Nach intensiven Trainingstagen stehen für den VfL Osnabrück mit den Testspielen gegen Rot-Weiß Oberhausen und den FC Schalke 04 zwei Topgegner aus ihren jeweiligen Ligen bevor. Der Vorbericht.
Mit dem Sportclub Rot-Weiß Oberhausen treffen die Lila-Weißen am Freitagmittag auf den aktuellen Tabellendritten der stark besetzten Regionalliga West (Anpfiff: 14:00 Uhr). Die begehrte Tabellenspitze, die den direkten Aufstieg in die 3. Liga bedeuten würde, ist mit drei Punkten Abstand ebenfalls in Reichweite. Entsprechend will sich Oberhausen optimal auf die zweite Saisonhälfte vorbereiten, um die Rückkehr in den Profifußball perfekt zu machen. Zuletzt spielte der Traditionsklub in der Saison 2011/12 drittklassig.
In jener Spielzeit kam es auch zu den bislang letzten Pflichtspielduellen zwischen dem RWO und dem VfL Osnabrück. Sowohl in der Hin- als auch in der Rückrunde trennten sich beide Teams jeweils mit einem 1:1-Unentschieden. Insgesamt standen sich beide Vereine bislang 27-mal gegenüber. Oberhausen gewann zehn Partien, der VfL ging achtmal als Sieger vom Platz, neun Begegnungen endeten remis.
Zu den prägenden Akteuren im aktuellen Kader der Rot-Weißen zählen Seok-ju Hong und Eric Gueye. Hong kommt bislang auf sieben Tore und vier Vorlagen, Gueye folgt mit fünf Treffern und vier Assists auf Rang zwei der internen Scorerliste. Auch Moritz Stoppelkamp gehört weiterhin zu den Leistungsträgern. Der 39-Jährige erzielte in dieser Saison fünf Tore in elf Einsätzen und bringt große Erfahrung aus 71 Bundesliga-, 223 Zweitliga- und 124 Drittliga-Spielen mit.
Ein besonderes Wiedersehen gibt es am Freitag für VfL-Torwarttrainer Daniel Davari. Er war bis Juni 2025 als spielender Torwarttrainer in Oberhausen tätig und lief in seiner Karriere 73-mal für den RWO auf. Dabei blieb er 24-mal ohne Gegentor. In den letzten beiden Spielzeiten konzentrierte sich Davari überwiegend auf seine Arbeit als Trainer und kam nur noch einmal für wenige Minuten zum Einsatz. Somit trainierte Davari auch Kevin Kratzsch und Jannis Knoblauch, die auch heute noch zum Kader des Regionalligisten gehören.
Beim VfL kehrte am Mittwoch Torhüter Lukas Jonsson nach einem Infekt auf den Trainingsplatz zurück, trainierte zunächst jedoch individuell. Ein Einsatz am Freitag ist daher noch offen. Cheftrainer Timo Schultz plant allerdings ohnehin, die beiden Testspiele mit unterschiedlichen Mannschaften zu bestreiten, wie er unter der Woche bekanntgab: „Es werden zwei komplett unterschiedliche Mannschaften sein, und ein Großteil der Spieler wird auch die 90 Minuten durchspielen.“ Am Freitag sicher auf dem Platz stehen wird Ibrahim Touray, der aktuell an den SSV Jeddeloh II ausgeliehen ist und die lila-weiße Defensive für das Testspiel unterstützen wird.
Während für den VfL mit der Partie gegen Oberhausen der Start in das Testwochenende erfolgt und in der kommenden Woche bereits das nächste Pflichtspiel ansteht, beginnt für die “Kleeblätter” der Ligabetrieb erst am 24. Januar. Im Anschluss an die Partie reist der RWO zu einem Trainingslager in die Türkei.
Das Testspiel, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, kann dank des von Rad-Sport Schriewer präsentierten Livestreams kostenlos auf dem YouTube-Kanal des VfL Osnabrück verfolgt werden.
Testspiel gegen den FC Schalke 04: Herbstmeister zu Gast an der Bremer Brücke
Im zweiten Testspiel des Wochenendes treffen die Lila-Weißen am Samstag auf den FC Schalke 04 (Anpfiff: 14:00 Uhr). Dabei reisen die „Knappen“ als Herbstmeister der 2. Bundesliga ins Stadion an der Bremer Brücke. Mit zwölf Siegen und einem Unentschieden aus 17 Spielen führt der FC Schalke 04 die Tabelle der 2. Bundesliga mit 37 Punkten an. Der Vorsprung auf den SV Elversberg beträgt dabei drei Zähler.
Unter Cheftrainer Miron Muslic, der im Sommer vom englischen Zweitligisten Plymouth Argyle ins Ruhrgebiet wechselte, entwickelten sich die Blau-Weißen zu einer defensiv äußerst stabilen Mannschaft. Mit lediglich zehn Gegentoren stellt Schalke aktuell die beste Defensive im deutschen Profifußball. Zwischen den Pfosten steht seit rund einem Jahr Loris Karius, der ebenso wie VfL-Keeper Lukas Jonsson in der Hinrunde bereits neunmal ohne Gegentor blieb. Im Sommer verstärkte sich der S04 unter anderem mit Soudiane El-Faouzi (Alemannia Aachen), Nikola Katic (FC Zürich) sowie Timo Becker und Finn Porath (beide Holstein Kiel).
Offensiv prägen Kenan Karaman und Moussa Sylla das Spiel der Knappen. Karaman kommt bislang auf sechs Treffer, Sylla auf vier Tore. Gemeinsam waren sie damit für fast die Hälfte der insgesamt 22 Schalker Saisontore verantwortlich. Besonders auffällig ist die frühe Torgefahr der Gäste: Neun Treffer erzielte der S04 bereits in der ersten halben Stunde, was den Spitzenwert der Liga darstellt.
Lange warten auf einen Treffer gegen den S04 muss dagegen der VfL Osnabrück, so blieben die Lila-Weißen in den letzten fünf Duellen mit den „Knappen“ sieg- und torlos. Der letzte lila-weiße Erfolg geht somit auf den 17. Mai 1990 zurück, als Dirk Gellrich per Doppelpack und Christian Neidhardt die Osnabrücker Tore beim 3:1-Heimsieg erzielten.
In dieser Saison bereits gegen den S04 angetreten ist Julian Kania. Der Angreifer, der Ende Dezember als Leihneuzugang vorgestellt wurde, stand mit Arminia Bielefeld Anfang Oktober gegen Schalke auf dem Platz und musste dabei eine 1:2-Heimniederlage hinnehmen. Der 24-Jährige freut sich bereits auf das Spiel gegen den Zweitligisten und seinen ersten Auftritt für den VfL: „Ich glaube, gegen Schalke ist es immer sehr cool zu spielen. Und es ist ein sehr guter Test, um dann eine Woche später wieder reinzustarten.“
Ebenfalls auf das Duell mit dem Traditionsverein freuen wird sich sicherlich Niklas Wiemann, der in der Jugend insgesamt drei Jahre für die Königsblauen auflief und auf insgesamt 101 Partien für die U17, U19 und die Zweitvertretung zurückblickt. Dass die Vorfreude auf den namhaften Gegner auch bei den Fans groß ist, zeigt die Tatsache, dass bereits über 9.500 Karten für das Testspiel verkauft wurden.
So sind nur noch vereinzelt Tickets im Sitzplatzbereich verfügbar. Aber auch die Stehplatztribünen auf der Dieckmann-Westkurve sowie die Ostkurve und der Affenfelsen werden am Samstag geöffnet. Wer sich noch keine Karte gesichert hat, kann dies im Online-Ticketshop oder im Fanshop an der Bremer Brücke tun. Darüber hinaus wird auch die Partie am Samstag kostenlos im Livestream, präsentiert von Rad-Sport Schriewer, auf dem YouTube-Kanal des VfL übertragen.
Text: Jendrik Greiwe
Foto: Jonas Jürgens
