4. Spieltag

Heimspiel
VfL Osnabrück
78'
Ihorst
1:1
1
:
1
SV Darmstadt 98
30'
Pálsson
0:1
Mi. 28.10.2020 Anstoß: 18:30 Uhr | Schiedsrichter: Markus Schmidt

match-center

Lilien an der Bremer Brücke

Der erste Versuch musste vertagt werden, am Mittwochabend kommt es nun aber zum zweiten Heimspiel der Saison 20/21. Um 18.30 Uhr gibt der SV Darmstadt 98 seine Visitenkarte an der Bremer Brücke ab.

Der letzte Auswärtsauftritt der Lilien im Nürnberger Max-Morlock-Stadion konnte sich wahrlich sehen lassen. Denn auch wenn der 3:2-Siegtreffer erst in der Nachspielzeit fiel, war der Sieg der Darmstädter allemal verdient. Auf des Gegners Platz hatten die Lilien 67% Ballbesitz. Sie spielten mehr als doppelt so viele Pässe wie die Gastgeber (593-281), davon fanden weit mehr als doppelt so viele den eigenen Mannschaftskollegen (489-181). Auch in puncto Spielanlage und -intelligenz hinterließen die Südhessen einen rundum überzeugenden Eindruck.

Nach dem mühsamen Auftakt in Sandhausen (2:3) und gegen Regensburg (0:0) schien die Philosophie des neuen Trainers Markus Anfang, die eine deutliche Dominanz und Spielkontrolle vorsieht, zu greifen. Doch am vergangenen Samstag halfen gegen den FC St. Pauli weder Ballbesitz noch eine 2:0-Führung. Die Kiezkicker erzielten in der 7. Minute der Nachspielzeit noch den Ausgleich.

Neue Gesichter und bewährte Leistungsträger

Nach der herausragenden Rückrunde 19/20, die Darmstadt hinter Aufsteiger Bielefeld auf Rang 2 abschloss, gab es wenig Argumente für einschneidende personelle Veränderungen. Die Lilien beließen es deshalb bei fünf externen Verpflichtungen.

Der von Bayern München ausgeliehene Innenverteidiger Lars Lukas Mai feierte mit der Reserve des Rekordmeisters die Drittliga-Meisterschaft, ehe ihm Hansi Flick zu einem „Tapetenwechsel“ und Spielpraxis in der nächsthöheren Liga riet. Mai verpasste bis dato noch keine Minute und feierte vor kurzem überdies sein Debüt in der U21-Nationalmannschaft.
Innenverteidiger Nicolai Rapp, der sich auch auf der Sechser-Position wohlfühlt, war bereits in der Rückrunde von Union Berlin ausgeliehen worden und trägt nun erneut das Trikot der Lilien. Beim 1. FC Nürnberg sorgte er mit einem „Sergio-Ramos-Kopfball“ (O-Ton Teamkollege Marvin Mehlem) für den Siegtreffer.

Neben Mai und Rapp prägen „langgediente“ Darmstädter wie Immanuel Höhn, Fabian Holland, Tobias Kempe, Victor Palsson oder Serdar Dursun weiter das Bild der Mannschaft. In die Jahre gekommen sind die Lilien deshalb aber noch lange nicht. Mit einem Durchschnittsalter von 25,3 Jahren stellen sie das viertjüngste Team der 2. Bundesliga.

Taktisches

33 Tore und 14 Assists in 76 Spielen für Darmstadt 98: Diese Empfehlung machte Serdar Dursun zuletzt nicht nur für viele andere Vereine interessant, sie garantiert ihm auch einen Stammplatz in der Offensive der Lilien. Durchaus denkbar, dass Dursun, der am letzten Samstag beide Treffer gegen St. Pauli erzielte, am Mittwoch die Sturmspitze in einer 4-1-4-1-Formation bildet.

Lila-Weiß gegen Blau-Weiß

26 Mal trafen sich der VfL Osnabrück und der SV Darmstadt 98 in der 2. und 3. Liga. Die Bilanz ist nahezu ausgeglichen. Die Lila-Weißen konnten neun Duelle für sich entscheiden, die Lilien waren in acht Fällen erfolgreich. Neun Ligaspiele endeten unentschieden.

Spieltag: 28.10.2020, 18.30 Uhr, Bremer Brücke
Spieltags-Hashtag: #OSND98

VfL Osnabrück
Spielaufstellung
22
Philipp Kühn
 TW
7
Bashkim Ajdini
8
Ulrich Taffertshofer
9
Christian Santos
10
Niklas Uwe Schmidt
13
Ken Reichel
14
Etienne Amenyido
18
Maurice Trapp
23
David Blacha
29
Bryan Henning
33
Timo Beermann
 
Ersatzbank
1
Moritz Nicolas
 ETW
4
Lukas Gugganig
5
Konstantin Engel
6
Ludovit Reis
20
Marc Heider
25
Sven Köhler
27
Luc Ihorst
30
Maurice Multhaup
37
Sebastian Kerk
SV Darmstadt 98
Spielaufstellung
1
Marcel Schuhen
 TW
4
Gudlaugur Victor Pálsson
6
Marvin Mehlem
11
Tobias Kempe
17
Lars Lukas Mai
19
Serdar Dursun
22
Aaron Seydel
23
Nicolai Rapp
32
Fabian Holland
37
Patrick Herrmann
40
Erich Berko
 
Ersatzbank
31
Florian Stritzel
 ETW
7
Felix Platte
8
Fabian Schnellhardt
18
Mathias Honsak
21
Immanuel Höhn
26
Matthias Bader
27
Tim Skarke
30
Adrian Stanilewicz
33
Braydon Marvin Manu

Punktgewinn gegen Darmstadt

Dauerregen, leere Ränge und ein ungebrochener Osnabrücker Wille: Am Montagabend trennten sich der VfL und der SV Darmstadt 98 1:1 Unentschieden.

Gleich zu Beginn deutete sich ein offenes Spiel an. Bereits in der 7. Minute kam der VfL zu seiner ersten Ecke: Nach der Kopfballverlängerung zog Reichel aus dem Rückraum ab, Schuhen konnte den Schuss aber entschärfen.
Von den „Lilien“ war in den ersten zehn Minuten offensiv wenig zu sehen, der Abwehrverbund der Lila-Weißen stand geschlossen. In der 15. Minute dann die erste Darmstädter Gelegenheit: Trapp war auf der linken Seite überrumpelt worden, Dursuns Flanke auf den Kopf von Seydel lenkte Kühn mit den Fingerspitzen zur Ecke – diese blieb anschließend wirkungslos.

Trotzdem: Gerade das Sturmduo Dursun/Seydel war in der Folge ein steter Unruheherd.

In der 22. Minute kam Santos am linken Strafraumeck des SVD an den Ball, fasste sich ein Herz und zog den Ball leicht geschlenzt ab, die Kugel strich allerdings knapp rechts am Darmstädter Tor vorbei.

In der 26. Minute holte sich Pálsson die gelbe Karte ab: Auf Höhe der Mittellinie legte er Niklas Schmidt deftig um, Schiri Schmidt fackelte mit seiner Verwarnung nicht lange.

Die vierte Ecke in der 30. Minute für die „Lilien“ brachte die Führung: Ein verlängerter Ball landete bei Pálsson, der mit einem strammen Schuss oben links einnetzt.

Bis zur Pause musste sich der VfL noch einigen Angriffen der Darmstädter erwehren, die beste Gelegenheit vor der Halbzeit hatte Bryan Henning, der nach einem Solo von Amenyido auf der linken Außenbahn und anschließender, maßgenauer Flanke im Zentrum zum Schuss kam – dieser landete allerdings haarscharf links vom Darmstädter Tor. Die gelbe Karte holte sich „Breezy“ dann auch noch ab, sein taktisches Foul an Mehlem führte zur Verwarnung.
Nach zwei Minute Nachspielzeit läutete der Pfiff von Markus Schmidt die Halbzeit ein, das 0:1 aus Osnabrücker Sicht dürfte für Diskussionen in der Kabine gesorgt haben.

Zur zweiten Hälfte nahm VfL-Cheftrainer Marco Grote zwei Änderungen vor: Für Blacha und Henning kamen Reis und Ihorst.

Die erste Gelegenheit in Hälfte Zwei hatte Niklas Schmidt, als er in der 49. Minute vom linken Strafraumeck flach abzog. Sein Schuss strich allerdings knapp am linken Pfosten vorbei.
Etienne Amenyido sah in der 54. Minute die gelbe Karte, weil er den Ball nach einer vermeintlichen Foulsituation weggeschlagen hatte. Mehlem erwischte es drei Minuten später nach einem taktischen Foul an Taffertshofer auf Höhe der Mittellinie.

Nahezu direkt im Anschluss wechselte Marco Grote erneut: Für den heute glücklosen Amenyido kam Sebastian Kerk in die Partie.

Starke Parade von „Pipo“ Kühn in der 63. Minute: Berko kam nach einem Abpraller auf halbrechts an den Ball zog leicht nach innen und zog direkt ab, aber Kühn lenkte den Schuss zur Ecke. Diese hielt er anschließend locker fest.

Echte Gelegenheiten waren in den nächsten zehn Minuten Mangelware, auch wenn sich der VfL mehrfach dem „Lilien“-Tor annäherte.

Doppelwechsel bei den Gästen in der 74. Minute: Für Seydel und Mehlem kamen Honsak und Schnellhardt.
Der VfL schaffte es in den Minuten danach gut, die Hessen vom Tor fernzuhalten – und vor allem, selbst den Ausgleich zu erzielen: Ein im Mittelfeld abgefangener Ball fand den Weg zu Kerk, der auf der linken Außenbahn durchgestartet war. Seine maßgenaue Flanke fand Ihorst am langen Pfosten, der mit vollem Körpereinsatz das Leder über die Linie beförderte.

Wechsel beim VfL in der 83. Minute: Köhler kam für Schmidt und bei Darmstadt Starke für Berko.

Bis zum Schlusspfiff in der 92. Minute versuchten die Lila-Weißen noch alles, um drei Punkte einzusacken aber die Mühe war vergebens.

Trotzdem: Die starke Willensleistung in der zweiten Halbzeit bedeutet den siebten Zähler, die Osnabrücker bleiben in der aktuellen Saison unbesiegt.