Pokal

Heimspiel
VfL Osnabrück
'
Klaas
1:0
'
Gugganig
2:0
90'
Gugganig
3:4
108'
Klaas
4:4
4
:
5
Sport-Club Freiburg
'
Günter
2:1
'
Schlotterbeck
2:2
'
Eggestein
2:3
33'
Grifo
2:4
120'
Schlotterbeck
4:5
Di. 26.10.2021 Anstoß: 20:45 Uhr | Schiedsrichter: Robert Schröder
Zuschauer: 12000 Zuschauer

match-center

Spitzenteam der Bundesliga

Das letzte Pflichtspiel gegen den SC Freiburg liegt gut zwölfeinhalb Jahre zurück. Nun treffen beide Teams erstmals im DFB-Pokal aufeinander, es geht um den Einzug in die 3. Runde. Die Partie gegen die Gäste aus dem Breisgau wird am Dienstag um 20.45 Uhr angepfiffen.

Natürlich kann man Freiburg das Überraschungsteam der Saison nennen, würde dann aber Gefahr laufen, sich Jahr für Jahr zu wiederholen. Tatsächlich hat die Erfolgsgeschichte, die der Klub seit langer Zeit schreibt, System. Cheftrainer Christian Streich, der seit 2012 an der Seitenlinie Regie führt, ist es gelungen, sein Team kontinuierlich zu entwickeln. Viele Beobachter rechnen damit, dass sich der Klub perspektivisch unter den TOP 10 der Liga etabliert und auch für internationale Aufgaben infrage kommt.

Streich selber hält den berühmten Ball freilich immer flach. Nicht einmal die nagelneue Arena, die knapp 35.000 Zuschauern Platz bietet und jüngst mit dem Spiel gegen RB Leipzig eröffnet wurde, bringt den Kulttrainer aus der Ruhe: „Entscheidend wird sein, wenn wir rübergehen ins neue Stadion, ob wir die Demut mitnehmen können!“

Starke Saison

Anlass zur Demut besteht vielleicht immer, doch kleine Brötchen müssen die Freiburger nun wahrlich nicht backen. In der laufenden Saison sorgte der Klub, der mit Bremens Maximilian Eggestein nur einen externen Spieler verpflichtete, fast ausschließlich für positive Schlagzeilen. In den ersten neun Spielen kassierte man keine einzige Niederlage – aus Duellen mit den scheinbar übermächtigen Konkurrenten aus Dortmund (2:1), Leipzig (1:1) und zuletzt Wolfsburg (2:0) holte der Klub sieben von neun möglichen Punkten. Außerdem kassierte Freiburg nur sechs Gegentore – das ist der aktuelle Bundesliga-Bestwert!

Taktisches

Christian Streich setzt gerne auf ein 3-4-3-System und verlässt sich auf die hohe Lauf- und Einsatzbereitschaft seiner Schützlinge. In aller Regel zu Recht. Doch auch die Bank der Freiburger ist nicht zu unterschätzen. Gegen Hertha BSC erzielte Nils Petersen sein 30. Jokertor.
Außerdem gilt: Vorsicht bei Standardsituationen! Der Sportclub hat für ruhende Bälle aller Art eine Reihe von Spezialisten, die auch am vergangenen Samstag wieder in Aktion waren. Philipp Lienhart sorgte nach einem Freistoß von Vincenzo Grifo für das 1:0 in Wolfsburg.

Lila-Weiß gegen Rot-Weiß

Die Matchhistorie zwischen dem VfL Osnabrück und dem SC Freiburg weist 24 Begegnungen auf – bei der ersten im Oktober 1981 saß Lutz Hangartner auf der Bank der Breisgauer, der VfL-Trainer hieß Bernd Hoss. Der VfL gewann damals 1:0, konnte insgesamt aber nur sieben Partien für sich entscheiden. Freiburg ging zehnmal als Sieger vom Platz.

Wie es diesmal ausgeht, kann man an der Bremer Brücke aus nächster Nähe verfolgen. Tickets für den Pokalkrimi gibt es unter: www.vfl.de/ticketshop

Spieltag: 26.10.2021, 20.45 Uhr, Bremer Brücke
Spieltags-Hashtag: #OSNSCF

VfL Osnabrück
Spielaufstellung
22
Philipp Kühn
 TW
3
Florian Kleinhansl
6
Sven Köhler
8
Ulrich Taffertshofer
13
Lukas Kunze
17
Felix Higl
18
Maurice Trapp
20
Marc Heider
23
Haktab Omar Traore
30
Aaron Opoku
33
Timo Beermann
 
Ersatzbank
1
Tim Wiesner
 ETW
4
Lukas Gugganig
7
Sören Bertram
9
Andrew Wooten
11
Ba-Muaka Simakala
16
Ulrich Bapoh
26
Sebastian Klaas
28
Tim Möller
29
Davide-Jerome Itter
Sport-Club Freiburg
Spielaufstellung
1
Benjamin Uphoff
 TW
3
Philipp Lienhart
4
Nico Schlotterbeck
8
Maximilian Eggestein
9
Lucas Höler
11
Ermedin Demirović
17
Lukas Kübler
19
Janik Haberer
30
Christian Günter
31
Keven Schlotterbeck
32
Vincenzo Grifo
 
Ersatzbank
26
Mark Flekken
 ETW
5
Manuel Gulde
20
Kevin Schade
23
Dominique Heintz
25
Kiliann Eric Sildillia
27
Nicolas Höfler
29
Wooyeong Jeong
33
Noah Raphael Weißhaupt
45
Nishan Connell Burkart

Unglaublicher Fight wird nicht belohnt

Flutlicht, Herbstwetter, DFB-Pokal! Mehr ging nicht am Dienstagabend, als der SC Freiburg zur 2. Runde im DFB-Pokal an der Bremer Brücke gastierte. Es ging über die Verlängerung ins Elfmeterschießen, wo das Glück dem VfL nicht hold war. Hier kommt der Spielbericht.

Daniel Scherning entschied sich für die Elf vom Heim-Remis gegen den Halleschen FC, Christian Streich und die Freiburger wählten ein 3-4-3 mit Grifo, Höler und Demirovic in der Front.

Schiedsrichter der Partie war Robert Schröder.

Erste Chance bereits nach einer Minute: Freiburgs Keeper Uphoff spielte Opoku den Ball vor die Füße, der ist allerdings zu überrascht, um den Ball kontrollieren zu können. Die Chance verpuffte damit wirkungslos.

Von Beginn an war richtig Zunder in der Partie – was nicht (nur) an der Pyroaktion der Ultras in der Ostkurve lag. Beide Teams suchten ohne Umschweife die Offensivaktionen, der VfL versteckte sich keinesfalls vor dem noch ungeschlagenen Bundesligisten.

Die Anfangsviertelstunde zeigte sich absolut ausgeglichen. Der VfL suchte immer wieder die Gelegenheiten über die Flügel, die Freiburger kamen zumeist schnell kombinierend über das Zentrum. In der 26. Minute war es zum Beispiel ein Ball von Traoré von der rechten Seite, der über eine Weitergabe bei Kleinhansl auf links landete. Seine Flanke schloss Heider zentral in der Box ab, blieb aber glücklos beim Kopfballversuch.

Das 1:0 für die Freiburger fiel in der 33. Minute: Kühn war nach einem ungenauen Anspiel von Trapp weit an die Strafraumkante geeilt, um einen Ball gegen Höler zu klären. Das misslang, der Freiburger legte überlegt ab auf Grifo, der passgenau das leere Osnabrücker Tor anvisierte und mitten ins Herz der bis dahin dzstl kämpfenden Lila-Weißen.

Nur zwei Minuten später hatte Heider den Ausgleich auf dem Fuß: Opoku schlug aus vollem Lauf eine harte Flanke von der rechten Seite, aber Uphoff konnte in aller-, allerhöchster Not gegen den „Captain“ klären. Sehr, sehr bitter – das hätte der Ausgleich sein MÜSSEN.

Auch in der 38. Minute war es wieder knapp: Nach einer Ecke und anschließender Flanke von Kleinhansl ist es Traoré, der rechts im Strafraum zum Schuss kommt. Sein etwas schwacher Abschluss rollt hauchdünn am rechten Pfosten vorbei.

Wenn das extrem ärgerliche Gegentor nicht gewesen wäre, wohl jeder VfL-Fan hätte von einer starken, ersten Halbzeit seiner Mannschaft gesprochen. Der VfL hielt gut mit, zeigte seinerseits einige, gute Offensivansätze, blieb aber torlos. Mit dem 0:1 ging es in die Pause.

Ohne Wechsel kamen beide Teams wieder aus der Kabine.

Bereits in der 46. Minute zappelte der Ball im Freiburger Netz, aber Schiri Schröder hatte zuvor den, zugegeben, harten Einsatz von Marc Heider gegen SCF-Verteidiger Günter zurückgepfiffen.

Beinahe hätten die Freiburger direkt nach der Einwechslung von Sebastian Klaas in der 60. Minute auf 2:0 erhöht, aber der halbrechte Schuss von Demirovic zischte am langen Pfosten vorbei.

Der VfL war insgesamt gut aus der Kabine gekommen, setzte den Freiburger in der ersten Viertelstunde der zweiten Hälfte ordentlich zu und suchte immer wieder den Weg nach vorn. Freilich, es fehlte weiterhin die letzte Ordnung, der letzte Pass, das letzte Quäntchen Glück. Und die Freiburger? Konterten immer wieder sicher nach vorn, wirkten ruhig und abgeklärt. Trotzdem: Die ganz dicken Chancen gingen auch den Breisgauern ab.

In der 77. Minute ein sehenswerter Freistoß vom eingewechselten Simakala, den Zuschauern stockte kurz der Atem: Aus rund 25 Metern hatte „Chance“ einfach mal durchgeladen. Sein strammer Schuss rauschte knapp links am Tor vorbei. Uphoff wäre wohl nicht mehr rangekommen…

Fast dieselbe Situation in der 90. Minute – bis dahin hatte vor allem der VfL nach vorn gespielt – stand wieder Simakala beim Freistoß, ließ aber im letzten Moment Heider schießen. Der Abschluss von Heidi traf das linke Außennetz…

Aber dann, als es niemand mehr für möglich hielt, fiel doch noch der Ausgleich: In der 95. Minute segelte eine Ecke von der rechten Seite in den Strafraum und aus dem Gewühl kam Gugganig zum Kopfball und netzte mittenrein in die Freiburger Fußballseele – Fußball, Du kannst so herrlich sein!

Direkt danach pfiff Schiri Schröder zum Abpfiff der regulären Spielzeit, es gab Verlängerung!

Und nur rund 120 Sekunden nach Wiederanpfiff war es wieder Gugganig, der die „Extra-Time“ mit einem starken Abschluss aus dem Rückraum eröffnete.

Und der VfL blieb „dran“, setzte die Freiburger gehörig unter Druck, Heider, Gugganig und Wooten hatten ihre Chancen bis zur 105. Minute.

Das Bild blieb auch in der zweiten Hälfte der Verlängerung dasselbe – wie die Gallier kämpfte der VfL, stellte sich Krämpfen mehrerer Spieler und der gelb-roten Karte wegen Zeitspiels für Simakala.

Und mussten doch noch den unglücklichen Ausgleich fressen: In der 120. Minute traf Keven Schlotterbeck nach Flanke von rechts zum 2:2. Und nahezu direkt im Anschluss war Schluss – es ging ins Elfmeterschießen.

Und da war das Glück einmal mehr leider nicht auf VfL-Seite…Kleinhansl, Itter und Wooten verschossen und Freiburg zog in die zweite Runde ein.

Aufstellung VfL: Kühn – Beermann, Trapp, Kleinhansl, O. Traoré (Itter, 73.) – Taffertshofer (Gugganig, 87.), Kunze (Klaas, 60.), Köhler – Opoku (Bertram, 87.), Higl (Simakala, 73.), Heider

SC Freiburg: Uphoff – N. Schlotterbeck, Lienhart (Gulde, 26.), K. Schlotterbeck – Günter, Haberer (Jeong, 81.), M. Eggestein, Kübler – Grifo, Demirovic (Schade, 65.), Höler

Verwarnungen:
VfL: Köhler (54.), Simakala (87./117. Gelb-Rot), Kleinhansl (90. +1), Gugganig (115.)
SC Freiburg: Eggestein (37.), Kübler (76.), Schade (90.+3)

Ecken:
VfL: 8
SC Freiburg: 4

Zuschauer: 11.530