4. Spieltag

Auswärtsspiel
SpVgg Bayreuth
82'
Nollenberger
1:0
1
:
0
VfL Osnabrück
Sa. 13.08.2022 Anstoß: 14:00 Uhr | Schiedsrichter: Tobias Schultes
Zuschauer: 2712 Zuschauer

match-center

Vorbericht: Bayreuth im Blick

Das dritte Spiel der laufenden englischen Woche steht vor der Tür: Am morgigen Samstag (Anpfiff: 14 Uhr) geht es für die Jungs von VfL-Cheftrainer Daniel Scherning bei Drittligaaufsteiger um wichtige Auswärtspunkte. Unser Vorbericht.

Die Ausgangslage

In der vergangenen Saison dominierten die Franken die Regionalliga Bayern. Ganze 93 Zähler sammelte das Team von Trainer Timo Rost (jetzt Cheftrainer in Aue), und hängte damit die zweitplatzierten FC Bayern II um sieben Punkte ab. 30 Siege bei drei Unentschieden und vier Niederlagen bedeuteten nach 38 Spieltagen eine beeindruckende Bilanz. Das sportliche Zepter hält aktuell Cheftrainer Thomas Kleine in der Hand, der in der letzten Saison als Co-Trainer an der Seite von Daniel Thioune bei Fortuna Düsseldorf arbeitete. Aktuell ist die Stimmungslage im Hans-Walter-Wild-Stadion etwas eingetrübt. Alle drei Spiele der noch jungen Drittligasaison gingen verloren (0:1 in Ingolstadt, 0:1 gegen Freiburg II und 1:4 in Wiesbaden). Nun also das Heimspiel gegen den VfL, zu dem rund 2.500 Zuschauer erwartet werden. Wettertechnisch ist übrigens mit rund 30 Grad bei bedecktem Himmel zu rechnen. Es dürfte also schweißtreibend werden…

Die Lage beim VfL ist eine andere: Drei Spiele, vier Punkte auf dem Konto, zuletzt aber die ärgerliche 0:1 Niederlage gegen den FC Ingolstadt am Mittwochabend, die den Lila-Weißen spürbar aufs Gemüt geschlagen war. Das frühe Tor des FCI (6. Minute, M. Röhl), konnte der VfL nicht mehr egalisieren oder umbiegen, weil zu lange echte Wucht und genaues Spiel im Angriff fehlte und die Gäste mit ihrer erfahrenen Mannschaft ein cleveres Spiel zeigten, in dem sie ihre Stärken gekonnt ausspielten. Fünf Zähler liegen die Lila-Weißen hinter dem Spitzen-Trio München 60, FC Ingolstadt und FC Saarbrücken, die die 3. Liga derzeit ungeschlagen anführen. Ein gewisser Druck ist also da – aber der soll in ein erfolgreiches Spiel umgemünzt werden!

Die Bilanz

In den Jahren 1981 – 1990 trafen der VfL und die Bayreuther insgesamt zehn Mal in der 2. Bundesliga aufeinander, wobei die Franken eine positive Bilanz behielten. Sechs Mal siegte die Spielvereinigung, der letzte Osnabrücker Sieg gegen die Bayreuther datiert vom 27. Spieltag der Saison 85/86, als Paul Linz die VfL-Fans mit seinem Tor in der 82. Minute an der Bremer Brücke erlöste. Ein Sieg im Hans-Walter-Wild-Stadion war den Lila-Weißen bisher übrigens nicht vergönnt. Vielleicht ein willkommener Zusatz-Ansporn für das aktuelle Team.

Das Personal

Die Bayreuther sind eine Mannschaft ohne die ganz großen, bekannten Namen. Den VfL-Fans dürften noch am ehesten Außenverteidiger Luke Hemmerich, der letzte Saison in Münster auflief und Mittelfeldspieler Moritz Heinrich, der in der abgelaufenen Spielzeit bei den Würzburger Kickers aktiv war, ein Begriff sein. Insgesamt neun Spieler wechselten im Sommer zum Aufsteiger aus Franken. Innenverteidiger Steffen Eder und die beiden Mittelfeldler Martin Thomann und Lucas Chrubasik fallen verletzt aus.

Beim VfL fällt neben dem Langzeitverletzten Oliver Wähling, der seine Meniskus-OP in dieser Woche gut überstanden hat, Timo Beermann aus, der weiterhin im Aufbautraining ist.

Die Stimmen

„Wir wissen, dass wir eine bessere Leistung als Mittwoch brauchen, um in der 3. Liga Spiele zu gewinnen. Jetzt fahren wir nach Bayreuth, in dem Wissen, dass es eine schwere Aufgabe wird, aber mit dem Ziel den Auswärtssieg einzufahren! Die Bayreuther haben einen klaren Plan im Spiel mit dem Ball, sie beschränken sich nicht auf Konter, wollen selbst aktiv sein. Das gibt uns vielleicht mehr Räume als bisher – ich erwarte trotzdem das schwerste Spiel der Woche“, warnt VfL-Cheftrainer Daniel Scherning. „Wir müssen jetzt mal von der ersten Minute an da und an unsere Leistungsgrenze kommen – dann bin ich optimistisch für das Spiel. Wir dürfen uns von der Bilanz der Bayreuther nicht irritieren lassen. Auf uns kommt eine bissige Mannschaft zu, die hoch pressen wird und ihre Fans begeistern will. Da müssen wir maximal dagegenhalten“, pflichtet Innenverteidiger Maxwell Gyamfi seinem Trainer bei.

SpVgg Bayreuth
Spielaufstellung
31
Sebastian Kolbe
 TW
3
Dennis Lippert
5
Edwin Schwarz
6
Benedikt Kirsch
7
Tobias Stockinger
9
Alexander Nollenberger
17
Stefan Maderer
21
Tobias Weber
22
Tim Latteier
24
Felix Weber
30
Nicolas Andermatt
 
Ersatzbank
1
Lucas Zahaczewski
 ETW
2
Christoph Fenninger
4
Nico Moos
8
Daniel Steininger
11
Markus Ziereis
23
Luke Hemmerich
25
Eroll Zejnullahu
27
Marcel Götz
33
Moritz Heinrich
VfL Osnabrück
Spielaufstellung
22
Philipp Kühn
 TW
4
Maxwell Gyamfi
6
Sven Köhler
8
Robert Tesche
9
Erik Engelhardt
11
Ba-Muaka Simakala
15
Paterson Chato
19
Leandro Putaro
20
Marc Heider
23
Haktab Omar Traore
24
Manuel Haas
 
Ersatzbank
1
Daniel Adamczyk
 ETW
3
Florian Kleinhansl
5
Benas Satkus
13
Lukas Kunze
16
Henry Rorig
17
Felix Higl
18
Maurice Trapp
30
Emeka Oduah
38
Kevin Wiethaup

Niederlage in Bayreuth

Zum Abschluss der englischen Woche gastierte der VfL im Hans-Walter-Wild-Stadion bei der SpVgg Bayreuth. Das Auswärtsspiel beim Drittligaaufsteiger aus Franken war eine schweißtreibende Angelegenheit bei über 30 Grad und sengender Sonne und endete mit der zweiten Niederlage der Saison. Unser Spielbericht.

Daniel Scherning vertraute weiterhin seinem bisher praktizierten 4-4-2, Paterson Chato, Manuel Haas, Chance Simakala und Erik Engelhardt rückten im Vergleich zum Heimspiel in die Startelf. Thomas Kleine, Chefcoach der Bayreuther wählte ein 4-3-3. und Schiedsrichter der Partie war Tobias Schulte.

Die erste Chance gehörte den Hausherren, es war ein „doppelter Weber“: Tobias Weber hatte sich am rechten Strafraum etwas von VfL-Außenverteidiger Manuel Haas abgesetzt und Felix Weber köpfte seine Flanke rechts neben das Tor von Pipo Kühn.

In der 7. Minute kassierte Gyamfi die gelbe Karte, als er den auf Links startenden Maderer nur per Halten am tiefen Lauf hindern konnte.

Insgesamt waren die Osnabrück schon, wie von Gyamfi selbst vor dem Spiel gefordert, schnell „drin“, aber viele Fouls, lange Bälle der Bayreuther und Unterbrechungen sorgten doch für eine gewisse Zerfahrenheit der Partie.

In der 11. Minute überraschte Heider Kolbe im Bayreuther Tor mit einem, mit links geschossenen, Freistoß – die Gastgeber hatten eher mit einem Schuss von Nebenmann Simakala gerechnet – aber Bayreuths Keeper war schnell genug abgetaucht und konnte den Gegentreffer noch verhindern.

In der Anfangsviertelstunde standen die Bayreuther zunehmend tiefer, der VfL lief an, hatte mehr vom Spiel und suchte im dichten Gewirr der Beine eine Lücke. Es hätte aber anders laufen können, denn nach einem Freistoß in der 19. Minute und einer Direktabnahme der Flanke von Tobias Weber mussten alle Lila-Weißen den von Kühn nicht festzumachenden, Schuss entschärfen.

In der 26. Minute hatte der VfL das Führungstor auf dem Kopf: Engelhardt bekam eine Kopfballverlängerung von Simakala in der Box auf die Stirn, köpfte seinerseits aber aus rund 6 Metern hauchdünn rechts am Kasten von Kolbe vorbei. Das hätte das 1:0 sein müssen…

Nach einer guten halben Stunde hatte der VfL das Spiel überwiegend im Griff und deutlich mehr Anteile als die SpVgg Bayreuth, Tore waren aber weiterhin Fehlanzeige.

Es war durchaus eine harte Partie mit vielen Fouls, mit mehr guten Offensivaktionen des VfL, der sicherlich 65% Plus Ballbesitz hatte, daraus aber wenig echte Torgehfahr kreiren konnte. Nach vier Minuten Nachspielzeit ging es torlos zur Halbzeitpause.

Bei den Bayreuthern kam Zejnullahu für Andermatt zur zweiten Hälfte, der VfL trat unverändert zur zweiten Halbzeit an.

Und bereits nach 60 Sekunden landete der Ball im Bayreuther Tor, aber es war Abseits: Chato hatte sich durchgespielt, flankte auf Heider in der Box, der köpfte im Fallen ein – der Treffer zählte aber nicht.

Beide Teams schienen etwas vorgenommen zu haben für die zweiten 45 Minuten, die Offensivszenen nahmen zu. Auch die Bayreuther fuhren gefährliche Angriffe, die die Osnabrücker Defensive aber zumeist ruhig klären konnte. In der 58. Minute hatte Traoré das Auge für den startenden Tesche, aber dessen Schuss aus spitzem Winkel landete am rechten Außennetz. In der 62. Minute dann fast das Gegentor nach einem Missverständnis in der VfL-Innenverteidigung, aber Kleinhansl hatte gegen Maderer aufgepasst. Nur fünf Minuten später setzte er einen Kopfball nach guter Flanke von Lippert links neben das VfL-Tor. Die Gastgeber blieben weiterhin ein mehr als ernstzunehmender Gegner.

Nach einer erneuten Trinkpause hatte der eingewechselte Oduah die bisher beste Chance des Tages: Simakala hatte ihn per Heber eingesetzt, „Emmi“ wählte den perfekten Laufweg, kam frei zum flachen Abschluss, aber Kolbe lenkte das Leder noch mit dem Fuß über die Latte.

In der 82. Minute stellte Nollenberger das Spiel auf den Kopf: Zejnullahu bediente ihn aus dem Mittelkreis, Bayreuths Nummer Neun lief Rorig davon und auf das Osnabrücker Tor zu und versenkte im langen Eck.

Robert Tesche packte in der 88. Minute aus rund 20 Metern den Volley-Hammer aus, aber sein Gewaltschuss sprang vom rechten Pfosten zurück ins Feld.

Das war dann auch die letzte gefährliche Aktion des Tages. Auch wenn defensiv so gut wie alles geklärt werden konnte rutschte doch ein Ball durch. Offensiv fehlte der echte Durchschlag, zu umständlich fielen zu viele Angriffsversuche aus. Und so muss der VfL mit leeren Händen den rund 500 Kilometer weiten Heimweg antreten.

Aufstellungen

VfL: Kühn – Haas (Kleinhansl, 54.), Chato, Gyamfi, Traoré (Rorig, 77.) – Tesc,he, Köhler (Kunze, 63.), Simakala, Putaro – Heider (Oduah, 63.), Engelhardt (Higl, 54.)

Bayreuth: Kolbe – T. Weber, F. Weber, Schwarz, Lippert (Hemmerich, 70.) – Kirsch, Andermatt (Zejnullahu, 46.), Latteier – Nollenberger (Heinrich, 84.), Maderer (Fenninger, 70.), Stockinger (Steininger, 64.)

Ecken

VfL: 3

Bayreuth: 2

Verwarnungen

VfL: Gyamfi (7.), Putaro (59.), Kunze (85.)

Bayreuth: Andermatt (17.), Kirsch (45.), Nollenberger (69.)

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