Nur drei Tage nach dem Gastspiel bei Fortuna Düsseldorf bekommt es der VfL mit dem zweiten Bundesliga-Absteiger zu tun. Im letzten Heimspiel des Jahres 2020 trifft das Team von Marco Grote am Samstag (Anstoß: 13.00 Uhr) auf den SC Paderborn 07.

Wo steht Paderborn? Steffen Baumgart wusste es nach dem frustrierenden 0:3 in Bochum selbst nicht so recht. „Das ist eine Riesenenttäuschung. Jetzt sind wir wieder da, wo wir schon einmal waren“, meinte der Cheftrainer und spielte damit auf den verpatzen Saisonstart mit nur einem Punkt aus drei Spielen an.
Im weiteren Saisonverlauf lief es besser für die Ostwestfalen, die gegen Regensburg, Darmstadt und St. Pauli auch drei Spiele nacheinander gewinnen konnten. Der Miniserie folgten dann aber drei Niederlagen gegen Karlsruhe, Nürnberg und Bochum, ehe der SCP am Mittwoch gegen Braunschweig 2:2 unentschieden spielte.

Neuaufbau

Nach dem Abstieg drehte sich das Transferkarussell naturgemäß schneller als bei vielen anderen Zweitligisten. Die Ostwestfalen verzeichneten mehr als 30 Abgänge und Neuverpflichtungen – Baumgart war also kaum um die Aufgabe zu beneiden, aus dieser Situation schnell wieder eine schlagfähige Mannschaft zu formen, die mit konstanten Leistungen überzeugt.
Das augenscheinlich größte Leistungsgefälle liegt derzeit zwischen Offensive und Defensive, was freilich auch daran liegen kann, dass die Angriffsspieler nicht effektiv genug nach hinten arbeiten.
Fakt ist: Während der Deckungsverband der Ostwestfalen nur 15 Gegentore kassierte und sich damit für die obere Tabellenhälfte empfahl, blieb die Abteilung Attacke mit 16 Toren hinter den Erwartungen zurück. Zumal elf dieser Treffer auf das Konto von nur zwei Spielern gingen: Chris Führich traf fünfmal ins Schwarze, während sich Dennis Srbeny sechsmal in die Torschützenliste eintrug.

Taktisches

Beim letzten Auswärtsspiel in Bochum trat Paderborn im gewohnten 4-3-3-System an, verbuchte aber trotzdem nur 40% Ballbesitz. 184 Pässe fanden den eigenen Mitspieler, beim blau-weißen VfL waren es 338.
Gegen die Braunschweiger Eintracht nahm Baumgart dann einen Systemwechsel Richtung 4-2-3-1 vor und beorderte Antwi-Adjei, Terrazzino und Correia für Pröger, Ingelsson und Schonlau in die Startelf.
Als es nach 20 Minuten 2:0 stand, schien das Konzept aufzugehen. Doch am Ende egalisierte Braunschweig den Rückstand, der SCP musste sich mit einem Remis begnügen.

Lila-Weiß gegen Blau-Schwarz

Fünf VfL-Siege, acht Paderborn-Erfolge und fünf Unentschieden – das ist die Bilanz aus 18 Pflichtspielen zwischen Niedersachsen und Ostwestfalen. Nur zwei Partien endeten torlos.

Spieltag: 19.12.2020, 13.00 Uhr, Bremer Brücke
Spieltags-Hashtag: #OSNSCP
Gegner-Homepage: www.scp07.de

Text: Thorsten Stegemann
Bild (SCP-Trainer Steffen Baumgart): osnapix