Montagabend, Flutlicht, Auswärtsspiel beim HSV: Es war alles angerichtet für einen erneut stimmungsvollen Abend gegen die Hamburger. Es wurde nichts draus – und noch schlimmer: Nach 90 enttäuschenden Minuten verlor der VfL Osnabrück mit 0:5.

Der VfL in Hamburg von Beginn an mit der Dreierkette mit Beermann, Trapp und Gugganig im Zentrum und Wolze sowie Engel auf den Außen. Reis und Blacha mit dem vorgelagerten Kerk im Mittelfeld und Schmidt plus Santos in den Spitzen.

Trapp klärte in der 4. Minute erstmals zur Ecke. Kurz ausgeführt konnte die Gelegenheit für den HSV jedoch entschärft werden. Erneut 4 Minuten später per Eckstoß die nächste Chance für die Hausherren aber Kittels langer Ball blieb ungefährlich.

Offensiv fand der VfL in der ersten Viertelstunde nahezu gar nicht statt, die Strafe für den Hamburger Dauerballbesitz folgte in der 17. Minute als Kinsombi im Zentrum auf Kühn zulief. Der 25-jährige hatte im entscheidenden Moment den Blick für den links besser platzierten Kittel und legt ab. Schuss rechtsoben, 0:1.
Den ersten Torschuss verzeichnete der VfL in der 23. Minute als Gugganig zum Abschluss kommt. Sein abgefälschter Ball kann von Ulreich geklärt werden.

Die erste Ecke für den VfL gab es in der 28. Minute: Kerk bringt den Ball auf den langen Pfosten und landet bei Santos. Osnabrücks Nummer neun bringt den Ball im Tor unter aber wegen eines mutmaßlichen Handspiels, das nach den ersten TV-Bildern zunächst fraglich blieb, wurde der Treffer zurückgepfiffen.

Die Angriffsbemühungen der Osnabrücker wurden bis zur Pause zwar besser, das nächste Tor machten aber die Hamburger: Leibold spielt Dudziak auf dem Flügel frei, dessen Flanke muss Kühn prallen lassen. Jatta steht halbrechts goldrichtig und schließt wuchtig zum 0:2 ab.

Initiative war gefragt in Hälfte Zwei. Marco Grote wechselte zwei Mal und stellte die Ordnung damit etwas um. Taffertshofer und Amenyido kamen für Blacha und Gugganig. Und der VfL zeigte sich gleich nach Wiederanpfiff in Form von Schmidt, der aus 20 Metern abzog. Ulreich konnte klären.

Nur zwei Minuten später erhöhte der HSV auf 0:3 aus VfL-Sicht: Kittel bringt die Ecke zentral in die Box und wieder ist es Jatta, der im Gewühl am höchsten steigt und links oben per Kopf trifft. In der 54. Minute lässt Leistner für Vagnoman klatschen, Wolze kann nicht folgen und der 20-jährige Hamburger trifft aus scharfem Winkel zum 0:4.

Beste Chance bis dahin für den VfL in der 57.: Kerk setzt Santos mit einer guten Flanke stark in Szene, der Stürmer vergibt aber aus aussichtsreicher Position übers Tor.

Der nächste Osnabrücker Doppelwechsel in der 59. Minute: Ihorst und Reichel kamen für Schmidt und Wolze.
Aber nur eine Zeigerumdrehung später wurde es noch bitterer: Kittel kommt frei zum Flankenball und Teamkapitän Maurice Trapp verlängert im Zweikampf mit Simon Terodde den Ball mit dem Hinterkopf beim Klärungsversuch ins eigene Tor. 0:5, Höchststrafe für die Osnabrücker.

Letzter VfL-Wechsel nur Sekunden später: Henning kam für Reis.

Der HSV dominierte die Partie in der Folge (weiterhin) in allen Belangen. Der VfL wirkte an diesem tristen Montagabend in allen Belangen unterlegen. Zwar gab es hier und da Aktionen nach vorn, zwingend wurde es nicht mehr. Auch nicht beim Dribbling von Henning in der 87. Minute als er im Strafraum zum Schuss kam. Auch nicht bei Sebastian Kerks Drei-Ecken-Stafette in der 89. Minute. Es war wie verhext.

Nach 90 Minuten steht unter dem Strich eine absolut verdiente Niederlage, die schnell abgehakt werden muss. Bereits am kommenden Freitag empfängt der VfL den FC Erzgebirge Aue an der Bremer Brücke.

Text: René Kemna
Bild: osnapix.de