Mit dem gestrigen 2:0-Sieg der SpVgg Greuther Fürth gegen Rot-Weiss Essen steht auch der letzte Gegner des VfL Osnabrück in der kommenden Saison fest. In der 2. Bundesliga gibt es dabei einige besondere Begegnungen.

Nach dem Wiederaufstieg erwartet den VfL Osnabrück ein Teilnehmerfeld mit viel Tradition und zahlreichen bekannten Namen. Neben den Duellen mit den Bundesliga-Absteigern FC St. Pauli, dem 1. FC Heidenheim und dem VfL Wolfsburg trifft man auch auf langjährige Zweitligisten wie Hertha BSC, Hannover 96 oder Eintracht Braunschweig.

Mit dem FC St. Pauli trifft Cheftrainer Timo Schultz auf seinen ehemaligen Heimatverein. Insgesamt 91-mal standen sich der VfL und die „Kiezkicker“ bislang gegenüber. Die Reise ans Millerntor gehört mit rund 194 Kilometern zu den kürzeren Auswärtstouren der Saison. Besonders weit wird dagegen die Fahrt nach Heidenheim. So wird die Auswärtsfahrt in die Voith-Arena mit 427 Kilometern Entfernung (Luftlinie) die weiteste der Saison. Zudem kommt es erstmals seit 14 Jahren wieder zu einem Duell mit Zuschauern, nachdem die beiden letzten Aufeinandertreffen während der Corona-Pandemie ohne Fans ausgetragen wurden.

Eine besondere Konstellation bringt auch das Duell mit dem VfL Wolfsburg mit sich. Nach dem ersten Bundesliga-Abstieg in der Vereinsgeschichte der „Wölfe“ werden sich die beiden “Vereine für Leibesübungen” erstmals seit 24 Jahren wieder in einem Pflichtspiel begegnen. Für die Lila-Weißen ist es zugleich die erste Reise in die im Jahr 2002 eröffnete Volkswagen Arena. Die bisherige Bilanz spricht dabei im Übrigen klar für den VfL Osnabrück: In 43 Duellen gelangen 24 Siege bei nur elf Niederlagen. Viel Vorfreude dürften die Fans der Osnabrücker auch auf das Derby mit dem DSC Arminia Bielefeld haben. Die Distanz zwischen der Bremer Brücke und der SchücoArena beträgt lediglich 43 Kilometer Luftlinie, sodass es sich um die kürzeste Auswärtsfahrt der kommenden Saison handelt.

Ebenfalls kurze Reisezeiten stehen mit den Duellen gegen Eintracht Braunschweig und Hannover 96 an. Ein Blick auf die Karte der Zweitligastandorte zeigt, dass sich die Mehrheit der Vereine in Norddeutschland befindet. Die Stadien der Zweitliga-Konkurrenten liegen somit im Schnitt rund 265 Kilometer von der Bremer Brücke entfernt. Die nördlichste Auswärtsfahrt wird nach Kiel führen. Gegen die KSV Holstein besitzt der VfL eine lange gemeinsame Historie. So werden beide Vereine in der kommenden Saison zum 100. Mal aufeinandertreffen. Die Bilanz fällt aus Osnabrücker Sicht positiv aus: 49 Siege und 14 Unentschieden stehen in den bislang 99 Duellen zu Buche.

Eine besondere Herausforderung wartet dagegen im Olympiastadion Berlin auf den VfL. Gegen Hertha BSC verloren die Lila-Weißen zwar zuletzt 1982 zu Hause ein Zweitligaspiel, auswärts gelang dem VfL in Berlin bislang allerdings noch kein Sieg. Ähnlich schwierig verliefen die Gastspiele beim 1. FC Nürnberg, wo der VfL in sieben Auswärtsspielen lediglich zwei Punkte holen konnte.

Mit dem Karlsruher SC kommt es zudem zum Wiedersehen mit Kevin Wiethaup. Das VfL-Eigengewächs wechselt in diesem Sommer in den BBBank Wildpark. Und auch gegen den 1. FC Kaiserslautern steht im Fritz-Walter-Stadion ein Duell mit einem ehemaligen Osnabrücker an. Maxwell Gyamfi läuft seit Sommer 2025 für die Pfälzer auf. Erstmals seit 15 Jahren treffen die Lila-Weißen zudem wieder in der 2. Bundesliga auf Energie Cottbus. Beide Klubs schafften in der vergangenen Saison gemeinsam den Aufstieg aus der 3. Liga. Dynamo Dresden wiederum kennt der VfL bislang vor allem aus der 3. Liga – erst zweimal trafen beide Vereine in der 2. Bundesliga aufeinander. In der Saison 2019/20 blieb der VfL dabei ungeschlagen. Zum klassischen Zweitligaduell kommt es dagegen mit der SpVgg Fürth. Gegen die „Kleeblätter“ traf man bislang ausschließlich in der 2. Bundesliga oder DFB-Pokal aufeinander und fuhr in der Saison 2008/09 den höchsten Zweitligaheimsieg nach der Jahrtausendwende ein. Unter anderem dank eines Doppelpacks von Thomas Reichenberger besiegte man die Fürther deutlich mit 5:1.

Neben traditionsreichen Gegnern und bekannten Gesichtern warten somit zahlreiche attraktive Auswärtsfahrten auf die Mannschaft und die Fans des VfL. Mit vielen traditionsreichen Stadien, regionalen Duellen und besonderen Wiedersehen verspricht die kommende Zweitliga-Saison bereits im Vorfeld zahlreiche Höhepunkte für die Lila-Weißen.


Text: Jendrik Greiwe
Foto: Fabian Frommeyer
Grafik: Yannick Licher