Person von Niko Bretschneider gefährlich vor den Kasten von Lukas Jonsson kamen. Sein Schussversuch am zweiten Pfosten flog jedoch knapp über den Querbalken (2‘). Besser platzierte dagegen knapp zehn Minuten später Niklas Wiemann den ersten Abschluss des VfL. Nach einem Eckball von Lars Kehl stand der Verteidiger am ersten Pfosten goldrichtig und platzierte das Spielgerät mit dem rechten Oberschenkel im kurzen Eck (11‘). Aber auch in der Defensive stand der 26-Jährige im Mittelpunkt. Zentimeter vor dem Strafraum setzte Wiemann vor dem startenden Elijah Krahn zur Grätsche an und hinderte diesen am Abschluss (20‘). Die Pfeife des Schiedsrichters blieb zum Ärger der Saarbrücker jedoch stumm.
Mit dieser Aktion kamen die Blau-Schwarzen besser in die Partie. Wenige Augenblicke später schlug Niko Bretschneider einen langen Ball auf Dominic Baumann, der plötzlich frei vor VfL-Keeper Jonsson stand. Der Schwede stürmte jedoch rechtzeitig aus seinem Gehäuse und machte sich breit, sodass der Schussversuch des Mittelstürmers an ihm abprallte (22‘). Immer wieder kamen die Saarbrücker nun zu Abschlussgelegenheiten, ohne Jonsson jedoch zwingend herauszufordern. So flogen sowohl der Versuch von Florian Pick, am Strafraumrand (27‘), als auch der Kopfball von Tim Civeja (32‘), deutlich am Tor vorbei.
Den Kopfball des Mittelfeldakteurs sahen dann auch die 1.000 Osnabrücker Fans, die nach einer halben Stunde schließlich im Ludwigsparkstadion ankamen. In der Offensive ließen sich die Lila-Weißen dann nun nur noch selten blicken. In der 33. Minute wagte Niklas Wiemann über die linke Seite einen Vorstoß und brachte eine halbhohe Flanke auf den ersten Pfosten. Dort verpasste Julian Kania knapp den Abschluss und Torwart Phillip Menzel konnte die Kugel erst im Nachfassen festhalten. Ansonsten wäre Robin Meißner abschlussbereit gewesen (33‘). Die letzte Torgelegenheit der ersten Hälfte gehörte erneut den Blau-Schwarzen. Nach einem Eckball von Florian Pick verlängerte Lasse Wilhelm den Ball am ersten Pfosten, sodass Robin Bormuth am zweiten Pfosten völlig frei zum Abschluss kam, das Leder jedoch deutlich über den Kasten setzte (39‘). Somit ging es für den VfL trotz eines Torschussverhältnisses von 1:9 mit einer 1:0-Führung in die Pause.
Unverändert aus den Kabinen gekommen, gönnten sich beide Mannschaften – wie schon in den ersten 45 Minuten – keine Annäherungsphase. Nach fünf Minuten kamen die Saarbrücker durch Tim Civeja gefährlich vor das Osnabrücker Tor. Sein Kopfball nach einem Freistoß aus halbrechter Position flog haarscharf am linken Pfosten vorbei (50‘). Ebenfalls knapp ging es wenige Minuten später zu, als die Saarbrücker nach einem Fehlpass von Niklas Wiemann im Aufbauspiel in Person von Dominic Baumann und Florian Pick einen Konter fuhren und Lars Kehl nach einem Sprint in letzter Not den Abschluss von Pick verhindern konnte (57‘). Die Gastgeber kamen nun ähnlich wie in der ersten Halbzeit immer wieder in Abschlusssituationen. Nach einer Hereingabe setzte Dominic Baumann in der 66. Minute noch einen Fuß an den Ball und zwang Lukas Jonsson zu einer Glanzparade (66‘). Der VfL kam dagegen kaum gefährlich vor den Kasten von Phillip Menzel. Einzig Robin Meißner forderte den Schlussmann mit seinem Abschluss aus der Drehung zu einer Parade heraus (71‘).
In der Schlussphase warfen die Saarländer weiter alles nach vorne, blieben dabei jedoch glücklos. Entweder verpasste man das Tor knapp, wie beispielsweise Baumann, der einen Kopfball auf das Dach des Osnabrücker Tores setzte (73‘), oder die Lila-Weißen warfen sich – wie in der 77. Minute Jannik Müller oder in der 87. Minute gleich mehrere Osnabrücker – mit vereinten Kräften in die Schussversuche des FCS. Zwar versuchte der VfL, sich in der Druckphase der Gastgeber mit Konterversuchen zu entlasten, kam jedoch nur kurz vor dem Schlusspfiff noch einmal zwingend vor das Tor, als die beiden eingewechselten Ismail Badjie und Fridolin Wagner im Zusammenspiel die Abwehr aushebelten. Der anschließende Abschluss von Wagner flog allerdings deutlich am linken Pfosten vorbei (89‘).
Auch in der fünfminütigen Nachspielzeit blieb die lila-weiße Defensive standhaft, sodass die Mehrheit der mitgereisten Osnabrücker Fans zwar nicht den Treffer des Tages erlebte, dafür aber nach dem Schlusspfiff den Auswärtssieg und den damit einhergehenden vorzeitigen Sprung auf Platz drei feiern konnte. In der nächsten Woche erwartet der VfL am Samstag, den 7. Februar, an der Bremer Brücke den TSV Havelse (Anpfiff: 14:00 Uhr). Dann wollen die Lila-Weißen die nächsten drei Punkte einfahren.
Tore:
0:1 (Wiemann 11‘)
Aufstellungen:
1.FC Saarbrücken:
Menzel – Rizzuto, Wilhelm, Bormuth, Bretschneider (Groune 84‘) – Krahn, Sontheimer (Elongo-Yombo 73‘), Vasiliadis (Schmidt 58‘), Civeja (Caliskaner 58‘) – Pick, Baumann
VfL Osnabrück:
Jonsson – Karademir, Müller, Wiemann – Kammerbauer (Pröger 90‘), Christensen, Jacobsen, Wiethaup (Wagner 78‘), Meißner (Janotta 90‘), Kehl (Leseuer 78‘) – Kania (Badjie 59‘)
Text: Jendrik Greiwe
Foto: Jonas Jürgens
