In einem intensiven Testspiel unterlag der VfL Osnabrück Zweitligist Holstein Kiel mit 3:2. Für die Lila-Weißen traf Marc Heider doppelt in den ersten beiden Durchgängen zur zweimaligen VfL-Führung. Für Kiel traf zunächst Philipp Sander. Im letzten Spielabschnitt, bei dem insgesamt fünf U19-Spieler beim VfL auf dem Platz standen und munter durchgewechselt wurde, erzielte Joshua Mees einen Doppelpack zum Endstand.

Einen Tag vor dem Testspiel einigten sich beide Klubs auf eine verlängerte Spielzeit. Aus zwei Halbzeiten wurden drei Drittel mit je 45 Minuten. Ausreichend Zeit also für beide Trainer, bei der Generalprobe vor dem jeweiligen Ligastart einigen Akteuren viel Spielzeit zu gönnen und gleichzeitig verschiedene taktische und personelle Varianten auszuprobieren. Das machte auch deshalb Sinn, weil beide sowohl Marcel Rapp als auch Daniel Scherning coronabedingt auf einige Profis verzichten mussten.

Heider trifft beim Ex-Klub

Der VfL agierte im 4-3-3-System, das Cheftrainer Daniel Scherning bevorzugt. Auch dadurch zwangen die Lila-Weißen die Kieler immer wieder zu Fehlern, was zu einigen hohen Ballgewinnen führte. Sören Bertram scheiterte noch mit einem Kopfball nach einer Ecke von Florian Kleinhansl (06.). Nur vier Minuten später die Führung für die Osnabrücker. Einen langen Diagonalball von Maurice Trapp wollte Kiels Innenverteidigung zum eigenen Schlussmann köpfen. Das ahnte Marc Heider. Der ehemalige Kieler schnappte sich das Leder und schob überlegt zur frühen Osnabrücker Führung ein.

Nach einer starken Anfangsviertelstunde den VfL, fanden die Gastgeber besser ins Spiel, ohne zunächst wirklich gefährlich zu werden. Nach einer halben Stunde kamen die Hausherren dann aber zum Ausgleich, der in dieser Spielphase nicht unverdient war. Eine Hereingabe von Fin Bartels von der linken Seite wusste Philipp Sander im Zentrum zu nutzen und ließ Philipp Kühn im Osnabrücker Gehäuse keine Abwehrchance.

Das erste Drittel endete, wie es begann, mit einer Kopfballchance von Sören Bertram. Erneut wurde Osnabrücks Angreifer von Florian Kleinhansl bedient, Kiels Schlussmann wurde gleich zwei Mal zu einer Glanzparade gezwungen, denn Geburtstagskind Felix Higl brachte den Abpraller erneut auf das Tor.

VfL-Aufstellung 1. Drittel
Kühn – O. Traoré, Taffertshofer, Trapp, Kleinhansl – Kunze, Köhler, Klaas – Bertram, Heider, Higl

Heider markiert Doppelpack

Zweitligist Kiel trat zu Beginn der zweiten 45 Minuten sehr dominant auf. Der VfL musste einige Eckbälle und Torabschlüsse überstehen, fand seinerseits kaum den Weg aus der eigenen Hälfte. So stand VfL-Keeper Philipp Kühn mehrfach im Zentrum des Geschehens, konnte sich aber mehrfach auszeichnen.

Nach knapp einer Stunde der erste Wechsel beim VfL: Für Sebastian Klaas kam Ulrich Bapoh, der nur wenige Augenblicke später die Chance auf die erneute Führung hatte. Seine Direktabnahme nach einer Flanke von Sven Köhler wurde auf der Linie geklärt. Es war die erste echte Gelegenheit des VfL im zweiten Drittel und der folgte direkt die nächste. In der 66. Minute traf Marc Heider sehenswert per direktem Freistoß aus rund 22 Metern – wie bereits im Testspiel gegen den SV Rödinghausen am vergangenen Donnerstag.

Spätestens ab der erneuten VfL-Führung war das Spiel wieder ausgeglichen. Beide Teams spielten auch nach weiteren personellen Wechseln nach vorne und kamen auch zu Abschlüssen, einen weiteren Torschrei hatte zu diesem Zeitpunkt aber niemand auf den Lippen.

VfL-Aufstellung 2. Drittel
Kühn (71. Wiesner) – O. Traoré (71. Itter), Taffertshofer, Trapp, Kleinhansl (71. Haas) – Kunze (71. Wähling), Köhler, Klaas (64. Bapoh) – Bertram (71. H. Traoré), Heider (71. Wooten), Higl

Kieler Doppelschlag durch Mees

Im dritten Drittel des Tages stand eine mit U19-Spielern gespickte Elf für den VfL auf dem Rasen im Holstein-Stadion. Auch die Gastgeber haben zahlreich gewechselt. Unter anderem kam der ehemalige Osnabrücker Ahmet Arslan in die Partie.

Jannik Zahmel hatte die große Chance auf das dritte Osnabrücker Tor. Der Youngster wurde sehenswert von Arvin Moulai eingesetzt, scheiterte aber am Kieler Schlussmann Gelios. Augenblicke darauf stand Zahmel erneut frei im Sechzehner, angespielt vom aktiven Ulrich Bapoh, verzog seinen Schlenzer auf das lange Eck aber deutlich. Auf der Gegenseite vergab Fiete Arp freistehend nach einem Steilpass und wenig später verstolperte er den Ball in aussichtsreicher Position im Strafraum.

Mit einem Doppelschlag innerhalb von wenigen Minuten gelang Kiel erst der Ausgleich, dann die Führung. Beide Tore erzielte Joshua Mees. Erst traf der 25-jährige Angreifer nach einer flachen Hereingabe aus kurzer Distanz, dann nach einer hohen Flanke per Kopf. Der zwischenzeitlich eingewechselte Laurenz Beckemeyer im VfL-Tor blieb chancenlos. Mees, der im Sommer von Union Berlin an die Kieler Förde wechselte, erzielte bereits 13 Treffer in der aktuellen Zweitligasaison und zwei weitere im DFB-Pokal.

VfL-Aufstellung 3. Drittel
Wiesner (118. Beckemeyer) – H. Traoré, Karademir, Itter, Haas – Ersoy (118. Ersoy), Wähling, Bapoh – Moulai, Wooten, Zahmel

 

Text: Sebastian Rüther
Foto: Luca Labbadia