Trotz eines frühen Rückstandes im Heimspiel gegen den Tabellenführer FC St. Pauli hat der VfL Osnabrück am Samstagabend einen Punkt geholt. Charalambos Makridis sicherte mit seinem Tor den verdienten Punkt im Samstagabend-Topspiel. Der Spielbericht.

Im Vergleich zum vergangenen Wochenende gab es erneut einige Veränderungen in der Startformation. Philipp Kühn durfte sein Debüt für den VfL in dieser Saison geben. Noel Niemann und Henry Rorig ersetzten John Verhoek sowie Maximilian Thalhammer. Auch die Formation wechselte Cheftrainer Uwe Koschinat. Es ging zurück zur Viererkette.

Zum Topspiel wollte sich die Mannschaft erst recht beweisen und endlich wieder punkten, doch schon ein frühes Gegentor setzte dieses Ziel früh in Gefahr. Nach nur sechs gespielten Minuten kam der kopfballstarke Jackson Irvine nach einer Ecke frei zum Abschluss und setzte die Kugel präzise in das linke, untere Eck. In der Folge nahm St. Pauli die Rolle des Favoriten an und ließ den Ball über mehrere Stationen in ihren Reihen laufen, sodass der VfL kaum in die Partie fand. Erst in der 20. Minute wurde es zum ersten Mal gefährlich im Sechzehner der Gäste, als eine Ecke im Gewusel liegen blieb, doch St. Pauli konnte rechtzeitig klären.

Anschließend überließen die Hamburger den Lila-Weißen Spielanteile, gefährlich wurde es dennoch weiterhin fast ausschließlich über Kombinationen der in Weiß gekleideten Gäste. Aus knapper Distanz verpasste Johannes Eggestein mit einem Kopfball den zweiten Treffer. Die Lila-Weißen ließen sich jedoch nicht beirren und versuchten Druck aufzubauen. Das klappte mit der Zeit immer besser, doch weiterhin fehlten die Torchancen. Somit ging es mit einem knappen Rückstand in die Kabine.

Auch die zweite Halbzeit begann mit einem Rückschlag. Schon früh musste Henry Rorig ausgewechselt werden, nachdem sich dieser bei einer Grätsche verletzte. Mit der anschließenden Einwechslung von Christian Conteh bewies Koschinat ein gutes Händchen. Der schnelle Außenspieler belebte das Offensivspiel. St. Pauli konnte sich kaum mehr aus der eigenen Hälfte befreien und musste verzweifelt zusehen, wie der VfL Minute um Minute an Selbstvertrauen gewann und den Funken auch auf die Tribünen überspringen ließ. Die Torchancen häuften sich. Für die Gäste boten sich zwar Kontergelegenheiten, doch der Einsatz der Lila-Weißen überbot die deutlich höhere individuelle Klasse der Spieler vom Millerntor.

In der 68. Minute folgte der nächste Wechsel, der sich auszahlen sollte. Makridis und Wulff wurden in das Spiel gebracht, um alles in die Waagschale zu werfen. Kurze Zeit später fiel beinahe der Ausgleich. Eine Kombination zwischen Makridis und Engelhardt mündete in eine hochprozentige Chance für Cuisance, dessen Schuss von der Fünfer-Kante vom Keeper über die Latte gelenkt wurde. Der Ausgleich war zum Greifen nah. Die Sehnsucht nach dem Jubelschrei immer größer.

Und Fans und Spieler sollten belohnt werden. Engelhardt legte wenige Minuten nach der Szene den Ball in die Mitte, den Conteh nicht richtig traf und somit Makridis die Möglichkeit bot, aus perfekter Situation nur noch einzuschieben (82.). Die Bremer Brücke tobte und das Spiel schien noch komplett gedreht werden zu können. Doch auch die Gäste mischten jetzt wieder mit. In der Nachspielzeit musste Wiemann an der Grenze des Strafraums Foul spielen, um das Unentschieden zu retten. Er wurde in der Folge mit Gelb-Rot des Platzes verwiesen. Den Freistoß von Marcel Hartel lenkte Kühn über die Latte und rettete den Punkt somit über die Zeit. Insgesamt war es auch aufgrund der deutlichen Leistungssteigerung und Überlegenheit des VfL in Hälfte zwei eine verdiente Punkteteilung mit dem FC St. Pauli.

Tore: 0:1 Jackson Irvine (06. Minute), 1:1 Charalambos Makridis (82.)

Aufstellung VfL: Kühn – Kleinhansl, Gyamfi, Wiemann, Ajdini – Gnaase, Tesche (Wulff, 68.) – Rorig (Conteh, 52.), Cuisance (Diakhite, 90+4), Niemann (Makridis, 68.) – Engelhardt


Text: Paul Dornbusch

Bild: Philip Dauwe