Die Niederlagen-Serie wurde in Nürnberg beendet, nun soll endlich auch wieder ein Dreier her. Die nächste Chance gibt es für die Lila-Weißen am Sonntagmittag, wenn der FC St. Pauli an der Bremer Brücke gastiert (Anstoß: 13.30 Uhr). Doch die Gäste aus Hamburg sind in diesem Jahr nicht leicht zu schlagen.

Als sich Osnabrück und St. Pauli Ende Oktober trafen, war der VfL Sechster und der Kiez-Club Vorletzter. Sechs Punkte trennten die beiden Langzeitkonkurrenten, nach der Partie am Millerntor waren es sogar neun.

Gutes neues Jahr …

Trotz oft überzeugender Auftritte standen die Schützlinge von Timo Schultz im vergangenen Jahr immer wieder mit leeren Händen da, doch das sollte sich 2021 ändern. Von 13 Spielen verlor St. Pauli nur gegen Fürth, Bochum und Paderborn, aus den letzten sieben Partien holte man 16 von möglichen 21 Punkten.
Der Klassenerhalt ist weitgehend gesichert, nach oben dürfte nichts mehr gehen und so dreht sich mache Diskussion um die Frage, wie wichtig der Tabellenplatz dann wenigstens für das TV-Ranking am Saisonende ist. Immerhin hatte St. Pauli im letzten Sommer eine gerechtere Verteilung der Millionensummen gefordert.
Auf Platz spielen will Timo Schultz deshalb aber nicht. „Wir sollten uns nur darum kümmern, Spiele zu gewinnen. Ich will am Ende auch den möglichst besten Platz erreichen, kann mich als Trainer jetzt aber nicht damit beschäftigen und Energie in etwas verballern, dass ich nicht beeinflussen kann. Ich kann beeinflussen, dass wir Spiele gewinnen, dass meine Jungs gut drauf sind“, meinte der Cheftrainer vor dem jüngsten Heimspiel gegen Paderborn.

Zweikämpfe, Auswärtsstärke & Unterhaltungswert

Der FC St. Pauli ist – mit über 3.000 gewonnenen Duellen – nicht nur die zweikampfstärkste Mannschaft der Liga und eines der besten Teams der Rückrunde, sondern überdies auswärts besonders effektiv. Lediglich vier von zwölf Partien gingen auf fremden Plätzen verloren, weniger Niederlagen kassierten in den Stadien der Gegner nur Fürth, Kiel, Karlsruhe und der HSV.
Dabei ist der Unterhaltungswert der Kiezkicker beträchtlich. Es gab bis dato nur ein 0:0, fast alle Spiele waren umkämpft bis zur letzten Minute und insgesamt fielen in Partien mit FCP-Beteilung bereits 79 Tore. Die Gegner erzielten sogar noch fünf mehr als die Hamburger.

Taktisches

Rund die Hälfte der Torausbeute geht auf das Konto von Guido Burgstaller (8), Daniel-Kofi Kyereh (7) und Rodrigo Zalazar (5). Sie dürften auch am Sonntag zum Zuge kommen – möglicherweise in einem 4-4-2-System wie bei den letzten Auswärtsspielen in Nürnberg und Karlsruhe.

Lila-Weiß gegen Braun-Weiß

Allein in der 2. Bundesliga gab es 25 Begegnungen zwischen dem VfL und dem FC St. Pauli. Die Lila-Weißen gingen achtmal als Sieger vom Platz, die Hamburger waren sechsmal erfolgreich.

Spieltag: 21.03.2022, 13.30 Uhr, Bremer Brücke
Spieltags-Hashtag: #OSNSTP

Text: Thorsten Stegemann

Bild: osnapix