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Duell der Gegensätze an der Bremer Brücke
Im vorletzten Heimspiel der Saison empfängt der VfL Osnabrück den SC Verl an der Bremer Brücke (Anpfiff: 14:00 Uhr). Gegen die spielstarken Ostwestfalen wollen sich die Lila-Weißen für die deutliche Niederlage im Hinspiel revanchieren und damit einen großen Schritt Richtung Aufstieg machen. Der Vorbericht.
Der Gegner
Mit dem Sportclub Verl treffen die Lila-Weißen auf eine Mannschaft, die dem VfL in der Hinrunde deutlich die Grenzen aufzeigen konnte. Mit 1:4 musste sich Timo Schultz im November 2025 gegen seinen Trainerkollegen Tobias Strobl geschlagen geben. Der 38-Jährige ist seit dieser Saison Cheftrainer der Ostwestfalen und setzte die kontinuierliche Entwicklung der Mannschaft nahtlos nach seinem Vorgänger Alexander Ende fort. So spielt der Sportclub aktuell die beste Drittligasaison der Vereinsgeschichte. Mit dem Heimsieg gegen Viktoria Köln am vergangenen Wochenende fuhr man die Punkte 56, 57 und 58 ein – die bislang höchste Ausbeute der Verler in der 3. Liga.
Trotz des Erfolgs gegen die Domstädter musste der SCV jedoch personelle Rückschläge hinnehmen. Sowohl Joshua Eze als auch Timur Gayret mussten verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Während Eze mit Oberschenkelproblemen ausfiel, zog sich Gayret einen Kreuzbandriss zu und wird somit bis zum Jahresende nicht mehr für die Schwarz-Weißen auflaufen können.
Bislang wenig Spielzeit verzeichnen auch die Winterneuzugänge des Sportclubs. Mit Antonio Foti (Borussia Dortmund II), Marco Wörner (SC Paderborn II) und Raphael Araoye (Bristol U21) sicherte man sich die Dienste von drei vielversprechenden Talenten. Dabei konnte sich jedoch nur Rechtsaußen Marco Wörner als Startelfspieler behaupten und feierte in seinen bislang 14 Einsätzen bereits vier Torbeteiligungen (2 Tore, 2 Vorlagen). Antonio Foti dagegen warf Anfang März eine Fersenverletzung zurück, ehe er sich nun einen Innenbandriss im Knie zuzog. Zuvor kam er in neun Partien überwiegend zu Kurzeinsätzen. Innenverteidiger Raphael Araoye kam hingegen noch gar nicht zum Einsatz.
Eine Startelfgarantie hat dagegen Offensivakteur Berkan Taz. Der 27-Jährige ist aktuell mit bislang 16 Toren und 16 Vorlagen der Topscorer der Liga. Unerreichte Topwerte weist er zudem auch bei den Statistiken zu den Torschüssen (130) und Torschussvorlagen (102) auf. Einige Male legte er somit auch Treffer für Jonas Arweiler auf, der mit 13 Treffern der zweitbeste Torschütze des Teams ist. Dabei trifft der 29-Jährige besonders gerne nach Einwechslungen und schnürte auch am vergangenen Wochenende nach seiner Einwechslung einen Doppelpack. Neun seiner 13 Treffer erzielte er somit als Joker und stellte damit bereits den bisherigen Drittligarekord von Serhat-Semir Güler aus der vergangenen Saison (2024/25 für Viktoria Köln) ein. Einen neuen Rekord haben die Verler allerdings bereits aufgestellt: So erzielte der SCV 19 seiner insgesamt 74 Tore durch Einwechselspieler und übertrifft damit den bisherigen Bestwert von 18 Jokertoren (Essen aktuell und Paderborn 2008/09 je 18). Aber auch die Lila-Weißen weisen Jokerqualitäten in ihren Reihen auf. Ismail Badjie erzielte nicht nur am vergangenen Wochenende gegen den FC Ingolstadt den entscheidenden 1:0-Treffer nach Einwechslung, sondern zuvor auch in vier weiteren Spielen. Damit ist der 20-Jährige nach Arweiler der zweitbeste Joker der Liga.
Die Ausgangslage
Lange Zeit spielten die Verler im Aufstiegsrennen der 3. Liga eine maßgebliche Rolle. Zuletzt ließ man jedoch gegen den SSV Ulm (0:1), Hansa Rostock (1:2) und Erzgebirge Aue (1:1) wichtige Punkte liegen. Zwar konnte der SCV am vergangenen Wochenende mit dem 2:0-Heimsieg gegen Viktoria Köln wieder in die Erfolgsspur zurückfinden, weist nun aber einen Rückstand von fünf Punkten auf den Relegationsplatz auf. Zur Tabellenspitze, an der weiterhin der VfL Osnabrück steht, sind es gar zwölf Zähler.
Die Partie gegen die Lila-Weißen wird am Samstag gewissermaßen ein Duell der Gegensätze. So trifft die beste Offensive (Verl: 74 Tore) auf die beste Defensive (VfL: 27 Gegentore) der Liga. Auch bei den Ballbesitzwerten unterscheiden sich beide Teams deutlich. Während die Verler mit durchschnittlich 61,8 Prozent den höchsten Wert aller Drittligateams aufweisen, ist das Spiel der Lila-Weißen weniger auf Ballbesitz ausgelegt. Mit einem Wert von 46,5 Prozent rangiert der VfL in dieser Statistik auf dem 18. Platz.
Gewinnt der Sportclub jedoch den Ball, geht es blitzschnell in die Tiefe. Die Pressingqualitäten spiegeln sich auch in den Toren nach Ballgewinnen wider: 21 Treffer erzielte Verl nach gegnerischen Ballverlusten, was den Ligabestwert darstellt. Aber auch die Osnabrücker sind in diesem Bereich stark und kommen bereits auf 19 Tore. Darüber hinaus unterstreichen zahlreiche weitere Kennzahlen die Spielstärke der Mannschaft von Trainer Tobias Strobl. Mit insgesamt 540 abgegebenen Torschüssen stellt Verl einen der höchsten Werte der Liga. Auch in Sachen Zweikampfführung sind die Ostwestfalen effizient: Mit einer Quote von 52,8 Prozent weist der SCV den besten Wert der Liga auf. Dabei scheuen die Verler jedoch Eins-gegen-eins-Duelle ein wenig. Nur Erzgebirge Aue und Wehen Wiesbaden bestritten in dieser Spielzeit weniger Zweikämpfe. Zudem verfügt Verl über die beste Passquote der 3. Liga (87,4 Prozent). Auffällig ist darüber hinaus die Abschlussstärke aus der Distanz, denn kein Team erzielt mehr Tore von außerhalb des Strafraums als die Verler (13).
Mit dieser Stärke könnten sie bei den Lila-Weißen jedoch nicht allzu weit kommen. Schließlich kassierte VfL-Keeper Lukas Jonsson erst zwei Gegentreffer nach Distanzschüssen und musste in diesem Jahr insgesamt erst sechsmal hinter sich greifen. Mit der herausragenden Defensivleistung stellte der Schwede gemeinsam mit seinen Vorderleuten gar einen neuen Vereinsrekord auf: Mit bereits 19 weißen Westen ist dies der neue Bestwert des VfL Osnabrück in der 3. Liga. Offensiv setzen die Lila-Weißen bekanntlich auf ein gut ausgespieltes Umschaltspiel. Keine andere Mannschaft kam bislang nach Kontersituationen so oft zu Abschlussgelegenheiten wie der VfL (45 Torschüsse). Ein sich im Laufe der Saison entwickelter Erfolgsfaktor ist zudem die gewachsene Heimstärke der Osnabrücker. So ist der VfL in diesem Jahr an der Bremer Brücke weiterhin ungeschlagen. Lukas Jonsson musste dort sogar nur ein einziges Mal hinter sich greifen. Für Rechtsaußen Patrick Kammerbauer, der am Samstag auf seinen Ex-Verein trifft, sind dabei die Fans ein entscheidender Faktor. So hob der 29-Jährige im Spieltagsinterview am Donnerstagvormittag die besondere Atmosphäre beim vergangenen Brückentag gegen Energie Cottbus hervor und fordert diese auch am Samstag wieder ein: „Es ist wichtig, dass wir die gleiche Energie auf den Platz bringen wie schon gegen Cottbus. Da hat das Stadion gebebt. Da war ein Knistern in der Mannschaft, aber auch in der Luft drum herum. Das war einfach phänomenal, dass wir das Stadion so angezündet haben. Und es wird wieder wichtig sein, dass wir alle gemeinsam diese Energie auf den Platz und ins Stadion bringen. Dann, glaube ich, haben wir gute Chancen, das Spiel zu ziehen.“
Ein weiterer Heimsieg könnte sogar zum vorzeitigen Aufstieg führen, jedoch müssten die Lila-Weißen dafür auf passende Ergebnisse auf den anderen Plätzen hoffen und dürften erst am Sonntag feiern. So müssten sowohl der MSV Duisburg (Freitag in Aachen) als auch Energie Cottbus (Sonntag in Köln) verlieren. Falls die „Zebras“ am Tivoli keinen Dreier holen, hätte der VfL mit einem Sieg gegen den SC Verl zumindest Rang drei und damit auch die Teilnahme am DFB-Pokal in der kommenden Saison sicher.
Das Personal
Tobias Strobl muss auf Seiten der Gäste zwei Ausfälle für die Partie verzeichnen. So fallen Antonio Foti (Innenbandriss im Knie) und Timur Gayret (Kreuzbandriss) aus.
Beim VfL muss Cheftrainer Timo Schultz weiterhin auf Robin Fabinski (Sprunggelenksverletzung) verzichten. Lars Kehl trainierte unter der Woche, wie bereits vor dem Spiel gegen Ingolstadt, teilweise individuell. So soll der 23-Jährige auch gegen die Verler wieder ein Kandidat für den Spieltagskader sein.
Stimmen zum Spiel
Es geht in die heiße und entscheidende Phase der Saison. Für VfL-Cheftrainer Timo Schultz ist dies bereits spürbar. „Die Anspannung ist da. Wir sind in der finalen Phase der Saison. Aber es liegt auch an uns, inwiefern wir diesen Druck an uns heranlassen. Es ist ein Privileg, in so einer Situation zu sein. Damit hätten wir vor der Saison nicht gerechnet. Und jetzt wollen wir natürlich gegen Verl nachlegen. Wir wissen, dass es ein sehr spielstarker Gegner ist. Trotzdem spielen wir zu Hause. Wir spielen auf Sieg und wollen die drei Punkte hierbehalten.“
Dabei freut sich der 48-Jährige auch aus taktischer Sicht auf das Duell mit dem Sportclub: „Es ist so ein bisschen die Mannschaft, die am anderen Ende der Statistiken steht. Sie haben extrem viel Ballbesitz und sind vor allem eine sehr torgefährliche Mannschaft. […] Es ist eine Truppe, die sich sehr darüber definiert, alles spielerisch lösen zu wollen und auch den Torwart viel in die Spieleröffnung einbindet. Wir wissen, was auf uns zukommt. Man kann sagen, dass die beste und spielfreudigste Offensive der Liga gegen das Abwehrbollwerk der Liga spielt. […] Es wird sicherlich für alle, die die taktischen Aspekte des Spiels lieben, ein sehr interessantes Spiel werden.“
Patrick Kammerbauer kennt die Stärken seines Ex-Vereins bestens und lässt sich dadurch nicht von der jüngsten Ergebniskrise täuschen. „Ich glaube, dass sie ihren Plan weiterhin gut durchziehen. Natürlich gibt es Mannschaften, die sich gut auf sie eingestellt haben. Trotzdem sind sie eine sehr gefährliche Mannschaft. Sie haben Stärken, die sie jedes Wochenende auf den Platz bringen. Und da müssen wir schauen, dass wir diese möglichst eindämmen und unsere Stärken wieder zum Tragen kommen und wir unser Spiel durchziehen.“
TV und Liveticker
Der Pay-TV Sender Magenta Sport überträgt die Partie ab 13:45 Uhr live. Die Partie ist darüber hinaus auch Stream vom NDR zu verfolgen. Dort beginnt die Übertragung wenige Minuten vor dem Anpfiff. Zudem meldet sich wie gewohnt kurz vor Spielbeginn auch das Liveradio presented by Fuchs Group unter vfl.de/liveradio. Ansonsten ist das Spiel auch im Liveticker in der App und über die Website verfolgbar.
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Spielplan
| FC Ingolstadt 04 | 0: 1 | VFL Osnabrück |
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. Spieltag
Sa. 18.04.2026 Anstoß: 14:00 Uhr
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| VFL Osnabrück | vs. | SC Verl |
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. Spieltag
Sa. 25.04.2026 Anstoß: 14:00 Uhr
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| SV Wehen Wiesbaden | vs. | VFL Osnabrück |
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. Spieltag
So. 03.05.2026 Anstoß: 16:30 Uhr
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