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Lila-weißes Duell im Erzgebirge: VfL will gegen Aue nachlegen
Am Samstag trifft der VfL Osnabrück im lila-weißen Duell auswärts auf den FC Erzgebirge Aue. Gegen die „Veilchen“ wollen die Osnabrücker ihren Lauf fortsetzen und dabei gleichzeitig eine Premiere im Erzgebirgsstadion feiern. Der Vorbericht.
Der Gegner
Der FC Erzgebirge Aue befindet sich in dieser Saison mitten im Abstiegskampf. So stehen die „Veilchen“ seit dem 21. Spieltag auf dem 17. Tabellenplatz, der am Ende der Saison den Abstieg in die Regionalliga Nordost bedeuten würde. Zwar konnte man zum Hinrundenabschluss einen wichtigen 4:0-Heimsieg gegen den 1. FC Schweinfurt 05 einfahren, musste zum Rückrundenstart jedoch in den ersten drei Partien drei Niederlagen hinnehmen. Die 1:3-Niederlage gegen den TSV Havelse war zugleich das letzte Spiel von Trainer Jens Härtel, der das Team im Januar 2025 – ebenfalls im Abstiegskampf – übernommen und damals auf einen souveränen 13. Platz geführt hatte. Der erhoffte Umschwung blieb bislang jedoch auch unter dessen Nachfolger Christoph Dabrowski aus.
Der 47-Jährige trainierte zuletzt von Juli 2022 bis Dezember 2024 Rot-Weiss Essen in der 3. Liga und soll die „Veilchen“ nun vor dem Gang in die Regionalliga bewahren. In seinen ersten drei Partien holte er nach zwei Unentschieden gegen den 1. FC Saarbrücken (0:0) und Viktoria Köln (2:2 nach 0:2-Rückstand) sowie der unglücklichen 1:2-Niederlage im Ost-Derby gegen Energie Cottbus zwei Punkte.
Ein Schwachpunkt der Auer bleibt auch im neuen Jahr die Offensive. Mit nur 28 Toren stellt man den zweitschwächsten Angriff der Liga. So konnte auch der einzige Winterneuzugang Vincent Ocansey, der per Leihe von Arminia Bielefeld kam, bislang kein Tor erzielen. Der Mittelstürmer kam in der Hinrunde zu sieben Kurzeinsätzen in der 2. Bundesliga und war zuvor in der Oberliga Westfalen sowie der Regionalliga West aktiv. Insgesamt mangelt es im Erzgebirge an einem echten Torjäger: Kein Spieler kommt auf mehr als drei Treffer. Topscorer ist Julian Guttau mit drei Toren und vier Vorlagen. Er wechselte im Sommer vom TSV 1860 München nach Aue.
Auch defensiv zeigen sich die „Veilchen“ anfällig. Mit 399 zugelassenen Schüssen verzeichnet Aue den dritthöchsten Wert der 3. Liga. Zum Vergleich: Der VfL Osnabrück kommt in dieser Statistik auf 300 zugelassene Abschlüsse und damit ligaweit auf den viertbesten Wert. Ebenfalls ausbaufähig sind die Zweikampfwerte der Auer. Mit einer durchschnittlichen Quote von 47,9 Prozent weist man den zweitschlechtesten Wert der Liga auf. Die Osnabrücker stehen hier mit 50,8 Prozent auf Rang sieben.
Die Ausgangslage
Mit Blick auf die aktuelle Formtabelle scheint die Ausgangslage vor dem Duell der beiden lila-weißen Mannschaften klar: Am Samstag treffen der Spitzenreiter der Rückrundentabelle (VfL Osnabrück) und der Vorletzte (Aue) aufeinander. Während die Osnabrücker in diesem Jahr noch ungeschlagen sind, wartet Erzgebirge Aue 2026 weiterhin auf den ersten Sieg (zwei Unentschieden, vier Niederlagen).
Auf all das will sich die Mannschaft von Cheftrainer Timo Schultz jedoch nicht verlassen. Grundsätzlich misst der Osnabrücker Coach der Ungeschlagen-Serie keine große Bedeutung bei, wie er im Spieltagsinterview erklärte: „Unabhängig von irgendwelchen Serien müssen wir Spiele gewinnen. Es geht jetzt gar nicht darum, ob wir noch ewig lange ungeschlagen sind. Mir ist lieber, wenn wir zwischendrin auch mal ein Spiel verlieren und gewinnen dafür die nächsten beiden wieder. Ich glaube, zu viele Unentschieden darf man sich nicht leisten.“
Der 48-Jährige reist am Samstag in jenes Stadion, in dem er erstmals in seiner Trainerkarriere als Chefcoach an der Seitenlinie stand. Im September 2014 ersetzte er beim Auswärtsspiel des FC St. Pauli den damals gesperrten Cheftrainer Thomas Meggle, konnte jedoch kein Erfolgserlebnis verbuchen. Mit 0:3 verloren die Kiezkicker bei den „Veilchen“. Wenig später legte Schultz sein Amt als Co-Trainer nieder und übernahm die U19 der Braun-Weißen, ehe er zur Saison 2020/21 zum Cheftrainer der Profis ernannt wurde. In der 2. Bundesliga kam es erneut zum Duell mit dem FC Erzgebirge Aue: Nach einem 2:2 im Heimspiel gelang in der Rückrunde ein 3:1-Auswärtssieg im Erzgebirge. Allgemein ist der Chefcoach seitdem gegen die „Veilchen“ ungeschlagen (Gesamtbilanz: 2 Siege, 3 Remis, 1 Niederlage).
Seinen zweiten Sieg gegen Erzgebirge Aue feierte Timo Schultz vor wenigen Monaten mit dem VfL, als an der Bremer Brücke ein 3:1-Erfolg gelang. Den Schlusspunkt setzte damals Ismail Badjie, der einen Konter in der Nachspielzeit erfolgreich abschloss und seinen ersten Saisontreffer erzielte. Sein insgesamt fünftes Tor in der laufenden Spielzeit markierte der 20-Jährige am vergangenen Spieltag zum wichtigen 1:0 gegen Rot-Weiss Essen. Im Laufe der zweiten Halbzeit erhöhten Kapitän Jannik Müller und Kai Pröger in der Nachspielzeit auf 3:0. Nach dem höchsten Heimsieg der Saison wollen die Osnabrücker nun auch auswärts wieder dreifach punkten. Schließlich grüßt man auch in der Auswärtstabelle von der Tabellenspitze. Generell ist es Zeit für einen Auswärtssieg des VfL im Erzgebirgsstadion. Das wäre eine Premiere, denn in der 3. Liga konnten die Osnabrücker dort noch nie gewinnen (3 Remis, 1 Niederlage).
Das Personal
Bei den Gastgebern muss Trainer Christoph Dabrowski mit Maxim Burghardt (Kreuzbandriss), Can Özkan (Knie-OP) und Erik Majetschak (Bluterguss am Sprunggelenk) auf drei Akteure verzichten.
Beim VfL kann Trainer Timo Schultz aus dem Vollen schöpfen und hat einmal mehr die Qual der Wahl bei der Kadernominierung.
Stimmen zum Spiel
VfL-Cheftrainer Timo Schultz lässt sich vom aktuellen Tabellenplatz der Auer nicht blenden und schätzt die Mannschaft von Christoph Dabrowski auch aufgrund ihrer fußballerischen Qualität: „Es ist ein Gegner, der sich sicherlich durch Kompaktheit, viel Energie und Aufwand, aber wenn man sich an das Hinspiel erinnert, teilweise auch durch richtig guten Fußball auszeichnet. Sie haben ein paar Spieler im Kader, die einfach auch in der 3. Liga bewiesen haben, dass sie den Unterschied ausmachen können. Deswegen sind wir gewarnt, aber auf der anderen Seite wissen wir auch, was uns stark macht und was wir bringen müssen, damit wir den Platz dort als Gewinner verlassen können. Und genau so gehen wir das Spiel auch an.“
TV und Liveticker
Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 13:45 Uhr live. Die Partie ist darüber hinaus auch im Free-TV im MDR sowohl im TV als auch im Stream zu verfolgen. Dort beginnt die Übertragung wenige Minuten vor dem Anpfiff.Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.
Aufstellung wurde noch nicht veröffentlicht
Dank Doppelschlag in der zweiten Halbzeit: VfL gewinnt auch in Aue
Der VfL Osnabrück setzte sich am Samstagnachmittag beim FC Erzgebirge Aue mit einem 3:1-Auswärtssieg durch. Nach einer dominanten ersten Halbzeit und dem zwischenzeitlichen Ausgleich sorgten zwei Treffer binnen weniger Minuten im zweiten Durchgang für die Entscheidung zugunsten der Osnabrücker. Der Spielbericht.
Cheftrainer Timo Schultz nahm im Vergleich zum 3:0-Heimsieg gegen Rot-Weiss Essen zwei Veränderungen in seiner Startelf vor. Kevin Wiethaup und Kai Pröger rückten für Patrick Kammerbauer und Bjarke Jacobsen in die Anfangsformation. Bei den Gastgebern nahm Trainer Christoph Dabrowski ebenfalls zwei Wechsel vor: Eric Uhlmann und Julian Günther-Schmidt verdrängten Jonah Fabisch und Julian Guttau auf die Bank.
Schon früh in der Partie erlangten die Osnabrücker mit hohem Pressing und klaren Abläufen im Kombinationsspiel die Kontrolle und setzten die Hausherren unter Druck. Bereits nach vier Minuten kam der VfL erstmals gefährlich in den Strafraum der „Veilchen“. Eine flache Hereingabe von Fridolin Wagner verpasste im Sechzehner zunächst Ismail Badjie, leitete den Ball jedoch unabsichtlich auf Frederik Christensen weiter, der in aussichtsreicher Position zum Abschluss kam. Torwart Martin Männel hielt die Kugel jedoch fest (4.). Vier Minuten später ereilte Lars Kehl eine Hiobsbotschaft: Nach einem Zusammenprall mit Eric Uhlmann sah er seine fünfte Gelbe Karte der Saison und fehlt damit im kommenden Ligaspiel gegen Viktoria Köln gesperrt. Feiern durfte der Offensivakteur wenig später dennoch. Denn Ismail Badjie brachte die Osnabrücker – wie schon am vergangenen Wochenende – in Führung. Dabei profitierte das VfL-Eigengewächs von einem Missverständnis in der Auer Defensive. Nach einem langen Ball von Christensen irritierten sich Ryan Malone und Tristan Zobel gegenseitig, sodass das Spielgerät an den beiden Innenverteidigern vorbei in Richtung Sechzehner flog. Badjie schnappte sich den Ball, umkurvte Männel und schob zum 1:0 aus Sicht des VfL ein (17.).
Mit dem Gegentreffer wurden auch die Gastgeber aktiver und kamen erstmals gefährlich vor das Tor von VfL-Keeper Lukas Jonsson. Nach einem langen Einwurf von Ryan Malone köpfte Marcel Bär den Ball wuchtig auf den Kasten, doch Jonsson reagierte stark und parierte aus dem linken Eck (19.). Nach gut einer halben Stunde gab es den nächsten Aufschrei im Erzgebirgsstadion: Frederik Christensen spielte den Ball in den Strafraum und traf dort den Arm von Pascal Fallmann, der jedoch zur Grätsche angesetzt hatte. Schiedsrichter Justin Hasmann wertete die Szene als natürlichen Stützarm, seine Pfeife blieb stumm (27.).
Kurz vor der Halbzeitpause ließen sich die Osnabrücker etwas zurückfallen, was die Gastgeber nutzten. Über die linke Seite setzte Marvin Stefaniak Jannic Ehlers in Szene, dessen Rückpass Julian Günther-Schmidt am Elfmeterpunkt aufnahm und zum 1:1 ins rechte Eck verwandelte. So ging es wenig später mit dem 1:1-Unentschieden in die Pause.
Nach dem Seitenwechsel kam Aue mit mehr Schwung aus der Kabine und suchte schneller den Weg in die Tiefe. Die Abschlüsse der „Veilchen“ forderten Lukas Jonsson jedoch kaum heraus. Auch ein Fehlpass des Schweden im Aufbauspiel, der direkt in die Füße von Marvin Stefaniak geriet, blieb folgenlos. Dessen schneller Distanzschuss wurde von Jonsson mit dem Fuß abgewehrt (66.). Mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Gäste wieder die Initiative und erhöhten den Druck.
Schließlich sorgte ein Doppelschlag der Osnabrücker für die Entscheidung im Erzgebirgsstadion. Mittendrin war der kurz zuvor eingewechselte Tony Lesueur. Nach einer Flanke von Lars Kehl in den Fünfmeterraum stand der Franzose goldrichtig und schob zur erneuten Führung des VfL zum 2:1 ein (73.). Nur drei Minuten später legte Lesueur den Ball im Strafraum quer auf VfL-Toptorschütze Robin Meißner, der mit seinem Schuss ins linke Eck sein neuntes Saisontor erzielte (76.). Damit war die Partie entschieden. In der Schlussphase kam es kaum noch zu Torchancen. Bemerkenswert dagegen war die Einwechslung von Bashkim Ajdini, der nicht nur seinen ersten Saisoneinsatz, sondern zugleich sein insgesamt 200. Pflichtspiel für den VfL feierte. In den Schlussminuten sicherte der Verteidiger so den 14. Saisonsieg des VfL und hatte nach Abpfiff also doppelten Grund zur Freude.
Mit den drei Punkten im Gepäck reisen die Lila-Weißen nun zumindest vorübergehend als Tabellenführer in die Hasestadt zurück. Der Blick richtet sich jedoch bereits auf Dienstag: Im Zuge der Englischen Woche empfängt der VfL an der heimischen Bremer Brücke den FC Viktoria Köln (Anpfiff: 19:00 Uhr). Für das erste Flutlicht-Heimspiel der Saison sind sowohl im Steh- sowie Sitzplatzbereich noch Karten im Online-Ticketshop erhältlich.
Tore:
0:1 (Badjie 17‘), 1:1 (Günther-Schmidt 42‘), 1:2 (Lesueur 73‘), 1:3 (Meißner 76‘)
Aufstellungen:
FC Erzgebirge Aue:
Männel – Fallmann, Malone, Zobel, Collins – Uhlmann (Siminica 84‘), Clausen (Ocansey 78‘), Stefaniak (Weinhauer 78‘), Günther-Schmidt (Guttau 68‘) – Bär, Ehlers (Schmid 68‘)
VfL Osnabrück:
Jonsson – Fabinski, Müller, Wiemann – Pröger (Ajdini 87‘), Wagner (Janotta 87‘), Wiethaup, Christensen, Badjie (Lesueur 63‘), Kehl (Tesche 80‘) – Meißner (Kania 87‘)
Spielplan
| SSV Jeddeloh II | 2: 1 | VFL Osnabrück |
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Freundschaftsspiel
So. 22.02.2026 Anstoß: 12:00 Uhr
Nordhorn Zum Matchcenter > |
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| FC Erzgebirge Aue | 1: 3 | VFL Osnabrück |
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. Spieltag
Sa. 28.02.2026 Anstoß: 14:00 Uhr
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| VFL Osnabrück | vs. | Viktoria Köln |
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. Spieltag
Di. 03.03.2026 Anstoß: 19:00 Uhr
Bremer Brücke Zum Matchcenter > |
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