Vom Leverkusener Nachwuchstalent über Stationen in Deutschland, der Ukraine, Polen, Israel und Griechenland: Joel Abu Hanna hat in seiner Karriere zahlreiche Erfahrungen gesammelt und sich dabei immer wieder neuen Herausforderungen gestellt. Der 28-Jährige bringt internationale Erfahrung, sportliche Reife und einen ungewöhnlichen Lebensweg mit zum VfL und will es sich an der Bremer Brücke noch einmal selbst beweisen.
Am 22. Januar 1998 wurde Joel Abu Hanna als Sohn einer deutschen Mutter und eines israelischen Vaters in Troisdorf geboren. Sein Vater, der mit 19 Jahren nach Deutschland kam, war es auch, der ihn für den Fußball begeistern konnte. „Mein Papa war ziemlich fußballverrückt und ist es immer noch. Der hat mich schon so zum Fußball gebracht. Jedes Mal, wenn der nach der Arbeit nach Hause kam, war es: Hey Papa, auf geht’s. Ich weiß, du hast gerade zehn, zwölf Stunden gearbeitet, aber wir spielen jetzt noch ein bisschen Fußball“, erzählte Abu Hanna im August 2024 im Football-Leverage-Podcast. Für den Vereinsfußball konnte sich der junge Joel anfangs jedoch nicht wirklich begeistern. „Dann haben meine Eltern mich irgendwann zum Verein gebracht, aber dann habe ich gesagt: Da habe ich keine Lust drauf, ich habe keine Lust, um die Hütchen zu laufen. Dann bin ich nach einem Jahr wieder hin und seitdem ich ungefähr sechs bin, spiele ich Fußball.“
Beim örtlichen Dorfverein FC Uckerath begann Abu Hanna seine Fußballkarriere, ehe er nach zwei Jahren in die Fußballschule Hennef wechselte. Dort absolvierte er regelmäßig Turniere, an denen auch Nachwuchsteams zahlreicher Bundesligisten teilnahmen. Als Abu Hanna schließlich neun Jahre alt war, wurde er zum Probetraining bei Bayer 04 Leverkusen eingeladen. Während seine Mutter zunächst noch Bedenken hatte, ob sich ihr Sohn nicht zunächst auf die Schule konzentrieren sollte, war sein Vater sofort Feuer und Flamme. „Dann weiß ich noch, dass meine Mutter mir damals zum ersten Probetraining in Leverkusen einfach ein Köln-Trikot anziehen wollte. Und mein Vater hat mich nur gesehen und gesagt: Bist du eigentlich verrückt? […] Zieh dem Jungen das Trikot aus.“ Sein Vater, der selbst ein großer Fan des 1. FC Köln ist, zog Abu Hanna also um und brachte ihn in neutraler Kleidung zum Trainingsgelände nach Leverkusen. Im Probetraining hinterließ Abu Hanna schließlich, in der passenden Kleidung, einen guten Eindruck, sodass er zur U10 in die Jugendakademie von Bayer 04 Leverkusen wechselte.
Anders als bei vielen anderen Nachwuchsleistungszentren lebte Abu Hanna jedoch nicht im Internat, sondern in einer Gastfamilie mit zwei weiteren Spielern aus der Akademie. Einer dieser Mitspieler und Mitbewohner war Andrejs Ciganiks, der schnell zu einem engen Freund wurde. Jahre später sollten Abu Hanna und Ciganiks bei Zorya Luhansk in der Ukraine erneut Mannschaftskollegen werden. Zudem wurde Ciganiks, der aktuell beim FC Luzern in der Schweiz unter Vertrag steht, später auch Abu Hannas Trauzeuge. Bei Bayer Leverkusen durchlief Abu Hanna schließlich sämtliche Jugendmannschaften und stand dabei unter anderem gemeinsam mit Kai Havertz und Benjamin Henrichs auf dem Platz.
Sein Talent wurde auch vom DFB erkannt, sodass Abu Hanna ab der U15 regelmäßig zu Lehrgängen eingeladen wurde. Ein Highlight seiner damals noch jungen Karriere war die Teilnahme an der U17-Europameisterschaft 2015, bei der er in allen Turnierspielen zum Einsatz kam und sich mit seiner Mannschaft erst im Finale Frankreich mit 1:4 geschlagen geben musste. Nur drei Monate später, im Oktober 2015, schied er bei der U17-Weltmeisterschaft im Achtelfinale gegen Kroatien (0:2) aus. Insgesamt absolvierte er 20 Spiele für die verschiedenen U-Nationalmannschaften des DFB.
Nachdem er im März 2016 bereits einmal in der UEFA Europa League (0:0 gegen Villarreal) und einmal in der Bundesliga (2:0 gegen Stuttgart) im Kader gestanden hatte, jedoch jeweils nicht zum Einsatz gekommen war, wurde er im Sommer 2016 endgültig zu den Profis von Bayer 04 Leverkusen hochgezogen. Fortan gehörte er zum festen Bestandteil des Trainingskaders, kam allerdings ausschließlich in der U19-Regionalliga West (24 Spiele) und der UEFA Youth League (vier Spiele) zum Einsatz. Ohnehin sahen ihn zunächst Roger Schmidt und später Tayfun Korkut vor allem als Alternative zu Linksverteidiger Wendell, an dem der damals 19-Jährige nicht vorbeikam. Aufgrund der fehlenden Perspektive auf Einsatzzeiten wagte Abu Hanna im Sommer 2017 nach neun Jahren unterm Bayer-Kreuz den Schritt in die 2. Bundesliga und wechselte zum 1. FC Kaiserslautern.
„Und ich dachte so, jetzt komm ich hier hin und mach hier alles ganz locker mit. Und dann war ich erstmal fünf Wochen gar nicht im Kader. Da ist mir erstmal aufgefallen, zweite Liga ist auch echt schwer“, verriet er seine Anfangsschwierigkeiten bei den „Roten Teufeln“ im September 2024 im Podcast Kicken & Kohle. Auch beim FCK wurde Abu Hanna auf der linken Abwehrseite eingesetzt. „Ich wurde aufgrund meiner Größe auch viel einfach nach links geschoben, auf die Außenverteidigerposition. Ich würde schon sagen, dass ich da spielen kann. Aber ich bin jetzt nicht das Paradebeispiel eines linken Verteidigers.“
Dennoch konnte er bei seinem Zweitligadebüt am 29. September 2017 im Auswärtsspiel bei Greuther Fürth überzeugen, sodass er auch in den folgenden sieben Partien in der Startelf stand. Anschließend rotierte der Defensivakteur bei den damals abstiegsbedrohten Lauterern jedoch wieder auf die Bank oder sogar ganz aus dem Kader. Unter Michael Frontzeck, der die Mannschaft Ende Januar 2018 übernahm, verlor Abu Hanna seinen Stammplatz schließlich endgültig. Am Ende der Saison stieg der 1. FC Kaiserslautern als Tabellenletzter in die 3. Liga ab. Abu Hanna blieb der 2. Bundesliga dennoch erhalten und wechselte im darauffolgenden Sommer zum frischgebackenen Aufsteiger 1. FC Magdeburg.
„Die Zeit in Magdeburg und bei Fortuna Köln könnte der Knackpunkt meiner Karriere sein, weil es das schwerste Jahr in meiner ganzen Fußballkarriere war.“ Nach den Gesprächen mit dem damaligen Sportdirektor Mike Frantz war Abu Hanna mit der Vorstellung nach Magdeburg gewechselt, dort Stammspieler zu werden. Anders sah dies jedoch offenbar Trainer Jens Härtel. In der Hinrunde kam der Defensivakteur zu keinem einzigen Einsatz und wurde insgesamt nur dreimal für ein Zweitligaspiel in den Kader berufen.
Im Winter folgte die Leihe zum Drittligisten Fortuna Köln. Dort kam Abu Hanna zwar regelmäßig zum Einsatz (unter anderem beim 0:0 gegen den VfL Osnabrück), wurde jedoch immer wieder von Verletzungen ausgebremst. Insgesamt absolvierte er am Ende der Saison lediglich neun Pflichtspiele. Durch den Abstieg der Magdeburger zurück in die 3. Liga war er anschließend zudem vertragslos, sodass er ernsthaft darüber nachdachte, seine Karriere zu beenden und ein Studium in den USA aufzunehmen. Die Zusage für ein Stipendium hatte er bereits erhalten.
Diese Pläne wurden jedoch durch einen Anruf aus der Ukraine durchkreuzt. „Viktor Skripinik […] hat mich angerufen und gefragt: Joel, bist du bereit ein Mann zu werden?“ Der damals 21-Jährige war bereit und wechselte im Sommer 2019 also in die erste ukrainische Liga zu Zorya Luhansk. „Dann bin ich ungelogen mit zwei Koffern ins Trainingslager nach Slowenien gefahren, habe das Trainingslager mitgemacht und bin von dort mit den zwei Koffern in die Ukraine geflogen. Ich saß also von der Entscheidung ins Trainingslager zu fahren zehn Tage später in Saporischschja in der Ukraine und mein ganzes Leben war komplett auf links gedreht.“
Viel Zeit über sein neues Leben nachzudenken hatte Abu Hanna jedoch nicht. Im unmittelbaren Anschluss an das Trainingslager stand bereits die zweite Qualifikationsrunde zur Europa League an. Gegen Buducnost Podgorica aus Montenegro und ZSKA Sofia aus Bulgarien setzte man sich durch, musste sich jedoch gegen Espanyol Barcelona geschlagen geben. Abu Hanna fand in der anschließenden Saison jedoch den Spaß am Fußball zurück und avancierte auf Anhieb auf der Innenverteidigerposition zum Stammspieler und Leistungsträger. Insgesamt kam er in seiner Debütsaison auf 28 Einsätze (sechs Europa League-Quali, 14 Premier Liga, acht Meisterrunde Premier Liga) und beendete die Spielzeit mit Zorya Luhansk, die aufgrund des Krieges in der Ostukraine seit der Saison 2014/15 ihre Heimspiele in Saporischschja austragen, auf dem dritten Platz, womit man sich direkt für die Gruppenphase der Europa League qualifizierte.
In einer Gruppe mit Leicester City, Sporting Braga und AEK Athen schied man letztendlich auf dem dritten Platz aus, setzte aber dennoch mit Siegen gegen Athen und Leicester auf der internationalen Bühne Ausrufezeichen. Grund dafür war auch die Mentalität der Mannschaft, wie Abu Hanna zurückblickt: „Wir waren eigentlich alles Underdogs. […] Wir hatten alle Talent, aber wir waren eigentlich alle noch nicht wirklich angekommen.“ Nach einer weiteren souveränen Saison in der Ukraine erweckte Abu Hanna auch über die Grenzen der Ukraine hinweg das Interesse internationaler Vereine und schloss sich im Sommer 2021 dem polnischen Rekordmeister Legia Warschau an.
Dabei dürfte er den Verantwortlichen in Polen sicherlich nicht nur durch seine zweikampfstärke, sondern auch mit seiner Technik überzeugt haben. „Ich würde schon sagen, dass ich jetzt nicht der typische Innenverteidiger bin. […] Ich bin nicht der Riese, ich bin ungefähr 1,83m groß. Das heißt, ich muss über andere Stärken kommen. […] Ich würde also schon sagen, dass ich ein Kicker bin als Innenverteidiger. […] Ich bin jetzt kein Lionel Messi, aber ich bin schon nicht verkehrt am Ball als Innenverteidiger“, wie er sich selbst im Football-Leverage-Podcast beschrieb. Dass er durchaus mit dem Ball am Fuß auch in der Offensive umgehen kann, bewies Abu Hanna im September 2019 als er für Luhansk nach einem Eckball per Fallrückzieher den 2:2-Ausgleich gegen Dynamo Kyiv erzielte. Und auch als Kind faszinierte er sich für das technisch begabte Team des FC Barcelona und insbesondere Ronaldinho, dessen Fußballschuhe er im Kindesalter stolz trug.
Kurz vor seinem Wechsel, im Juni 2021, kam es für Abu Hanna zu einem der Highlight-Spiele seiner Karriere. Denn mit der israelischen Nationalmannschaft, für die er erstmals im Oktober 2020 auflief und kurz vorher noch einen israelischen Pass beantragen musste, traf er in einem Testspiel auf Portugal und somit auch auf niemand geringeren als Cristiano Ronaldo. „Es war schon irre, das werde ich nie vergessen. Unser Team war schon auf dem Platz und hat sich schon warm gemacht. Und dann stehst du dort […] und dann kommt da Cristiano Ronaldo rausgelaufen. Der Typ hat einfach so eine krasse Aura, dass bei uns einfach alle beim Warmmachen aufgehört haben.“ Eine Halbzeit lang durfte Abu Hanna schließlich im Estádio da Luz in Lissabon gegen Ronaldo, Fernandes, Silva und Co. verteidigen, verließ am Ende aber mit 0:4 als Verlierer den Platz. Zum bisher letzten Mal trug Abu Hanna am 12. Oktober 2021, in der WM-Qualifikation gegen Moldawien, das Nationalmannschaftstrikot.
Anders als noch in der Ukraine war Abu Hanna in Warschau allerdings vom Pech verfolgt. Gerade als er regelmäßig zu Einsatzzeiten kam, zog er sich einen Meniskusriss zu, woraufhin er fünf Monate ausfiel und im Saisonendspurt nur noch zu drei weiteren Einsätzen kam. Zur Saison 2022/23 wollte sich der Innenverteidiger dementsprechend zurückkämpfen und bekam von den Verantwortlichen zunächst ebenfalls das Signal, dass man mit dem damals 24-Jährigen plant. Nachdem er in den ersten sieben Spieltagen der neuen Saison nur einmal auf dem Platz stand, wurde ihm kurz vor Transferschluss jedoch mitgeteilt, dass er sich doch noch leihweise einen neuen Verein suchen solle. So ging es für Abu Hanna Ende August 2022 von Warschau an die polnische Ostseeküste zum Ligakonkurrenten Legia Gdansk. Dort traf er neben Christian Clemens und Marco Terrazzino auch auf seinen ehemaligen Trainer bei Fortuna Köln, Tomasz Kaczmarek. Nur vier Tage nach seiner Ankunft wurde dieser jedoch prompt entlassen, sodass die geführten Gespräche vor der Vertragsunterschrift hinfällig waren.
Für die Mannschaft, den Verein und demzufolge auch Abu Hanna wurde es eine turbulente Saison. Mit Maciej Kalkowski, Marcin Kaczmarek und David Badia Cequier folgten während der Spielzeit drei weitere Trainer, die allesamt nicht den gewünschten Erfolg brachten, wodurch der Verein zum ersten Mal seit 17 Jahren wieder in die zweite polnische Liga abstieg. Abu Hanna kam dabei in 14 Ligaspielen, sowie einmal im Pokal zum Einsatz und befand sich im Sommer 2023 erneut auf Vereinssuche.
Dieses Mal führte der Weg nach Israel zum dortigen Erstligisten Maccabi Netanya. Somit lebte Abu Hanna erstmals auch im Heimatland seines arabisch christlichen Vaters, der heutzutage wieder in Israel lebt und somit kurze Wege zu den Spielen seines Sohnes hatte. Eine große Eingewöhnungszeit benötigte Abu Hanna also nicht, sodass er schnell zum Stammspieler wurde.
Am 7. Oktober 2023 änderte sich jedoch die Lebenslage für Abu Hanna und seiner Frau, als der der Terrorangriff der Hamas den Konflikt mit der israelischen Regierung eskalieren ließ. Daraufhin flüchteten diese zunächst aus Tel Aviv nach Netanya, der Stadt in der Abu Hannas neuer Verein trainierte und wenig später zurück nach Deutschland. „Das war ja damals so, dass die deutsche Regierung diese Evakuierungsflüge gemacht hat. Das hat dann ein bisschen gedauert. […] Dann sind wir damit rausgeflogen, weil meine Frau auch unbedingt wegwollte. Drei Wochen später bin ich aber schon wieder zurück, weil wie es da unten ist, fangen die wieder an zu trainieren und die Liga ging bald wieder los.“ Anfang Dezember stand Abu Hanna also schon wieder auf dem Platz, während seine Frau in Deutschland blieb. Schnell wurde dem Verteidiger also klar, dass er auch im kommenden Sommer erneut einen Wechsel anstreben wird. Schließlich hat sich die Lage vor Ort bis heute nicht beruhigt.
„Diese ganze Lage da unten, die ist belastend, nicht nur in Israel. Viele, viele Menschen haben da ihre Meinung zu und wenn man da seine Meinung dazu äußert, auch in der Öffentlichkeit, dann ist es sofort so, dass man in eine Ecke gestellt wird. Da bin ich klar, wo ich sage: Wir sollten einfach alle Menschen bleiben und einfach Liebe dem anderen schenken und nicht Hass“, äußerte sich Abu Hanna im Podcast Kicken & Kohle selbst zur prekären Situation in der Heimatregion seines Vaters.
Anders als in den Sommern zuvor fand Abu Hanna, der im August 2024 seinen Vertrag bei Maccabi Netanya auflösen ließ, nicht sofort einen neuen Arbeitgeber und blieb für ein halbes Jahr vereinslos. In der Zwischenzeit hielt er sich beim Regionalligisten Wuppertaler SV, bei dem zu der Zeit sein alter Teamkollege und Freund Marco Terrazzino spielte, fit. Nach etwaigen Stationen im Ausland bemerkte er dabei erneut was für einen hohen Standard der deutsche Fußball, selbst in der Viertklassigkeit, besitzt.
Nichtsdestotrotz reizte ihm erneut ein Auslandsengagement, sodass er im Winter 2024 zum griechischen Erstligisten Levadiakos FC wechselte. In Mittelgriechenland wurde er schnell in die Anfangsformation befördert und absolvierte in der Rückrunde der Saison 2024/25 insgesamt 16 Einsätze. So ging er mit viel Selbstbewusstsein auch in die abgelaufene Saison, blieb Stammkraft und wurde dennoch im Oktober 2025 zwischenzeitlich durch eine Wadenverletzung bis zum Jahresende ausgebremst. Zum Start der Rückrunde meldete sich Abu Hanna jedoch zurück und fuhr am Ende mit dem fünften Platz in der Hauptrunde die beste Endplatzierung der Vereinsgeschichte ein. Und auch im Pokal sorgte man für Furore und scheiterte erst im Halbfinale an OFI Kreta.
Trotz dieser positiven Entwicklung des Vereins überwog am Ende der abgelaufenen Saison die Sehnsucht nach einer Rückkehr in die deutsche Heimat. Somit kam der Ruf aus Osnabrück für Abu Hanna, seiner Frau und dem wenige Monate alten Kind zum richtigen Zeitpunkt. „Ich bin vor sieben Jahren ins Ausland gegangen. Für mich war dann auch schon klar: Zweite Liga, da habe ich schon Bock drauf. Das ist nochmal eine Challenge für mich. Da habe ich zwar ein paar Spiele gemacht, aber das ist jetzt auch schon etwas länger her. Und jetzt nochmal gefestigter als damals, als ein anderer Spieler, zurückzukommen, möchte ich es mir nochmal selber beweisen“, erläuterte Abu Hanna im Vorstellungsinterview bei VfL-TV seine Intentionen zum Wechsel in die Hasestadt.
Neben dem Fußball begeistert sich der gebürtige Troisdorfer auch für den Basketball und hat zudem ein Herz für Tiere. So fand er im Dezember 2024, gemeinsam mit seiner Frau, in Griechenland einen alleingelassenen Welpen, nahm in bei sich auf und suchte anschließend via Instagram ein neues zu Hause für den Vierbeiner. Seine Gegenspieler auf dem Platz geht Abu Hanna allerdings nicht so liebevoll an, auch wenn er während seiner Karriere erst einen einzigen Platzverweis kassierte. „Ich kann auch dahingehen, wo es wehtut und gehe gerne dahin, wo es wehtut und definiere mich da auch ein bisschen darüber“, so der 28-Jährige bei VfL-TV.
Die Anhänger der Lila-Weißen dürfen sich also über einen sehr erfahrenden, spiel- und zweikampfstarken Defensivakteur freuen, der nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz einen großen Erfahrungsschatz an die Bremer Brücke bringt. „Mein Weg ist einfach ein ganz anderer als der typische deutsche Jungprofiweg. Ich habe einen anderen Weg eingeschlagen, den habe ich akzeptiert. Ich liebe mich dafür, dass ich diesen Weg eingeschlagen habe, denn ich konnte so viel andere wertvolle Erfahrungen für mich und meine Leben sammeln, auch wenn es jetzt nicht das Spielen in der Bundesliga war“, blickt er schon jetzt zufrieden auf seine Karriere zurück. Umso positiver soll das Fazit dann auch nach dem lila-weißen Kapitel seiner Laufbahn klingen, welches in wenigen Tagen offiziell starten wird.
Text: Jendrik Greiwe
Foto: Jonas Jürgens
