Am Freitag reist der VfL zur Veltins-Arena nach Gelsenkirchen, um sich mit den „Knappen“ zu messen (Anpfiff: 18:30 Uhr). Der VfL will nach dem Trainerwechsel neu angreifen und Punkte aus Schalke entführen.

Die Ausgangslage

Der Bundesliga-Vizemeister aus dem Jahr 2018 durchlebt nach dem Abstieg in der letzten Saison eine schwierige Zeit. Mit Platz 16 befindet sich der Kultverein aus dem Pott weit hinter den eigenen Ambitionen. Obwohl man nach Siegen gegen Hannover 96 und dem 1. FC Nürnberg wieder kurzzeitig nach oben blicken konnte, verhagelten die Niederlagen gegen Elversberg und Düsseldorf an den letzten beiden Spieltagen erneut die Stimmung. Auch im DFB-Pokal schied man in der zweiten Runde nach einer Niederlage gegen St. Pauli aus. Mit dem talentierten Youngster Assan Ouedraogo fällt zudem eine spieltreibende Kraft für die Partie gegen den VfL aus. Das große Problem auf dem Feld liegt allerdings nicht in der Offensive, sondern im hinteren Bereich. Mit 33 Gegentreffern weisen sie zusammen mit dem VfL die schlechteste Bilanz auf, zudem kassierten die „Knappen“ seit zwölf Spielen mindestens einen Gegentreffer pro Partie.

Auch beim VfL hat sich in dieser Woche einiges getan. Uwe Koschinat ist der neue Cheftrainer beim VfL. Zuvor noch bei Arminia Bielefeld und dem 1. FC Saarbrücken, möchte der 52-jährige Koblenzer das Ruder rumreißen. Die Niederlagen gegen Braunschweig und Magdeburg bedeuteten die Übernahme der roten Laterne des Teams von der Bremer Brücke. Der aktuelle Punkteschnitt ist deutlich zu gering, um in der Liga zu bleiben und das Ziel des Klassenerhalts zu erreichen. Mit einem Sieg gegen Schalke könnte der VfL allerdings wieder auf drei Punkte an den Relegationsplatz heranrücken und viel Selbstvertrauen für den Endspurt in der Hinrunde mitnehmen.

Die Bilanz

Nur 14 Pflichtspiele gab es zwischen dem VfL und S04. Dabei schaut die Bilanz recht ausgeglichen aus. Auf beiden Seiten durfte jeweils sechsmal gejubelt werden, nur in zwei Fällen wurden die Punkte geteilt. Zehn Partien wurden in der 2. Bundesliga ausgetragen. Jeweils vier Siege gab es auf beiden Seiten zu feiern. Die letzte Zweitligapartie fand in der Saison 90/91, vor mehr als 30 Jahren, statt. Schalke 04 konnte sich zuhause knapp mit 1:0 durchsetzen. Seitdem trafen die Lila-Weißen und die Knappen einmal im DFB-Pokal aufeinander. Der S04 konnte in der Saison 2009/10 an der Bremer Brücke ins Halbfinale einziehen.

Das Personal

Für Timo Beermann kommt die Partie nach seiner Muskelblessur in Braunschweig zu früh. Dave Gnaase und Michael Cuisance sind nach ihren Kartensperren wieder dabei.

Stimmen zum Spiel

Uwe Koschinat über seine erste Woche beim VfL und das kommende Spiel: „Die ersten Tage waren sehr spannend und ereignisreich. Mir ist aufgefallen, dass die Truppe sehr leistungsbereit ist und die Situation absolut annimmt. Auch im Umfeld habe ich ausschließlich positive Menschen kennengelernt. Ich sehe dort großen Optimismus, den ich durch meine Arbeit verstärken will. Gegen Schalke müssen wir jetzt mit einer großen Selbstverständlichkeit und mit viel Selbstvertrauen antreten. Eine emotionale Intelligenz wird von Nöten sein und auf der anderen Seite dürfen wir uns auf gar keinen Fall darauf reduzieren, dass wir glauben, dass Schalke derzeit in einer so schwachen Verfassung ist. Die Mannschaft ist auf herausragende Individualisten ausgerichtet, die normalerweise in der 2. Liga alle Highlightspieler sein müssten. Die erste Frage auf dem Feld wird sein in welcher Grundordnung Schalke auf dem Platz auftritt, um im Kollektiv die hohe individuelle Qualität des Gegners zu nehmen“.

Niklas Wiemann über seine Schalker Vergangenheit und die ersten Tage unter der Leitung von Uwe Koschinat: „Generell ist das Stadion besonders, vermutlich für jeden Spieler. Ich habe dort nicht mehr so viele bekannte Gesichter, deshalb ist es eher ein Spiel wie jedes andere auch. Die ersten Tage unter dem neuen Trainer waren sehr intensiv, wir haben in der Kürze der Zeit schon sehr viele Inhalte trainiert und ein Stück auch verinnerlicht. Das Ganze wird noch ein bisschen mehr Zeit brauchen, das ist glaube ich auch klar. Ich bin aber guter Dinge und optimistisch, dass wir wieder zurück in die Erfolgsspur kommen“.

TV und Radio

Der Pay-TV-Sender sky überträgt die Partie im Einzelspiel und in der Konferenz.  Das Liveradio der Lila-Weißen berichtet Live aus dem Stadion und meldet sich kurz vor Anpfiff unter www.vfl.de/liveradio.


Text: Paul Dornbusch

Bild: Philip Dauwe