Im 20. Jahrhundert gehörte das Niedersachsenderby zwischen Hannover 96 und dem VfL Osnabrück zum absoluten Standardprogramm. Im 21. gab es gerade einmal drei Begegnungen – die letzte vor fast 19 Jahren. Umso mehr freuen sich die Fans beider Seiten auf die Neuauflage, die am Sonntag zum 13.30 Uhr angepfiffen wird.

Nach der Talfahrt im September, als drei von vier Partien – bei einer Tordifferenz von 1:10 – verloren wurden, reiste der Bundesliga-Absteiger mit gemischten Gefühlen nach Dresden. Doch ausgerechnet im Rudolf-Harbig-Stadion zeigte das Team von Mirko Slomka die bis dahin wohl beste Saisonleistung, gewann verdient mit 2:0 und beendete vorerst die in diversen Medien mit Vehemenz geführte Trainerdiskussion.
Trotzdem ist 96 noch weit von den eigenen Ansprüchen entfernt. Der Rückstand auf der Relegationsplatz beträgt aktuell sieben Punkte. Außerdem konnten die Kicker aus der Landeshauptstadt bislang nur zehn Treffer erzielen und im eigenen Stadion kein einziges Spiel gewinnen.

Neustart mit Torschützenkönig

Nach dem Abstieg verließen 19 Spieler den Verein, an ihrer Stelle konnten aber eine Reihe namhafter Akteure wie Ron-Robert Zieler (VfB Stuttgart), Dennis Aogo (vereinslos), Marvin Ducksch (Fortuna Düsseldorf), Sebastian Jung (VfL Wolfsburg), Marc Stendera (Eintracht Frankfurt) oder Cedric Teuchert (ausgeliehen von FC Schalke 04) verpflichtet werden.
Slomka gab bereits 23 Spielern die Chance, sich für einen Stammplatz zu empfehlen – in jeder Partie waren nur Stammtorwart Zieler, Innenverteidiger Marcel Franke, Mittelfeldmann Edgar Prib und Stürmer Marvin Duksch dabei. Der 25-Jährige Duksch traf bislang dreimal ins Schwarze und scheint nach einer wenig erfreulichen Saison in Düsseldorf zu alter Stärke zurückzufinden. Immerhin war er 2017/18, als er für Holstein Kiel 18 Tore erzielte und 11 weitere vorbereitete, Torschützenkönig der 2. Bundesliga.

Taktische Überlegungen

Nach dem Sieg in Dresden spricht einiges dafür, dass Mirko Slomka an der erfolgreichen Grundformation festhält. Vor Zieler würde dann erneut eine Viererkette spielen, wobei Außenverteidiger Miiko Albornoz nach der gelb-roten Karte in Dresden ebenso gesperrt ist wie auf Osnabrücker Seite Etienne Amenyido und Ulrich Taffersthofer. Waldemar Anton als Sechser und Regisseur Marc Stendera empfahlen sich durch überzeugende Auftritte für weitere Nominierungen.
Außenstürmer Genki Haraguchi könnte ebenfalls erneut eine Chance bekommen. Auf der gegenüberliegenden Seite hat der Trainer die Qual der Wahl zwischen Emil Hansson und Cedric Teuchert. Derweil führt in der Mitte wohl kein Weg an Marvin Duksch vorbei. Ob Hannovers „Kreisliga-Stürmer“ Hendrik Weydandt, der in Kiel und Dresden nur auf der Bank saß, ebenfalls zum Einsatz kommt, bleibt abzuwarten. Gleiches gilt für Felipe, Jung, Aogo oder Maina, die sich nach Verletzungen auf dem Weg der Besserung befinden.

Lila-Weiß gegen Schwarz-Weiß-Grün

Aus der ehemals erstklassigen Oberliga Nord, der zweitklassigen Regionalliga, der 2. Bundesliga oder der drittklassigen Regionalliga Nord war das Niedersachsenderby lange Zeit nicht wegzudenken.
Seit der Jahrtausendwende gab es allerdings nur drei Pflichtspiele. 96 gewann im August 2000 in Osnabrück das DFB-Pokal-Spiel mit 1:0. Vier Wochen später kam das Zweitliga-Spiel an der Bremer Brücke zum gleichen Ergebnis.
Die bis heute letzte Partie in Hannover fand im Februar 2001 statt und ging 1:1 aus. Die Torschützen waren Ansgar Brinkmann und Salif Keita.

Spieltag: 20.10.2019, 13.30 Uhr, HDI Arena
Spieltags-Hashtag: #H96OSN
Gegner-Homepage: www.hannover96.de