34. Spieltag

Auswärtsspiel
FC Erzgebirge Aue
65'
Nazarov
1:1
76'
Nazarov
2:1
2
:
1
VfL Osnabrück
25'
Kerk
0:1
So. 23.05.2021 Anstoß: 15:30 Uhr | Schiedsrichter: Martin Petersen

match-center

Entscheidung im Erzgebirge

Nach dem spektakulären 3:2-Sieg gegen den Hamburger SV hat sich die Situation der Lila-Weißen im Kampf um den Klassenerhalt deutlich verbessert. Entschieden ist allerdings noch nichts. Erst der letzte Spieltag, der den VfL zum FC Erzgebirge Aue führt (Sonntag, 15.30 Uhr), wird einige Fragen endgültig beantworten.

Um mindestens den Relegationsplatz abzusichern, braucht der VfL einen Sieg in Aue, wenn Braunschweig gleichzeitig beim HSV gewinnt. Ein Remis im Erzgebirge reicht für den Fall, dass die Eintracht die Hamburger mit weniger als vier Toren Unterschied bezwingt. Sollte Braunschweig in Hamburg verlieren, landet der niedersächsische Rivale in jedem Fall hinter den Lila-Weißen.

Mit einem Dreier in Aue könnten die Osnabrücker aber auch noch Sandhausen und/oder Regensburg überholen. Das klappt jedoch nur, wenn der SVS nicht in Bochum gewinnt und der Jahn daheim gegen St. Pauli verliert. Vergleichsweise unwahrscheinliche Varianten dieser Variante wären ein Remis des VfL in Aue und eine Niederlage von Sandhausen mit sechs Toren Unterschied sowie ein Unentschieden von Regensburg bei einem Sieg der Lila-Weißen mit sechs Toren Unterschied.

Torflut oder Torflaute?

Diese Frage stellt sich, wenn man die letzten vier Spiele der Sachsen betrachtet. In Braunschweig und Karlsruhe hielten die Erzgebirgler ihren Kasten sauber, im darauffolgenden Heimspiel gegen Paderborn kassierten sie gleich acht Treffer. Bei der jüngsten Partie in Düsseldorf musste Urgestein Martin Männel immerhin dreimal hinter sich greifen.
Über die gesamte Saison mussten sowohl Osnabrück (56) als auch Aue 52) überdurchschnittlich viele Gegentreffer hinnehmen. Die Sachsen erzielten allerdings 42 Treffer und damit acht mehr als die Lila-Weißen. Der Ex-VfLer Pascal Testroet (12) und Florian Krüger (11) zeichneten für mehr als die Hälfte der Torausbeute verantwortlich.

Trainerwechsel nach dem letzten Spieltag?

Obwohl Erzgebirge Aue den „Fünf-Jahres-Fluch“ im dritten Anlauf brechen konnte und 2021/22 mindestens ein sechstes Jahr in Folge in der 2. Bundesliga spielt, wird sich der Verein nach MDR-Informationen von Cheftrainer Dirk Schuster trennen. Der zuletzt krankgeschriebene Fußballlehrer sitzt dem Vernehmen nach auch am Sonntag nicht auf der Bank. Schon in Düsseldorf wurde das Team von Interimstrainer Marc Hensel betreut.

Taktisches

Hensel hatte die Startelf nach dem 3:8 gegen Paderborn nur auf einer Position verändert. Er beließ es auch bei der 4-2-3-1-Formation mit Stoßstürmer Testroet vor Zolinski, Nazarov und Krüger.
Zwingende Gründe, von dieser Aufstellung abzuweichen, sind aktuell nicht erkennbar.

Lila-Weiß gegen Lila-Weiß

Der VfL brauchte acht Anläufe für zwei Siege im Erzgebirgsstadion, der letzte datiert vom 28. Januar 2011. Nach 19 Begegnungen sieht die Bilanz der Lila-Weißen aber insgesamt positiv aus. Gegen Aue gab es acht Siege, sechs Niederlagen und fünf Unentschieden.

Spieltag: 23.05.2021, 15.30 Uhr, Erzgebirgsstadion
Spieltags-Hashtag: #AUEOSN

FC Erzgebirge Aue
Spielaufstellung
1
Martin Männel
C  TW
5
Clemens Fandrich
6
Florian Ballas
7
Jan Hochscheidt
8
Tom Baumgart
11
Florian Krüger
12
Steve Breitkreuz
17
Philipp Riese
26
Sören Gonther
31
Ben Zolinski
37
Pascal Testroet
 
Ersatzbank
25
Philipp Klewin
 ETW
2
Gaetan Bussmann
9
Antonio Jonjic
10
Dimitrij Nazarov
16
Erik Majetschak
22
Niklas Jeck
24
John Patrick Strauß
27
Sascha Härtel
38
Noah Baumann
VfL Osnabrück
Spielaufstellung
22
Philipp Kühn
 TW
4
Lukas Gugganig
6
Ludovit Reis
7
Bashkim Ajdini
9
Christian Santos
14
Etienne Amenyido
18
Maurice Trapp
19
Kevin Wolze
23
David Blacha
30
Maurice Multhaup
37
Sebastian Kerk
 
Ersatzbank
1
Moritz Nicolas
 ETW
5
Konstantin Engel
10
Niklas Uwe Schmidt
15
Sebastian Müller
17
Adam Susac
20
Marc Heider
26
Sebastian Klaas
28
Tim Möller
29
Bryan Henning

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Klassenerhalt vertagt

Am 34. und letzten Spieltag der Zweitligasaison 20/21 war der VfL Osnabrück zu Gast in Sachsen beim FC Erzgebirge Aue. Trotz des Führungstreffers von Sebastian Kerk reichte es am Ende nicht zu einem Sieg – aber dank der Niederlage von Eintracht Braunschweig hat der VfL nun in der Relegation gegen den FC Ingolstadt die Chance auf den Klassenerhalt.

Der VfL startete, wie schon bei den beiden letzten Erfolgen in Würzburg und gegen den HSV im 4-4-2 System in die Partie, mit Christian Santos und Sebastian Kerk in der Spitze. VfL-Cheftrainer musste allerdings zwei personelle Änderungen vornehmen: Blacha rückte für den gelbgesperrten Taffertshofer in die Startelf und für Beermann, der an Adduktorenproblemen laboriert, kam Gugganig in die Startformation. Marc Hensel, Cheftrainer der „Veilchen“, entschied sich ebenfalls für ein 4-2-2-2. Schiedsrichter der Partie war Martin Petersen.

Nach der Einlaufmelodie des berühmten „Steiger-Liedes“ ging es los. Der VfL, wie schon zuletzt, in den gelben Trikots, war entschlossen, etwas Zählbares aus dem Erzgebirge mitzunehmen.

Trotz bereits gesichertem Klassenerhalt zeigten die Gastgeber schnell an, dass sie nach den beiden Niederlagen zuletzt entschlossen waren, noch einmal alles geben zu wollen.

Torchancen waren in den ersten zehn Minuten nicht auszumachen, das Spiel spielte sich weitestgehend im Mittelfeld ab. Alles reine Nervensache…

In der 13. Minute dann die erste VfL-Gelegenheit: Amenyido drängt im Zentrum nach vorn, legt ab auf den links einsprintenden Santos, dessen Schuss Männel per Fußabwehr entschärft und dann ist es Ballas, der den Nachschussversuch von Kerk zur Ecke blockt. Aber auch die Auer zeigten mit Nadelstichangriffen immer wieder an, dass mit ihnen jederzeit zu rechnen sein würde. So wie in der 22. Minute nach einer Ecke von Riese, als Kühn in höchster Bedrängnis auf der Linie klären konnte. Kurz darauf war es ex-Osnabrücker Testroet, der per Seitfallzieher auf das VfL-Tor draufhielt, Kühn hielt den Schuss sicher fest.

Und dann kommt der Moment der Führung: Amenyido wurde von Wolze erneut zentral geschickt und im Abkippmoment gefoult. Den anschließenden Freistoß in der 25. Minute zirkelte Sebastian Kerk mit seinem linken Fuß scharf links ins Tor. 1:0 Osnabrück!

In der Folge wogte das Spiel vor allem offensiv in Richtung VfL-Tor. Die Auer kamen immer wieder zu Eckbällen, setzten den VfL gehörig unter Stress. Gugganig, nach einem Kerk-Freistoß, am langen Pfosten und Multhaup kurz vor der Pause, hatten noch die besten VfL-Chancen auf eine höhere Führung aber mit den knappen 1:0 ging es in die Pause.

Die Auer änderten nur auf einer Position: Für Baumann kam Strauß in die Partie, beim VfL nach Cheftrainer Markus Feldhoff keine Änderungen an der Aufstellung vor.

Der FCE kam aufgrund des Rückstandes etwas aktiver aus der Kabine, der VfL abwartender. Trotzdem suchten Kerk, Amenyido oder Multhaup in der Anfangsviertelstunde der zweiten Hälfte, wo es möglich war, ihre Gelegenheiten. Wirklich gefährlich wurden die Angriffsbemühungen bis zur 60. Minute aber nicht.

Schrecksekunde in der 63. Minute: Ajdini mit schwerem Fehler im Spielaufbau, Zolinski läuft allein auf Kühn zu, aber „Pipo“ bleibt eiskalt und entschärft das Eins-gegen-Eins-Duell.

Kurz darauf wurde Aue-Stürmer Nazarov eingewechselt und erzielte mit seinem ersten Kopfball nach Eckstoß den 1:1 Ausgleich. Rund 25 Minuten blieben den „Lila-Weißen“ für einen weiteren Treffer.

Die Hoffnung auf den direkten Klassenerhalt erstarben in der 76. Minute als Nazarov den Doppelpack schnürte, weil ein Fehler im Mittelfeld den Auer Angriff provozierte und es die VfL-Hintermannschaft nicht schaffte, den Torschuss entscheidend zu stören. Der Ball schlug am langen Pfosten ein.

In der 82. Minute brachte Niklas Schmidt, der zuvor für Kerk eingewechselt wurde eine gute Ecke auf Heider, aber Männel klärte den Ball auf der Linie. Der VfL rannte weiter an, versuchte alles, aber offensiv gelang den Mannen in Gelb zu wenig.

Als die reguläre Spielzeit abgelaufen war wurden noch einmal vier Minuten Nachspielzeit angzeigt aber es nützte alles nicht. Am Ende stand die erste Auswärtsniederlage von VfL-Cheftrainer Markus Feldhoff und die Gewissheit, nun in der Relegation gegen den FC Ingolstadt um den Verbleib in der 2. Bundesliga kämpfen zu können.
Das Hinspiel steigt am kommenden Donnerstag.

Aufstellung VfL: Kühn – Trapp, Gugganig, Ajdini, Wolze – Reis, Blacha (Henning, 78.), Amenyido (Müller, 78.), Multhaup (69. Heider) – Kerk (Schmidt, 75.), Santos

Aufstellung FC Erzgebirge Aue: Männel – Breitkreutz, Gonther, Ballas, Hochscheidt – Riese, Fandrich, Baumgart (Strauß, 46.; Baumann, 88.), Krüger (Härtel, 38.) – Testroet (Nazarov, 64.), Zolinski

Verwarnungen:
VfL:
FC Erzgebirge Aue: Gonther (28.), Zolinski (86.)

Ecken:
VfL: 6
FC Erzgebirge Aue: 12