9. Spieltag

Auswärtsspiel
FC St. Pauli
0
:
1
VfL Osnabrück
85'
Blacha
0:1
Fr. 27.11.2020 Anstoß: 18:30 Uhr | Schiedsrichter: Matthias Jöllenbeck

match-center

Klassiker am Millerntor

Nur vier Tage nach dem Heimspiel gegen Nürnberg wartet der nächste traditionsreiche Gegner auf die Lila-Weißen. Am Freitagabend treffen die Schützlinge von Marco Grote auf den FC St. Pauli. Los geht´s am Millerntor um 18.30 Uhr.

Acht Spiele, nur ein Sieg, Tabellenplatz 17: Es läuft alles andere als rund beim FC St. Pauli, obwohl die Kiezkicker in mehreren Partien durchaus zu überzeugen wussten. Aber am Ende fehlte oft die Stabilität und vor allem die Konzentration in der Defensive. Pro Spiel kassierte St. Pauli exakt zwei Tore. Nur Braunschweig (17), Darmstadt (18) und Würzburg (19) waren in der Abwehr noch anfälliger.

Ziele, Verletzungssorgen, Torschützen

Man wolle „ein bisschen demütiger in der Zielformulierung“ sein, gab Sportchef Andreas Bornemann anlässlich der Vorstellung des neuen Cheftrainers Timo Schultz zu Protokoll. Dabei verfügt St. Pauli – trotz des Weggangs der beiden Top-Torjäger Dimitrios Diamantakos (Hajduk Split) und Henk Veerman (SC Heerenveen), die in der Vorsaison jeweils elf Treffer markierten – über einen absolut konkurrenzfähigen Kader mit durchaus namhaften Neuzugängen.
Der prominenteste Akteur kam bisher allerdings nur zu zwei Einsätzen. Stürmer Guido Burgstaller wird nach Operation und Reha wohl erst im Januar wieder auf den Platz zurückkehren. Auch der erfahrene walisische Innenverteidiger James Lawrence stand Schultz wegen einer Corona-Erkrankung bislang nur eingeschränkt zur Verfügung.
Allerdings finden sich die bis dato erfolgreichsten Torschützen auch unter den Neuzugängen. Sowohl Daniel-Kofi Kyereh, der zuletzt zwei Jahre für den SV Wehen Wiesbaden auf Torejagd ging, als auch der Uruguayer Rodrigo Zalazar, den St. Pauli vom polnischen Erstliga-Absteiger Korona Kielce holte, trafen dreimal ins Schwarze.

Taktisches

Im letzten Heimspiel gegen den Karlsruher SC setzte Timo Schultz auf ein 3-4-1-2-System, machte damit aber keine guten Erfahrungen, denn die Badener gewannen klar mit 3:0.
Am vergangenen Samstag veränderte der Coach seine Startelf dann auf vier Positionen und ließ im 4-4-2 agieren. Doch auch diesmal hatten die Hamburger das Nachsehen (0:2) und blieben ohne eigenen Torerfolg.

Lila-Weiß gegen Braun-Weiß

Die Begegnung VfL Osnabrück vs. FC St. Pali gehört zu den Dauerbrennern im deutschen Fußball. Allein in der 2. Bundesliga trafen beide Vereine bislang 24 Mal aufeinander und trennten sich dabei erstaunlich oft unentschieden. Elf dieser Partien fanden keinen Sieger, in sieben Fällen jubelten am Ende die Lila-Weißen – das letzte Mal liegt allerdings bereits 13 Jahre zurück.
St. Pauli gewann im Fußball-Unterhaus sechs Partien gegen den VfL.

Spieltag: 27.11.2020, 18.30 Uhr, Millerntor
Spieltags-Hashtag: #STPOSN

FC St. Pauli
Spielaufstellung
30
Robin Himmelmann
 TW
2
Sebastian Olsson
3
James Lawrence
4
Philipp Ziereis
7
Kevin Lankford
8
Rodrigo Zalazar Martínez
15
Daniel Buballa
16
Simon Makienok Christoffersen
17
Daniel Kofi Kyereh
20
Finn Ole Becker
26
Rico Benatelli
 
Ersatzbank
33
Svend Arvid Brodersen
 ETW
5
Marvin Knoll
11
Maximilian Dittgen
13
Lukas Stephan Horst Daschner
14
Afeez Aremu
23
Leart Paçarada
24
Boris Tashchy
34
Igor Matanovic
38
Leon Maximilian Flach
VfL Osnabrück
Spielaufstellung
22
Philipp Kühn
 TW
4
Lukas Gugganig
7
Bashkim Ajdini
8
Ulrich Taffertshofer
14
Etienne Amenyido
18
Maurice Trapp
19
Kevin Wolze
27
Luc Ihorst
29
Bryan Henning
33
Timo Beermann
37
Sebastian Kerk
 
Ersatzbank
1
Moritz Nicolas
 ETW
5
Konstantin Engel
6
Ludovit Reis
10
Niklas Uwe Schmidt
13
Ken Reichel
17
Adam Susac
23
David Blacha
25
Sven Köhler
30
Maurice Multhaup

Auswärtssieg in Hamburg

Der VfL Osnabrück bleibt auch im zehnten Auswärtsspiel hintereinander ungeschlagen und fährt durch das Tor von David Blacha (86. Minute) am Ende sogar drei Punkte in Hamburg ein.

Drei Umstellungen gab es im Vergleich zum Spiel am Montagabend: VfL-Cheftrainer beförderte Kevin Wolze (für Kevin Reichel), Lukas Gugganig (für Ludovit Reis) und Luc Ihorst (für Maurice Multhaup) in die Startelf. Diese drückte sich in taktisch in einem 4-2-1-3-System aus.

Die Geschichte der ersten Hälfte ist schnell erzählt. Kiez-Keeper Robin Himmelmann musste gar nicht eingreifen, Philipp Kühn auf der anderen Seite musste einmal zufassen – bei einem drucklosen Kopfball von Simon Makienok. Die Flanke kam allerdings aus abseitsverdächtiger Position. Zwar bestimmten die Hausherren weitestgehend die Partie, konnten sich aber keine echte Tormöglichkeit herausspielen. Das lag in erster Linie daran, dass die in Gelb spielenden Lila-Weißen defensiv stark arbeiteten und stabil standen. Allerdings auf Kosten von eigenen Offensivaktionen, die im Ansatz da waren, aber am Ende doch verpufften.

Ohne personelle Veränderungen starteten beide Mannschaften in die zweite Halbzeit. Zunächst St. Pauli: Kevin Lankfords Flankenversuch entpuppte sich zum Torschuss, landete aber dem Tornetz. Kühn wäre zur Stelle gewesen. Gefährlicher wurde es in der 56. Minute als VfL-Schlussmann Philipp Kühn beim Pass auf Timo Beermann patzte und schlussendlich Makienok im Strafraum zum Abschluss kam. Kühn selbst reparierte seinen Fehler und hielt den Flachschuss.

Nach einer Stunde starteten die Kiezkicker ein kleine Dranphase. Mehrere Flanken flogen durch den Osnabrücker Strafraum. Eine davon hätte der frisch eingewechselte Daschner fast im langen Eck versenkt. Einen Freistoß von Zalazar parierte Kühn mit beiden Fäusten. Auch wenn der VfL weiter mit aussichtsreichen Offensivszenen geizte, der Ball lief mit zunehmender Spielzeit besser durch die eigenen Reihen. Dazu trugen auch die eingewechselten David Blacha, Ludovit Reis und Niklas Schmidt. So entwickelte sich das Spiel wieder offener.

In der 86. Minute tauchte dann plötzlich Etienne Amenyido im Strafraum der Hamburger auf und schloss gefährlich aufs lange Eck ab. FCSP-Keeper Himmelmann konnte zunächst parieren, doch David Blacha nutzte den Abpraller zum 1:0. St. Pauli wehrte sich noch einmal und stemmte sich gegen die Niederlage, doch die VfL-Abwehr hielt.

Damit nimmt der VfL drei Punkte aus Hamburg mit und hat nach neun Spielen sechzehn Punkte auf dem Konto. Eine tolle Zwischenbilanz!